Börse Frankfurt

Deutsche Bank zieht den Dax nach unten

Schwache US-Börsen und der Rohöl-Preisverfall machen dem Dax zu schaffen. Der Leitindex schließt unter 9800 Punkten. Schwergewichte wie die Deutsche Bank, Eon und die Lufthansa sind für den Einbruch verantwortlich.
Update: 09.12.2014 - 17:41 Uhr 39 Kommentare

Kurse in Asien fallen, Dax sackt ab

FrankfurtDer Dax setzt seine gestern begonnene Talfahrt fort. Auf das Minus von 0,7 Prozent am Montag kamen heute satte 2,2 Prozent hinzu. Am Ende schloss der Dax bei 9794 Punkten. Von der 10.000-Punkte-Euphorie aus der Vorwoche ist in der laufenden Handelswoche kaum noch etwas zu vernehmen.

Noch schlimmer als den Dax traf es allerdings den TecDax. Der Technologie-Index beendete den Handel rund 2,9 Prozent tiefer auf 1341 Zähler. Verantwortlich für das Ungleichgewicht bei den Gewinnmitnahmen ist die außergewöhnlich starke Jahresentwicklung des TecDax im Vergleich zum Dax. Während der große Bruder lediglich ein Jahresgewinn von etwa drei Prozent verzeichnet, steht beim TecDax ein Plus von satten 15 Prozent.

An der Wall Street notierte der Dow Jones nach Frankfurter Börsenschluss 0,9 Prozent im Minus auf 17.687 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 sackte um 0,8 Prozent ins Negative, der Nasdaq um 0,6 Prozent.

Beim Öl beobachten die Börsianer mit Sorge den seit Wochen anhaltenden Preisverfall. Das Nordsee-Öl Brent war mit 65,08 Dollar je Fass so billig wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr. „Normalerweise sind fallende Ölpreis gut für die Volkswirtschaften der Welt und einige Branchen“, sagte Philippe Gijsels, Chef-Analyst von BNP Paribas Fortis Global Markets. „Die Geschwindigkeit des Verfalls macht Anleger aber nervös.“ Seit Ende Juni hat sich der wichtige Rohstoff Öl wegen eines weltweiten Überangebots um mehr als 40 Prozent verbilligt.

Die chinesische Wirtschaft zeigt sich indes in einem nicht so starken Zustand wie ursprünglich erwartet. Bereits am Montag sorgten enttäuschende Konjunkturdaten aus China und Japan für Verunsicherung. Mittlerweile geht man auch in chinesischen Regierungskreisen davon aus, dass das diesjährige Wachstumsziel zu hoch gesteckt sei. Wie Reuters aus Regierungskreisen erfahren haben soll, wird das staatliche Planziel für den Anstieg der Wirtschaftsleistung 2015 wohl auf sieben Prozent festgelegt. Ursprünglich war man von einem Anstieg um 7,5 Prozent ausgegangen.

Deutsche Bank muss sich des Steuerbetrug verantworten

Wieder eine Anklage gegen eine Bank und wieder ist es die Deutsche Bank. Das größte Finanzinstitut Deutschlands kommt nicht aus den Skandalen raus. Diesmal muss sich die Deutsche Bank wegen angeblichen Steuerbetrugs vor Gericht verantworten. Die US-Regierung reichte am Montag Klage gegen den deutschen Branchenprimus ein. Dem Institut wird vorgeworfen, Einkommenssteuer hinterzogen zu haben. Der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara erklärte, die USA klagten auf 190 Millionen Dollar. An den Börsen reagierten die Anleger allergisch auf die erneute Anklage gegen die Bank. Die Papiere gaben am Dienstag 3,7 Prozent nach.

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39 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Deutsche Bank zieht den Dax nach unten"

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  • Ich hatte schon am Montag vor einer Woche geschrieben,dass der DAX seine 10000 nie lange hält,das ergibt sich aus der Historie des Jahres 2014.Der Verweis zum KDAX taugt nur,um festzustellen,wie investiert die Anleger sind-da er die gesamte MK des DAX widerspiegelt,also die Investionsbereitschaft,das Investionsvolumen der Anleger im Ganzen,im Allgemeinen.Das heißt,obwohl fast 400 Punkte aus Dividenden und BZR in die Berechnung 2014 einflossen,so wurde dieses Geld nicht oder genauer gesagt nur zu 15% in den DAX reinvestiert.Sowas nennt man eine tendenzielle Schwäche.Offensichtlich halten die Anleger den DAX für zu teuer.Das gab es in den Vorjahren 2012 und 2013 nicht.Desweiteren gewann selbst der DAX,wie wir ihn kennen-bei 9600 in 2014 gestartet, in der Spitze nur 500 Punkte nach oben,verlor aber nach unten in der Spitze 1250 Punkte.Auch das gab es 2012 und 2013 nicht-stets überwogen dort die Gewinne nach oben,vom Jahresanfang aus gemessen.Was daraus kurzfristig folgt ist klar,bei über 10 000-10100 wird die Luft dünn.Man wartet also ab,bis die Investoren den DAX bis über 10000-10100 hochkaufen und shortet dann regelmäßig ab,dass hat im Juni,im Juli,in der letzten Woche und jetzt wieder glänzend funktioniert.Und es wird wieder funktionieren,sobald er wieder bei über 10 000-10100 steht ist wieder Zeit für die Ernte.Ein sicherer Deal.

