Börse Frankfurt
Deutsche Bank schließt nur knapp über dem Allzeittief

Der Dax beendet einen ruhigen Handelstag leicht im Plus. Das Treiben an der Frankfurter Börse war vor dem Zinsentscheid in den USA überschaubar. Die Deutsche Bank allerdings erfährt erneut massive Verluste.
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Düsseldorf/FrankfurtEinen Tag vor wegweisenden geldpolitischen Entscheidungen haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt kaum aus der Deckung gewagt. Der Dax rettete am Dienstag nur ein kleines Plus von 0,19 Prozent auf 10.393 Punkte über die Ziellinie. Zwischenzeitlich nahm der Leitindex Kurs in Richtung der Marke von 10.500 Punkten, am Nachmittag allerdings ging etwas die Puste aus.

Am Montag waren die Kurse noch merklich in die Höhe gegangen, nachdem in der Vorwoche Verluste vorherrschten. „Im Moment ist viel Zurückhaltung angesagt”, sagte Marktstratege Heino Ruland von Ruland Research. „Warum sollte man auch irgendetwas tun“, fragte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. „Jeder hat sich für diese Ereignisse positioniert und es gibt keine neuen Informationen, die Grund zur Neupositionierung wären.“

Die meisten Anleger sind mittlerweile der Auffassung, dass die US-Notenbank Fed zur September-Sitzung von einer Zinserhöhung absehen wird – sie sehen die Wahrscheinlichkeit bei lediglich zwölf Prozent.

Wenige Stunden vor der Fed wird die japanische Notenbank Insidern zufolge den Strafzins auf Zentralbank-Einlagen verschärfen, um die Kreditvergabe und damit die Wirtschaft anzukurbeln. Außerdem könnte sie nach Einschätzung von Experten das Gewicht ihrer Anleihekäufe auf kürzer laufende Titel verlagern, weil deren Renditen richtungsweisend für die Zinsen von Unternehmenskrediten sind. Japanische Versicherer und Pensionsfonds würden sich angesichts der dadurch drohenden Kursverluste bei lang laufenden Bonds sicher in Europa und den USA nach Alternativen umsehen.

Diese Spekulationen drückten die Renditen der 30-jährigen Papiere aus Deutschland, Frankreich, Finnland, Österreich und den Niederlanden um jeweils etwa 0,1 Prozentpunkte. Die 30-jährige Bundesanleihe rentierte bei 0,57 Prozent. Der Bund-Future, der auf den zehnjährigen deutschen Titeln basiert, gewann 48 Ticks auf 164 Punkte.

Auch im MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen herrschte am Dienstag eher Zurückhaltung vor. Bis zum Handelsschluss stieg der Index um 0,18 Prozent auf 21.232 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax fiel sogar leicht um 0,03 Prozent auf 1773 Punkte.

„Allein die Hoffnung, dass die Geldschleusen in näherer Zukunft noch einmal ein Stück weiter geöffnet werden, lässt den Markt sich auf recht hohem Niveau stabilisieren“, erklärte Marktbeobachter Jens Klatt. Mittelfristig rechne er jedoch mit einem Rückschlag.

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