Börse Frankfurt Die Euphorie beim Dax dauert nur kurz

Die US-Arbeitsmarktdaten fallen besser aus als erwartet, die US-Zinswende rückt näher. Der Euro fällt und der Dax knackt zwischendurch die 11.000 Punkte. Doch nach der Wall Street-Eröffnung gibt er Gewinne ab.
Update: 06.11.2015 - 17:51 Uhr 29 Kommentare

US-Arbeitsmarktbericht übertrifft Erwartungen

FrankfurtDie US-Wirtschaft hat im Oktober überraschend viele Jobs geschaffen. Die Zahl der neuen Stellen stieg um 271.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington bekanntgab. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 180.000 neuen Jobs gerechnet. Die getrennt ermittelte Arbeitslosenquote fiel um einen Tick auf 5,0 Prozent.

Dax-Anleger stimmen diese Nachrichten mehr als freudig. Der Leitindex legt um 1,38 Prozent oder 150 Punkte zu und knackt die Marke von 11.000 Punkten. Der Euro verlor im Gegenzug mehr als ein Cent gegenüber dem Dollar und fällt bis 15.20 Uhr auf 1,0717 Dollar. Gut eine Stunde später ist die erste Euphorie verflogen. Die Wall Street eröffnet im Minus – und auch der Dax gibt wieder nach. Am Abend schließt der Leitindex 0,9 Prozent fester bei 10.988 Punkten.

Mit den guten Arbeitsmarktzahlen ist es noch wahrscheinlicher geworden, dass die US-Notenbank (Fed) im Dezember zum ersten Mal seit der großen Finanzkrise die Zinsen erhöht und damit einen wichtigen Schritt zur Normalisierung der Geldpolitik wagt.

Ökonomen wie etwa Torsten Slok von der Deutschen Bank hatten im Vorfeld die Erwartung geäußert, dass selbst eine deutlich niedrige Zahl ausreichen würde, um die Fed zu ermutigen. Für die Märkte dürfte der sehr deutliche Anstieg eine Überraschung darstellen. Im Sommer hatten vorübergehend relativ schwache Arbeitsmarktzahlen die Perspektive etwas vernebelt und Ökonomen wie auch Investoren verunsichert.

Fed-Chefin Janet Yellen hatte in dieser Woche bereits bei einer Anhörung vor dem Kongress relativ optimistische Töne angeschlagen und damit die Erwartung einer baldigen Zinserhöhung genährt. Der US-Arbeitsmarkt wäre bereits seit einigen Monaten stark genug, um diesen Schritt zu rechtfertigen.

Die Tops und Flops im Oktober

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
L&S

+0,34 +1,57%
+21,91€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
K+S
1 von 13

Die Aktie von K+S hat in den vergangenen Wochen bereits kräftig an Wert verloren. In der letzten Oktoberwoche sind die Anteile des Düngemittel- und Salzherstellers sogar unter die Marke von 23 Euro gerutscht. Schuld an der Talfahrt waren Gerüchte um die noch ausstehenden Zahlen für das dritte Quartal. Der Kurs war Anfang Oktober nach der abgesagten Übernahme durch den Konkurrenten Potash dramatisch eingebrochen. Nach Ansicht der Baader Bank ist der Dax-Titel ohnehin immer noch zu hoch bewertet.

Kursentwicklung im Oktober: - 25,8 Prozent

MANZ AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0JQ5U3
Börse
L&S

+0,40 +1,16%
+34,21€
Chart von MANZ AG INHABER-AKTIEN O.N.
Manz
2 von 13

Im April hat der schwäbische Maschinenbauer Manz per Kapitalerhöhung 43 Millionen Euro eingesammelt. Nun brachten zwei Gewinnwarnungen im Oktober den Vorstand in Bedrängnis. Statt 340 Millionen erwarten die Schwaben nur noch 200 Millionen Umsatz. Der Vorstand werde nun eine Restrukturierung einleiten. Details würden Ende November vorgestellt. Börsianer reagierten empört, der Aktienkurs brach ein. Seit sieben Jahren stand der Aktienkurs nicht mehr so hoch.

Kursentwicklung im Oktober: - 33,2 Prozent

LEONI AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005408884
Börse
L&S

+1,43 +2,55%
+56,96€
Chart von LEONI AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Leoni
3 von 13

Anfang des Monats war die Aktie des Kabelproduzenten und Automobilzulieferers Leoni nach einer Gewinnwarnung stark eingebrochen und hatte an einem Tag bis zu 31 Prozent verloren. Die Meldung kam für viele Experten überraschend, da die Geschäftsziele erst wenige Wochen vorher bestätigt wurden. Doch das Geschäft mit Bordnetzen hatte sich schwächer gezeigt als erwartet und das Management zu der Gewinnwarnung gezwungen. Nach wochenlangen Seitwärtstrend des Papiers geht es aber wieder leicht bergauf.

