Börse Frankfurt
Der Kampf um die 7.000 Punkte-Marke

Auf leisen Sohlen nähert sich der Dax der psychologisch wichtigen Marke von 7.000 Punkten. Trotz schlechter Konjunkturdaten greifen die Anleger bei deutschen Aktien zu. Sie wetten auf den Eingriff der EZB.
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DüsseldorfDer deutsche Aktienindex ist weiter gestiegen und der viel beachteten 7.000 Punkte-Marke ein Stück näher gekommen. Der Dax schließt insgesamt 0,6 fester bei 6.967 Zählern.

Von Marktexperten hieß es, die anhaltende Hoffnung auf liquiditätsfördernde Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) stützten den Aufwärtstrend. Enttäuschende Konjunkturdaten aus Deutschland und Italien hatten nur kurzzeitig gebremst. Damit knüpfte das Barometer an die knapp fünf Prozent Plus der vorangegangenen beiden Handelstage an. „Nachdem der deutsche Aktienmarkt in den vergangenen Tagen einen förmlichen Draghi-Sprint vollzogen hat, hellt sich die Gesamtmarktlage nun stark auf“, sagte Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. Investoren schöpften Hoffnung, dass das Wirtschaftswachstum schon sehr bald wieder Fahrt aufnehmen werde. Marktteilnehmer sehen nach der jüngsten Rallye allerdings auch zunehmend die Gefahr von Gewinnmitnahmen.

Auch das Risiko einer globalen Rezession kann die verhaltene Zuversicht der Kapitalanleger jederzeit kippen lassen. Inzwischen haben nämlich auch die größten Optimisten das wahre Ausmaß der Schuldenkrise in den Epizentren Europa und USA erkannt. Hoffnungen auf eine zeitnahe Lösung schwinden. "Das Einzige, was derzeit für die kommenden Wochen garantiert zu sein scheint, ist eine anhaltend hohe Volatilität", hieß es seitens von Finanzmarktexperten. Auch mit Hinweis auf die in den Vorjahren oft turbulenten Herbstmonate an den Weltbörsen verharren auf hohen Liquiditätsbergen sitzende Vermögensverwalter weiterhin in der Deckung.

Die Spekulationen auf ein baldiges Handeln der EZB waren auch am Rentenmarkt zu spüren: Die Renditen für die zehnjährigen spanischen und italienischen Anleihen gingen erneut zurück. Sie lagen bei 6,758 Prozent und 5,947 Prozent. Der gern als sicherer Hafen angelaufene Bund-Future notierte nahezu unverändert bei 143,24 Punkten.

Heute legten wieder zahlreiche Unternehmen ihre Quartalszahlen vor:

Der Energiekonzern Eon kann wegen des verbesserten Gasgeschäftes im ersten Halbjahr dieses Jahres einen deutlich höheren Gewinn verbuchen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei voraussichtlich auf 6,7 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern - auch wegen der Belastungen aus dem beschleunigten Atomausstieg - 4,3 Milliarden Euro verdient. Der für die Dividende entscheidende nachhaltige Konzernüberschuss sei wohl auf 3,3 von 0,9 Milliarden Euro gestiegen. Eon bekräftigte seine Anfang Juli angehobene Prognose, wonach im Gesamtjahr das Ebitda zwischen 10,4 und 11,0 Milliarden Euro liegen werde und der nachhaltige Überschuss zwischen 4,1 und 4,5 Milliarden Euro. Der Konzern legte seinen Halbjahresbericht am Montag vor. An der Börse legten die Aktien knapp zwei Prozent zu.

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  • Man führe sich einmal in einer ruhigen Stunde diese Begriffserklärung bei Wikipedia zu Gemüte:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophenhausse
    Man lese und staune:
    "Hiermit wird ein Boom am Aktienmarkt beschrieben, der sich nur noch aus der Angst vor Wertverlust speist. Obwohl die wirtschaftlichen Aussichten der Unternehmen sehr schlecht sind, steigen deren Kurse nominal und auch real (inflationsbereinigt) stark an.
    Gerät die Inflation außer Kontrolle und kann nicht mehr eingedämmt werden, verlieren die Wirtschaftssubjekte das Vertrauen in die Papierwährung und versuchen daher, ihr Geld in Sachwerte umzutauschen...Die Katastrophenhausse leitet die letzte Phase eines Papiergeldsystems ein. Am Ende des Booms kann der bankrotte Staat nur noch eine Währungsreform durchführen."
    Und danach betrachte man jetzt einmal diesen Artikel in der WELT:
    http://www.welt.de/finanzen/article108515313/Die-Deutschen-kaufen-ploetzlich-wieder-Aktien.html
    Falls hier jemand wetten möchte, dass wir demnächst auch einen DAX-Stand von 26.890.000.000.000,00 Punkten sehen werden - da halte ich allerdings stramm dagegen.
    Wer es gerne besonders "wissenschaftlich" lesen möchte, dem sei diese Analyse von Altmeister Mises wärmstens empfohlen:
    http://docs.mises.de/Mises/Mises_Ursachen_der_Wirtschaftskrise.pdf

  • Ich fühle mich durch Deine Beispiele bestärkt in der Auffassung, dass Politik nicht Dein Ding ist, Heidelberger, aber Deine Meinung teile ich trotzdem teilweise.

  • Haben sie etwas geraucht?

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