  • An diesen ätzenden möchtegern Insiderbeiträgen hier mit ätzenden Indiderkürzeln die der Laie sowieso nicht kennt und versteht, kann man deutlich erkennnen, daß die eigentliche Grundidee des Aktienkaufs, nämlich sich an gut aufgestellten Unternehmen zu beteiligen nichts mehr zählt. Aber eins ist sicher.....es liegen zeitnahe Veränderungen in der Luft...man kann es spüren...man muss nur sensibel genug sein!!

  • "Danke Herr Bode/Stark/Weissenfels/etc."

    Wie kommen Sie denn auf solche Vermutungen?
    Nur weil ich vor meinem Kommentar den vorherigen halben Kommentar wiederhole um keinen Diskussionsbaum zu verwechseln?

  • Ich denke da an die Riesentanks und auch Schiffe die bis
    an den Rand gefüllt werden, so dass bei höhern Preisen
    gewinnbringend Öl verkauft werden kann.

  • "Wenn bei solchen Preisen die Nachfrage nicht steigt,"

    Die Nachfrage ist nach allgemeiner Einschätzung unelastisch. Ich glaube nicht, dass das jemand so denken könnte. Für manche Unternehmen ist ein niedriger Ölpreis allerdings durchaus ein Problem. Warum sollte man etwa einen sparsamen Motor kaufen, wenn dieser so teuer ist, dass er keine Ersparnis bringt? Warum dämmen, wenn Heizöl billig ist?

  • Wieder konnte man das schöne Putspiel spielen,die Wetten laufen.
    Anscheinend mussten noch ein paar Puts geholt werden bevor der
    Nachmittagsabverkauf losgeht.
    Schön wenn man das System verstanden hat.

  • Danke Herr Bode/Stark/Weissenfels/etc.

    An der Tatsache, dass er fällt, wie ein Stein ändert es leider trotzdem nichts. Allgemein wird der Boden ja bei ca. 60 USD erwartet. Schaun wir mal.

    Letztlich ist der niedrigere Ölpreis und Euro doch sehr förderlich für (die zyklischen) Daxunternehmen.

  • Wenn bei solchen Preisen die Nachfrage nicht steigt,
    dann denken die Ölhändler wohl, daß es weiter abwärts geht. Mal sehen ob die 60USD noch erreicht werden.

  • "Laut IEA ist die Nachfrage bezogen auf das Quartalvorher"

    Leider verunglückt: Laut IEA ist die Nachfrage im 2. Quartal bezogen auf das vorherige...

  • "Für Verunsicherung sorgt vor allem der ungebremste Ölpreisverfall. Das Nordsee-Öl Brent war mit 65,29 Dollar je Fass so billig wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr. Der anhaltende Preisrutsch mache Investoren nervös und sorge daher für Gewinnmitnahmen, erklärten Börsianer."

    Einen interessanten Beitrag zum Ölpreis gab's gestern im HBO bei den Musterdepots. Daniel Hupfer schreibt: Allerdings ist nicht klar, worauf der Preisrückgang von 30 Prozent seit den Sommermonaten fundamental zurückzuführen ist. Denn im Unterschied zu den Jahren 2008 und 2009, als die Ölnachfrage deutlich zurückging und damit für den damaligen Preisrückgang verantwortlich war, ist die Ölnachfrage in diesem Jahr stabil geblieben.

    Laut IEA ist die Nachfrage bezogen auf das Quartalvorher leicht zurückgegangen. Das war's allerdings schon in absoluten Zahlen, denn danach zog die Nachfrage absolut an. Das Problem des absoluten "Nachfragerückgangs" war nicht entscheidend, sondern der Umstand, dass die IEA dann Monatsweise ihre Erwartungen (Projetkionen revidiert) an die Nachfrage zurückgeschraubt hat - es war also ein "Nachfrageerartungsrückgang". Die IEA drückt das als "relativ schwache Nachfrage aus" (Das ist auch der Teil, der Konjunkturell Sorgen bereitet - man erwartet mehr) :

    Relatively weak oil demand since mid-2014, compounding the impact of a rising dollar and relentless growth in unconventional oil supply, had a lot to do with the recent price drops. It may well be that 2Q14 marked a low point for global oil deliveries and that oil demand growth will pick up from that point on. That is indeed what our forecast says, based on assumptions of economic growth which were recently trimmed, but which continue to predict an accelerating global recovery.

    https://www.iea.org/oilmarketreport/omrpublic/
    Quelle:

    Ein Gutteil des Preissturzes ist in der Tat nicht fundamental begründet, sondern im Wegbrechen der Gewissheit, die OPEC würde den Ölpreis auf jeden Fall hochhalten.

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