Kursentwicklung im Oktober: - 20,9 Prozent

RIB SOFTWARE SE NAMENS-AKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE000A0Z2XN6
Börse
L&S

+0,01 +0,06%
+25,35€
Chart von RIB SOFTWARE SE NAMENS-AKTIEN EO 1
RIB Software
4 von 13

Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat das Kursziel für RIB Software vor Zahlen für das dritte Quartal von 18,70 auf 16,70 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf „buy“ belassen. Das Softwareunternehmen dürfte seine Unternehmensziele für das laufende Jahr aber bestätigen. Er erwarte im vierten Quartal größere Aufträge.

Kursentwicklung im Oktober: - 18,9 Prozent

DRAEGERWERK AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKT.O.ST.O.N.

WKN
ISIN
DE0005550636
Börse
L&S

+0,42 +0,51%
+81,65€
Chart von DRAEGERWERK AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKT.O.ST.O.N.
Drägerwerk
5 von 13

Der Medizin- und Sicherheitstechnikanbieter Drägerwerk verschärft nach schlechter laufenden Geschäften in Schwellenländern seinen Sparkurs. Das Familienunternehmen aus Lübeck kassierte nach einem Verlust im dritten Quartal zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Prognose und trieb damit Anleger in die Flucht. Analysten sehen Drägerwerk vor tiefen Einschnitten: Der Plan des Managements, das Unternehmen mit Investitionen zurück auf die Erfolgsspur zu führen, habe eindeutig nicht funktioniert. Der Konzern rechnet währungsbereinigt für 2015 nur noch mit einem Umsatzplus zwischen einem und drei Prozent statt der zuvor angepeilten bis zu fünf Prozent. Die operative Rendite (Ebit-Marge) soll bei 2,5 bis 4,5 Prozent (bisher fünf bis sieben Prozent) liegen.

Kursentwicklung im Oktober: - 11,2 Prozent

COMPUGROUP MEDICAL SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005437305
Börse
L&S

+1,29 +2,76%
+47,81€
Chart von COMPUGROUP MEDICAL SE INHABER-AKTIEN O.N.
CompuGroup Med.
6 von 13

Nach unten ging es mit dem Kurs von CompuGroup. Im Oktober verlor der Wert des Spezialsoftware-Herstellers 1,02 Euro (3,6 Prozent). Zuletzt wurde CompuGroup mit 27,43 Euro notiert.

Kursentwicklung im Oktober: - 7,7 Prozent

XING SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000XNG8888
Börse
L&S

+5,54 +2,08%
+269,17€
Chart von XING SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Xing
7 von 13

Die Xing-Aktie ist und bleibt bei Investoren angesagt. Doch derzeit beeindruckt ein anderes Karriere-Netzwerk die Anleger. LinkedIn überraschte mit starken Geschäftszahlen. Das Analysehaus Warburg Research hat die Einstufung für Xing vor den Zahlen zum dritten Quartal am 6. November auf „Hold“ belassen.

Kursentwicklung im Oktober: - 6,5 Prozent

Allerdings ist die Inflation immer noch sehr niedrig. Nach Lesart der Fed wird aber ein ausreichend starker Arbeitsmarkt auf absehbare Zeit auch die Rate der jährlichen Preissteigerung wieder in die Nähe der gewünschten zwei Prozent bringen.

Yellen hat aber auch klargestellt, dass die Zinsen nach und nach sehr vorsichtig angehoben werden. Im Dezember dürfte die Fed den Leitzins von nahe Null aus um 0,25 Prozentpunkt erhöhen. Weitere Schritte sollten sich nach heutiger Einschätzung in einem ähnlichen Rahmen halten. Die Fed hat immer wieder betont, dass ihre Geldpolitik damit immer noch die US-Wirtschaft unterstützt.

