Börse Frankfurt: Deutsche Bank zieht den Dax ins Minus

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Deutsche Bank zieht den Dax ins Minus

Der Dax kann den Aufwärtstrend der Vorwoche nicht fortsetzen. Dafür ist vor allem die Deutsche Bank verantwortlich. Anleger fürchten Details zur Bilanz der Bank, die in dieser Woche folgen.
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FrankfurtDie erste Handelstag der Woche steht der vorangegangenen weder in Spannung noch an Hektik nach. Am Montag startete der Dax nervös. Nach anfänglichen Verlusten konnte sich der deutsche Leitindex zwar zeitweise erholen. Am Nachmittag rutscht er aber erneut ins Minus. Am Ende des Tages hat er 0,3 Prozent auf 9736 Zähler verloren. Seit Jahresbeginn hat der deutsche Leitindex mehr als neun Prozent an Wert verloren.

Bei den Einzelwerten steht einmal mehr die Deutsche Bank im Mittelpunkt. Die Sorgen über den Zustand der Bank ließ Anleger aus der Aktie flüchten – sie verlor 5,5 Prozent und war damit der schwächste Wert im Dax. Am Donnerstag präsentiert der neue Chef John Cryan Details der tiefroten Jahresbilanz. Auch die Angestellten werden offenbar Rechnung tragen müssen. Einem Insider-Bericht zufolge werden die Boni gekürzt.

Fragen gibt es noch genug: Wo brechen die Erträge im Konzern am stärksten ein? Oder: Steuert die Bank mit Kostensenkungen dagegen? Wird 2016 ein weiteres Verlustjahr, weil ein Ende der Belastungen etwa durch Rechtsstreitigkeiten nicht absehbar ist? Ist ein Börsengang der Postbank in diesem Jahr noch realistisch? Und wann beginnen nun die konkreten Gespräche zum Jobabbau in Deutschland? Ähnlich schlecht lief es für die Commerzbank, deren Aktie um 3,6 Prozent verlor.

Der Fokus der Anleger wird sich Händlern zufolge in dieser Woche auf die Geldpolitik der US-Notenbank Fed und erneut auf die Kursschwankungen am Ölmarkt richten. Am Montag verbreitete zudem der Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt, schlechte Stimmung. Er fiel im Januar auf 107,3 Punkte von 108,6 Zählern im Vormonat. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 108,4 Stellen gerechnet. „Das Wachstumsszenario sollte angesichts des vergleichsweise hohen Niveaus aber nicht in Frage gestellt werden, auch wenn es keinerlei Anzeichen für eine Zunahme der konjunkturellen Dynamik gibt“, betonte Helaba-Analystin Viola Julien.

Doch auch die Entwicklung in China sowie die Berichtssaison US-amerikanischer Unternehmen stehen in der letzten Januarwoche im Fokus der Anleger. So stehen unter anderem Zahlen von Apple, Boeing und Johnson & Johnson an.

Derweil kann Siemens-Chef Joe Kaeser auf der anstehenden Hauptversammlung am Dienstag bei vielen Aktionären mit Milde rechnen. Nach den zahlreichen Turbulenzen der vergangenen Jahre, nach Korruptionsaffären, Vorstandsrochaden und massenhaftem Stellenabbau sehnen sich viele Anteilseigner nach Ruhe. Die Aktie notierte nahezu unverändert 0,2 Prozent im Plus. Tagesgewinner ist Fresenius Medical Care, dessen Aktie um 2,5 Prozent zulegte.

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