Börse Frankfurt
Die Dax-Rally geht weiter

Der Geldsegen der EZB betäubt die Anleger. Probleme und Risiken blenden sie weitestgehend aus – auch weil sich in Griechenland eine leichte Entspannung abzeichnet. Der Dax greift nach der 11.000-Punkte-Marke.
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DüsseldorfDer Dax machte heute dort weiter, wo er am Montag aufgehört hatte. Vom Start weg arbeitete sich der Leitindex bis auf ein neues Rekordhoch bei 10.985 Punkten. Später ging dem Dax dann ein wenig die Kraft aus. Am Ende schloss der Dax 0,6 Prozent fester auf 10.891 Zählern – ein neuer Schlussrekord.

„Solange die Geldschleusen in Europa offen sind und immer breiter werden, feiert man die Party mangels Alternativen“, sagte Ayondo-Marktstrategin Sarah Brylewski. So werfen die zehnjährigen Bundesanleihen nur noch eine Rendite von 0,323 Prozent ab und damit erstmals weniger als die seit Jahren renditeschwachen Japan-Bonds.

Auch in den USA überzeugen die Börsen. Der Dow Jones notierte nach Frankfurter Börsenschluss ein Prozent fester auf 17.528 Punkten. Der S&P-500 legte 0,7 Prozent zu. Der Nasdaq stieg um 0,2 Prozent.

In Frankfurt sorgte neben den EZB-Geldern überraschenderweise auch mal Griechenland für Zuversicht. In einem am Montagabend veröffentlichten Interview sagte der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis, seine Regierung werde nicht mehr den Erlass der 315 Milliarden Euro Auslandsschulden fordern. Stattdessen solle die Belastung über verschiedene Umschuldungsarten tragbar gemacht werden.

Nach der Aufkündigung der Zusammenarbeit mit der Gläubiger-Troika aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank bemühte sich auch Ministerpräsident Alexis Tsipras Medienberichten zufolge, in Gesprächen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Parlamentspräsident Martin Schulz die Wogen zu glätten. „Die neue griechische Regierung hat vergangene Woche mit den Säbeln gerasselt, jetzt scheint sie zurück zu rudern”, sagte ein Börsianer.

Davon profitierte auch der Athener Leitindex, der seit Jahresbeginn fast neun Prozent an Wert eingebüßt hatte. Er legte in der Spitze um 6,3 Prozent zu. Der griechische Bankenindex kam sogar auf ein Plus von zwölf Prozent. Er ist seit Jahresbeginn um knapp 34 Prozent in den Keller gerutscht. Am Rentenmarkt machte sich ebenfalls Erleichterung breit.

Aussagen von Asoka Wöhrmann von der Deutschen Asset & Wealth Management sorgen laut einigen Börsianern ebenfalls für Kauflaune. Der Chef-Anleger der Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank hatte im Interview mit dem „Handelsblatt“ die Aufstockung des Anleihe-Ankaufsprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Jahresende ins Gespräch gebracht, weil der Inflationsdruck wegen des niedrigen Ölpreises gering bleibe. „Die US-Notenbank Fed hat dies schließlich auch dreimal getan und weitere Maßnahmen eingeleitet“, fügte Wöhrmann hinzu.

Insgesamt scheinen die Anleger angesichts der Geldflut der EZB vieles Negative auszublenden: „Die Maßnahmen der EZB überstrahlen aktuell alles, auch die Sorgen um die Weltwirtschaft oder Griechenland, denn diese Geldmengen entbehren jeglicher Vorstellungskraft“, fasst Portfolio-Manager Philipp Müller von der Performance IMC Vermögensverwaltung die Stimmung der Börsianer zusammen. Nach Angaben des EZB-Direktors Benoit Coeure soll der Kauf von Staatsanleihen in der ersten März-Hälfte beginnen.

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  • ch habe am 15.1. Nestle, Novartis und Swiss Re im ausserbörslichen Handel in EUR erworben (64, 84, 74 €) Aktuell notieren diese alle höher (67,52;86;78,34 €)
    Spinner

  • Alle Short ETF letztes Jahr auf dem Weg nach unten gegeben und im Oktober wie avisiert den Einstieg in den Aktienmarkt genommen:
    Allianz, BASF, Siemens, Mürü, VW, Caterpillar, MacDo, J&J, P&G, Pfizer. (
    Portfolio1 bei +22%) Als die SNB das Geschenk von Schweizer Aktien zum Sonderangebot unterbreitete, habe ich Nestle, Novartis,
    Swiss Re gekauft und mit einem Einstieg in Exxon und Chevron kombiniert (Portfolio2 +4,09). Südzucker ist der einzige Wert,
    der sich dauerhaft negativ zeigt, aber die kommen wieder. Wenn nicht, auch nicht schlimm.
    Trottel

  • Herr Bauer, ich habe genügend Ahnung von der Börse. Ich handle sehr erfolgreich nach fundamentalen Daten und nicht nach Empfehlungen von Kaffeesatzlesern. Mich stört eben nur, dass dieser Anstieg auf keinen fundamentalen Daten beruht. Früher haben alle möglichen Ereignisse als Erklärung hergehalten, heute macht man wöchentliche Umfragen. Sie werden es wohl für völlig normal halten, dass der DAX innerhalb eines Monats um knapp 30% zulegte, oder? Wie sieht ihre Kalkulation aus? Pro Tag ca. 100 Punkte wie es derzeit passiert und am Jahresende stehen wir bei 40.000?

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