Börse Frankfurt: Deutsche Bank zieht Dax ins Minus

Börse Frankfurt
Deutsche Bank zieht Dax ins Minus

Gespannt warten die Investoren auf die Sitzung der Federal Reserve am Abend. Experten erwarten, dass Notenbankchef Ben Bernanke noch eine ganze Weile an der Politik des billigen Geldes festhalten wird. Vor der Sitzung muss der Dax erst einmal Verluste hinnehmen. Grund: Die Aktie der Deutschen Bank rutscht tief ins Minus.
  • 0

HB FRANKFURT. Belastet von herben Kursverlusten der Deutsche-Bank-Aktie hat der Dax am Dienstag im Minus geschlossen. Der Leitindex beendete den Handel 0,3 Prozent schwächer bei 6275 Punkten. Die Ankündigung eines Quartalsverlusts des deutschen Branchenprimus ließ die Papiere der Deutschen Bank um 4,5 Prozent auf 44,75 Euro abrutschen. Das Institut muss Abschreibungen von 2,3 Milliarden Euro in die Bücher nehmen, die durch das Kaufangebot auf die Postbank-Anteile nötig werden. Auch das Kerngeschäft Investmentbanking verzeichnete im dritten Quartal Ergebnisrückgänge.

Zunächst hatte die erfolgreiche Auktion irischer Staatsanleihen und besser als erwartet ausgefallene US-Immobiliendaten für Erleichterung am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Gegenwind bekam der Dax neben den Nachrichten von der Deutschen Bank auch von den US-Börsen, an denen der Bericht der US-Notenbank Federal Reserve erwartet wurde. Die wichtigsten US-Indizes lagen zum Handelsschluss in Europa im Minus.

Mit Abstand größter Dax-Verlierer waren die Titel des Index-Schwergewichts Deutsche Bank, die in der Schlussauktion enorm unter Druck gerieten. "Dass die Übernahme der Postbank das Ergebnis der Deutschen Bank belastet, kommt eigentlich nicht überraschend und wurde bereits mitgeteilt", sagte ein Händler. Offenbar hätten einige Anleger aber nicht realisiert, dass das zu roten Zahlen führen werde. Die Titel der Postbank schlossen mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 25,07 Euro. Die Deutsche Bank zieht für die Postbank-Übernahme die größte Kapitalerhöhung ihrer Geschichte durch und veröffentlichte am Dienstag den Wertpapierprospekt. Mehr als zehn Milliarden Euro nimmt das Institut mit dem Schritt ein.

Nur kurzzeitig konnten die Titel von Infineon von den vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal profitieren. Die Aktie stieg nach der Mitteilung um ein Prozent, schloss dann aber 0,8 Prozent im Minus. Als Hauptgrund für die Anhebung des Ausblicks nannte der Halbleiterhersteller die gute Entwicklung in der Mobilfunkchipsparte, die vor allem auf den überraschend hohen Absatz von Smartphones zurückzuführen ist.

An der Züricher Börse wurde Händlern zufolge über ein Übernahmeangebot von Infineon für die Schweizer Micronas Semiconductor Holding spekuliert, deren Aktien 7,9 höher schlossen. Eine Micronas-Sprecherin sagte indes, es fänden keine Gespräche statt. Nach Ansicht eines Börsianers könnte Micronas gut zu Infineon passen, da sich der Münchner Halbleiterkonzern mittlerweile wie Micronas auf den Automobilsektor konzentriert. Ein Rückschlag bei seinem Smartphone-Flaggschiff ließ im europäischen Technologiesekor die Aktien von Nokia um 4,5 Prozent einbrechen. Das seit langem erwartete Modell N8 kommt später als gedacht.

Um den Spitzenplatz im Dax balgten sich lange Zeit die Titel von Deutscher Post und Lufthansa. Die Aktien der Fluggesellschaft behielten am Ende mit einem Plus von 2,3 Prozent die Oberhand, den Anteilsscheinen der Post ging zum Handelsschluss etwas die Puste aus - sie schlossen 1,2 Prozent höher. Händler verwiesen auf einen Bericht der Welthandelsorganisation WTO vom Montagabend, der ein Rekordwachstum des Welthandels von 13,5 Prozent in diesem Jahr in Aussicht stellt. "Als einer der größten Logistikkonzerne der Welt ist es sehr wahrscheinlich, dass die Post von dem WTO-Bericht profitiert", sagte ein Händler. Das gleiche gelte für die Lufthansa und den Hamburger Hafenbetreiber HHLA. HHLA-Aktien gehörten im MDax lange Zeit zu den gefragtesten Werten und schlossen 0,7 Prozent fester.

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Deutsche Bank zieht Dax ins Minus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%