Börse Frankfurt
Der Juli bringt ein dickes Plus – vorerst

Am ersten Handelstag des Monats nutzen die Anleger den frischen Wind. Nach dem dicken Minus der vergangenen Woche und einem – trotz Rekordhochs – insgesamt schwachen Juni – schließt der Dax am Montag 150 Punkte höher.
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FrankfurtEuropas Anlegern ist ein mehr als freundlicher Monatseinstand gelungen. Am Montag begrüßte die Börsen den Juli mit einem dicken Plus, der Deutsche Aktienindex ging 1,2 Prozent fester bei 12.475 Punkten aus dem Handel. Der Euro-Stoxx-50, Leitindex der Währungsunion, kletterte um 1,4 Prozent auf 3491 Punkte. Die Anleger nutzten den frischen Wind und holten sich gleich einen Teil der Punkte zurück, den sie in den vergangenen Tagen hatte liegen lassen müssen. In der vergangenen Woche hatte der Leitindex 400 Punkte und damit mehr als drei Prozent verloren. Insgesamt war der Juni schwach ausgefallen, der Dax markierte ein auf Monatssicht ein Minus von 2,3 Punkten – und das trotz zwischenzeitlichem Allzeithoch von 12.951 Zählern.

Der Montag stand ganz im Zeichen des Produktionssektors – und diese Konjunkturzahlen fielen gut aus. In Japan hatten die von der Notenbank erhobenen Daten allesamt unerwartet stark zugelegt. Der sogenannte Tankan-Bericht verbesserte sich in allen drei Werten Produktionsausblick, Investitionen und Gesamtsituation. Damit steht der wichtige Produktionssektor Japans auf festen Füßen. In Tokio zog der Nikkei-Index daraufhin um 0,1 Prozent auf 20.055 Zähler an. Auch chinesische Eingaben konnten überzeugen, der beachtete Caixin-Index für das Produktionsgewerbe kletterte über die 50-Punkte-Marke.

Es folgten die europäischen Einkaufsmanager – ebenfalls stark. Für Deutschland ergab der Index des Analysehauses Markit ein Vier-Jahres-Hoch von 59,60 Punkten. Bei 50 Zählern signalisiert der Sektor einen Wachstumskurs. Der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Euro-Zone kletterte von 57,30 auf 57,40 Punkte. Für Frankreich fiel er leicht von 55,00 auf 54,80 Zähler, am Nachmittag folgt der US-amerikanische. Der Markit-Einkaufsmanager fiel leicht, während der konkurrierende ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe leicht stieg. Das sich in den Brexit-Verhandlungen befindende Großbritannien hingegen rutschte von 56,70 auf 54,30 Punkte ab. Die Enttäuschung darüber zeigte sich am Devisenmarkt, wo das britische Pfund auf 1,297 Dollar fiel.

Der Devisenmarkt war es auch, der für zusätzliche Kauflaune auf dem Parkett sorgte. In der vergangenen Woche noch war der Euro wegen eine Rede Mario Draghis auf ein Zwölf-Monats-Hoch geklettert, nun wertete er um ein halbes Prozent ab auf 1,1367 Dollar. Ein schwacher Euro sorgt grundsätzlich für schwache Exporte, was einen Kaufimpuls darstellt, ist die Wirtschaft im Euro-Raum und vor allem in Deutschland ausfuhrorientiert.

Der EZB-Präsident redete mit seinen Worten über die Erholung und die Stärke des Euro-Raumes einem möglichen Ausstieg aus der ultra-expansiven Geldpolitik das Wort. Da waren sich Analysten, Ökonomen und die Wirtschaftsteile der Zeitungen einig. Nach der heftigen Bewegung scheint der ein oder andere Akteur nun wieder zurückzurudern – und die Reaktion als Übertreibung zu entlarven.

Die Wall Street lieferte am Nachmittag weitere Kaufargumente. Der Dow-Jones-Index rückte in einer verkürzten Sitzung – wegen des morgigen Unabhängigkeitstages schließen die New Yorker Börsen schon um 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit ihre Türen – 0,9 Prozent vor auf 21.540 Zähler, der breite S&P-500 notierte 0,6 Prozent vor auf 2437 Zähler. Lediglich die Tech-Titel der Nasdaq-Börse verloren mit 6140 Zählern eine Handvoll Punkte.

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