Börse Frankfurt
Die Euphorie beim Dax dauert nur kurz

Die US-Arbeitsmarktdaten fallen besser aus als erwartet, die US-Zinswende rückt näher. Der Euro fällt und der Dax knackt zwischendurch die 11.000 Punkte. Doch nach der Wall Street-Eröffnung gibt er Gewinne ab.
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FrankfurtDie US-Wirtschaft hat im Oktober überraschend viele Jobs geschaffen. Die Zahl der neuen Stellen stieg um 271.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington bekanntgab. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 180.000 neuen Jobs gerechnet. Die getrennt ermittelte Arbeitslosenquote fiel um einen Tick auf 5,0 Prozent.

Dax-Anleger stimmen diese Nachrichten mehr als freudig. Der Leitindex legt um 1,38 Prozent oder 150 Punkte zu und knackt die Marke von 11.000 Punkten. Der Euro verlor im Gegenzug mehr als ein Cent gegenüber dem Dollar und fällt bis 15.20 Uhr auf 1,0717 Dollar. Gut eine Stunde später ist die erste Euphorie verflogen. Die Wall Street eröffnet im Minus – und auch der Dax gibt wieder nach. Am Abend schließt der Leitindex 0,9 Prozent fester bei 10.988 Punkten.

Mit den guten Arbeitsmarktzahlen ist es noch wahrscheinlicher geworden, dass die US-Notenbank (Fed) im Dezember zum ersten Mal seit der großen Finanzkrise die Zinsen erhöht und damit einen wichtigen Schritt zur Normalisierung der Geldpolitik wagt.

Ökonomen wie etwa Torsten Slok von der Deutschen Bank hatten im Vorfeld die Erwartung geäußert, dass selbst eine deutlich niedrige Zahl ausreichen würde, um die Fed zu ermutigen. Für die Märkte dürfte der sehr deutliche Anstieg eine Überraschung darstellen. Im Sommer hatten vorübergehend relativ schwache Arbeitsmarktzahlen die Perspektive etwas vernebelt und Ökonomen wie auch Investoren verunsichert.

Fed-Chefin Janet Yellen hatte in dieser Woche bereits bei einer Anhörung vor dem Kongress relativ optimistische Töne angeschlagen und damit die Erwartung einer baldigen Zinserhöhung genährt. Der US-Arbeitsmarkt wäre bereits seit einigen Monaten stark genug, um diesen Schritt zu rechtfertigen.

Allerdings ist die Inflation immer noch sehr niedrig. Nach Lesart der Fed wird aber ein ausreichend starker Arbeitsmarkt auf absehbare Zeit auch die Rate der jährlichen Preissteigerung wieder in die Nähe der gewünschten zwei Prozent bringen.

Yellen hat aber auch klargestellt, dass die Zinsen nach und nach sehr vorsichtig angehoben werden. Im Dezember dürfte die Fed den Leitzins von nahe Null aus um 0,25 Prozentpunkt erhöhen. Weitere Schritte sollten sich nach heutiger Einschätzung in einem ähnlichen Rahmen halten. Die Fed hat immer wieder betont, dass ihre Geldpolitik damit immer noch die US-Wirtschaft unterstützt.

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  • Es könnte ja auch durchause sein, das ganz andere "Mächte" die Hochfrequenzrechner bedient. Ausserbörslich kontrolliert ja niemand irgendwas.
    Dadurch könnte man auch Milliarden verdienen, um Kriege zu finanzier

  • http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/ezb-warnt-die-macht-der-schattenbanken-waechst/12514288.html
    Gegen das was an der Börse ab geht ist VW nichts. Alles läuft über die
    Börse ausserhalb der Handelzeiten ab. Wir hatten auch das Tief im Dax
    nicht im Daxhandel, ebenso nicht das Monats- oder gar das Jahrestief. Diese
    Kurse entstehen dann, wenn der Aktienhandel in Frankfurt geschlossen hat und
    die Aktien nicht mit berechnet werden. WER sorgt dafür das am Montag vor der Börseneröffnung der Dax auf Wochentief abverkauft wird und das nun regelmässig. Das nun eine Notenbank vor dieser
    offensichtlichen "Manipulation" warnt, aber gleichzeitig dafür sorgt, das Ihnen
    das Geld nicht ausgeht ist ungeheuerlich....
    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/euro-laender-notenbank-chefs-geben-draghi-kontra/12552982.html

  • Das Gute ist, dass man schmunzeln kann.
    Mein highlight beim Lesen: Aktien sind Luftbuchungen !

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