Hapag Lloyd geht an die Börse
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29 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Die Euphorie beim Dax dauert nur kurz"

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  • Es könnte ja auch durchause sein, das ganz andere "Mächte" die Hochfrequenzrechner bedient. Ausserbörslich kontrolliert ja niemand irgendwas.
    Dadurch könnte man auch Milliarden verdienen, um Kriege zu finanzier

  • http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/ezb-warnt-die-macht-der-schattenbanken-waechst/12514288.html
    Gegen das was an der Börse ab geht ist VW nichts. Alles läuft über die
    Börse ausserhalb der Handelzeiten ab. Wir hatten auch das Tief im Dax
    nicht im Daxhandel, ebenso nicht das Monats- oder gar das Jahrestief. Diese
    Kurse entstehen dann, wenn der Aktienhandel in Frankfurt geschlossen hat und
    die Aktien nicht mit berechnet werden. WER sorgt dafür das am Montag vor der Börseneröffnung der Dax auf Wochentief abverkauft wird und das nun regelmässig. Das nun eine Notenbank vor dieser
    offensichtlichen "Manipulation" warnt, aber gleichzeitig dafür sorgt, das Ihnen
    das Geld nicht ausgeht ist ungeheuerlich....
    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/euro-laender-notenbank-chefs-geben-draghi-kontra/12552982.html

  • Das Gute ist, dass man schmunzeln kann.
    Mein highlight beim Lesen: Aktien sind Luftbuchungen !

  • Nein, der Dollar war als 1 gesetzt und die DM wurde täglich neu gefixt.
    Bei Euroumstellung etwa 1:2 oder bei 1,95583 DM pro Euro war der erste Referenzkurs um die 1,04 Dollar zu 1 Euro seit 2001 Euro als 1 gesetzt und der Dollar schwankt.

  • Warum war das zu DM-Zeiten anders oder die Schweizer sind auch nicht arbeitslos.
    Die Währung ist die Dividende des "kleinen Mannes" und hier wird der deutsche Arbeitnehmer betrogen, weil er für jeden Mist auf dieser Welt bezahlen muß.

  • Herr Helmut Metz@
    Sehr verehrter Her Metz, der Trick liegt in der Langsamkeit und vor allem keine Stops zum Fischen. Schlafen Sie doch mal mit Frosta oder so was. Gruß

  • Selbst wenn ich hätte mitfeiern wollen - es wäre nicht möglich gewesen: mein Drecks-Broker hat "technische Probleme".
    Nur mal so als Hinweis an Anleger, was bei einem Flash-Crash so alles passieren könnte - vor allem, falls man keinen Stop-Loss gesetzt hat und dann auch noch der Broker außer Gefecht ist... ;-)

  • Sind wir Froh das der Wechselkurs NICHT 1 zu 2,70 pro Dollar ist ... sonst können sie sich von 50% aller Arbeitsplätze (evtl. Ihrem eigenen) in der Exportwirtschaft verabschieden. Es ist wirklich leicht auf den Euro zu schimpfen ... es gibt 100 gute Argumente, der schwache Euro dem Deutschland seine gute wirtschaftliche Lage zu verdanken hat, ist keines davon.

  • @ Herr Fiedemann Deutschmark

    Im ersten Versuch scheiterten Sie ja bereits zum Ausdruck zu bringen dass die meisten Flüchtlinge MUSLIMISCHE Männer indem Sie sie alle radikalisiert haben, auch der zweite Versuch sollte eigentlich schon beim Klang verraten wie Falsch er ist ... "islamische Männer" ... also wirklich. Abschliessend es handelt sich um muslimische Männer

    Zweiter Punkt Aktien als Luftbuchungen darzustellen ist wirklich kompletter Blödsinn. Sie halten Anteile an einem Unternehmen damit an allem was einem Unternehmen gehört und an allem was es besitzt. Dies Nennt sich "Sachwert" also von einem Geldwert losgelöst. BMW z.B. ist es egal ob man sie mit Dollar, Euro oder in Gurken bezahlt ... aber sie werden definitiv bezahlt,

    Auch Ihre Einschätzung dass man in einer Krise seinen Aktien nicht verkaufen kann ist blödsinn (ich spare mir zu erklären wie der Aktienhandel funktioniert aufgrund Ihres mangels an Grundwissen) und noch schlimmer ist die Vermutung des Existensverlustes. Jeder der kurz vor der Finanzkrise sich ein Sammelsurium deutscher DAX Werte gekauft hat und sie während der Krise behalten hat schaut jetzt auf ein Depot welches jedes Sparbuch um längen schlägt.

    Um sie weiterhin vor einer Selbstblamage zu schützen empfehle ich eine kaufmännische Ausbildung um Ihre Theorien auch mit ein wenig Grundwissen unterfüttern zu können.

  • Frau ke Schludewig@
    Das ist völlig normal, Sie sitzen mit vielen lahmen Ruderern im Boot und wundern sich, daß andere Boote schneller fahren.

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