Börse Frankfurt
Deutsche Bank schließt auf Allzeittief

Die Deutsche Bank musste am Montag ihre Anleger beruhigen. Gebracht hat es allerdings kaum etwas. Die Papiere schlossen auf einem neuen Rekordtief. Darunter litt auch der Dax, der über 200 Punkte verlor.

Düsseldorf10,55 Euro, so tief haben die Aktien der Deutschen Bank noch nie notiert. Mit dem heutigen Minus von 7,54 Prozent summieren sich die Verluste seit Jahresanfang damit auf über 50 Prozent. Keine andere Aktie im Dax hat sich im laufenden Jahr schlechter entwickelt als die der Deutschen Bank. Die Verluste des Geldhauses gehen nicht spurlos am Dax vorbei. Der Leitindex sackte am Montag um 2,2 Prozent auf 10.393 Punkte ab.

Zusätzlich geschwächt wurde der Dax von schwach notierenden US-Börsen. Der Dow Jones notierte 0,6 Prozent im Minus auf 18.145 Punkten. Der S&P-500 und der Nasdaq gaben ebenfalls jeweils 0,6 Prozent nach.

Die Deutsche Bank wird sich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf ziehen müssen, in den sie aus eigener Schuld hineingeraten ist. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat jegliche Staatshilfen für die Deutsche Bank in dem Jahr vor den Bundestagswahlen im September 2017 ausgeschlossen, wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise berichtet. Die deutsche Regierungschefin lehne auch ab, sich in den Rechtsstreit des Frankfurter Finanzhauses mit dem US-Justizministerium einzuschalten, so das Magazin.

Das Geldhauses dementierte am Montag Hilfen der Regierung erfragt zu haben. „Die Deutsche Bank ist fest entschlossen, ihre Herausforderungen alleine zu lösen“, sagte ein Banksprecher am Montag. „John Cryan hat zu keinem Zeitpunkt die Bundeskanzlerin darum gebeten, dass die Regierung im Hypothekenverfahren mit dem amerikanischen Justizministerium interveniert.“

Auch von Seiten der Regierung kam ein Dementi. „Es gibt keinen Anlass für solche Spekulationen, wie sie da angestellt werden, und die Bundesregierung beteiligt sich auch an solchen Spekulationen nicht“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Zu den laufenden Gesprächen von Vertretern des Geldinstituts mit den amerikanischen Justizbehörden sagte Seibert, die Bundesregierung wisse, dass sich das US-Justizministerium mit anderen Kreditinstituten in der Vergangenheit auf Vergleiche geeinigt habe. Die Bundesregierung gehe davon aus, „dass auch hier ein faires Ergebnis erzielt wird.“ Zu Kontakten der Regierung mit der Deutschen Bank wollte er keine Stellung nehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sei regelmäßig mit Spitzen der deutschen Wirtschaft im Gespräch.

„Die Regierung hat bei der Commerzbank die Kohlen aus dem Feuer geholt, und Anleger reagieren enttäuscht, weil sie das bei der Deutschen Bank offenbar nicht machen würde“, sagte Analyst Heino Ruland von Ruland Research. Eine Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank werde nun immer wahrscheinlicher, fügte ein Aktienhändler hinzu. „Da wird wohl etwas Größeres kommen.“

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