Börse Frankfurt
Der Zick-Zack-Dax

Die Märkte bleiben weiterhin nervös. Trotz guter Nachrichten aus Deutschland und Amerika kommt keine Kauflaune auf. Die großen Probleme werden zwar angegangen, von Lösungen ist man aber noch weit entfernt.
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FrankfurtWieder ein Tag zwischen Himmel und Hölle: Vor Handelsschluss machte sich Skepsis auf dem deutschen Aktienmarkt breit. Die Gewinne des Dax bröckelten, denn trotz guter Nachrichten bleiben die Anleger weiterhin vorsichtig. Elementare Probleme wie das Schuldenproblem in Griechenland und die erlahmende Konjunktur in des USA bleiben trotz allem nämlich bestehen. Am Ende notierte der Dax bei einem Plus von 1,1 Prozent auf 5.639 Punkten. Die zweite Reihe gab ein geteiltes Bild ab. Während der MDax 0,9 Prozent auf 8.625 Punkte zulegen konnte, beendete der TecDax mit einem Abschlag 0,8 Prozent auf 681 Zähler den heutigen Handelstag.

Am Nachmittag konnte der Dax von guten US-Konjunkturdaten profitieren und zwischenzeitlich über zwei Prozent zulegen. Sein Tageshoch markierte er bei einer Marke von 5.704 Punkten.

Die Zahlen zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe aus den USA waren besser als erwartet. In der letzten Septemberwoche wurden nur 391.000 neue Anträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt. Analysten erwarteten eine Zahl von 420.000. Auch das Bruttoinlandsprodukt in den USA im zweiten Quartal lag mit 1,3 Prozent über den Prognosen. Das Quartal sei zwar nicht berauschend, aber auch nicht so schlimm wie befürchtet gewesen, kommentierte Postbank-Analyst Thilo Heidrich. Im zweiten Halbjahr rechne er mit einem beschleunigten Wachstum.

Bis zum Nachmittag zeigte sich der Dax allerdings unbeständig: Am Morgen neigten die Anleger noch im Hinblick auf die Entscheidung des Bundestags zum Euro-Rettungsschirm zu Gewinnmitnahmen und schickten den Dax ins Minus. Um 10:00 wurden dann neue Arbeitslosenzahlen aus Deutschland veröffentlicht. Im September lag die Zahl der Arbeitssuchenden unter der Marke von 2,8 Millionen - eine Zahl, die seit 20 Jahren nicht erreicht wurde. Die Anleger honorierten diese Entwicklung des Arbeitsmarktes mit Aktienkäufen und trieben den Leitindex ins Plus.

Doch vor der Abstimmung des Euro-Rettungsschirms EFSF gingen die Anleger wieder in Deckung. Zur Mittagszeit wurde das Ergebnis bekanntgegeben: 523 Abgeordnete stimmten für den Rettungsschirm, 85 dagegen und 3 enthielten sich. Viel wichtiger als das Ergebnis, das ohnehin so erwartet wurde, war aber die "Kanzlermehrheit". Für die regierungstechnisch wichtige Mehrheit brauchte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mindestens 311 Ja-Stimmen. Sie bekam am Ende 315 Ja-Stimmen von den Abgeordneten von Union und FDP.

Der Dax konnte davon jedoch nur kurzzeitig profitieren. Sofort nach Bekanntgabe des Ergebnisses fiel der Dax wieder auf seinen Vortagswert.

Börsianern zufolge sei das Ergebnis vom Bundestag so erwartet worden und daher würden Gewinne mitgenommen. Der Chefvolkswirt der Hamburger Sparkasse Jochen Intelmann fügte hinzu: „Die extreme Verunsicherung am Markt dürfte nun etwas abflauen.“ Komplett verschwinden dürften die Ängste allerdings nicht, da noch immer keine Lösung des Schuldenproblems gefunden sei. „Es ist nur ein Schritt auf dem Weg zu einer Lösung“, sagte Intelmann. Zudem seien es zwei Ängste, die die Märkte derzeit bewegen. Neben der Schuldenkrise drückten Sorgen vor einem Abgleiten der Weltwirtschaft in eine Rezession auf die Stimmung. Insofern sollten nun viele in den kommenden Tagen auf die Frühindikatoren aus den USA schauen.

Einer dieser Frühindikatoren, die wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenhilfe, konnten heute schon überzeugen. Das bestätigten auch die US-Börsen: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verzeichnete nach Frankfurter Börsenschluss ein Plus von 1,4 Prozent auf 11.167 Punkte und der breiter gefasste S&P-500 zog 0,9 Prozent auf 1.161 Zähler an. Nur die Technologiebörse Nasdaq-100 musste 0,4 Prozent auf 2.213 nachgeben.

Auf dem deutschen Aktienmarkt schoben sich am Donnerstag die Banktitel auf die vorderen Plätze der Dax-Werte. Die Commerzbank setzte sich mit einem Plus von 4,7 Prozent an die Spitze und konnte wieder die Zwei-Euro-Marke zurückerobern. Die Papiere der Deutschen Bank lagen mit einem Zugewinn von 3,9 Prozent auf 28,25 Euro ebenfalls auf einem guten Platz. Die im MDax notierte Aareal Bank ging sogar mit einem Plus von 9,3 Prozent auf 12,85 Euro aus dem Handel. "Die Banken haben gewaltiges Aufholpotenzial", begründete ein Händler die Kursgewinne.

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  • Habe mich dann entgegen meiner vormittags formulierten Taktik auf meinen präferierten Handelsansatz konzentriert - scalping. Alle trades short, und immerhin 40 Dax-Punkte eingesackt. Morgen stehe ich leider am Rand des Spielfelds, zumindest bis 20:00. Allen anderen viel Erfolg!

  • @chachabanks

    das java-app ist klasse!

    http://tools.boerse-go.de/index-tool/

  • :-)
    DANKE
    Sehr Interresant!

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