Börse Frankfurt
Die „Fed-Party“ ist vorbei

Der Hype um die Anleihekäufe der Fed hat den Dax auf Höchststände getrieben. Die Quittung der Rekordjagd folgte heute. Die Anleger suchten nach neuen Impulsen. Einige realisierten bereits Gewinne.
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FrankfurtDer Trubel um die Federal Reserve scheint vorerst verarbeitet zu sein. Der Dax notierte heute in engen Bahnen. Erst kurz vor Börsenschluss vergrößerte der Leitindex seine Verluste. Am Ende ging er mit einem Minus von 0,2 Prozent auf 8676 Punkte aus dem Handel.

Die zu Ende gehende Handelswoche kann sich dennoch sehen lassen. Am Donnerstag stürmte der Leitindex auf bisher unbekannte Höhen. Bei einem Kurs von 8770 Punkten markierte der Dax sein neues Allzeithoch.

Im Schatten des großen Bruders feierte auch der MDax einen neuen Rekord. Erstmals in seiner Geschichte knackte er die 15.000-Punkte-Marke. Heute musste der Index der mittelgroßen Werte leichte Verluste hinnehmen. Er schloss 0,3 Prozent im Minus auf 15.013 Punkte. Der TecDax hinkte im Vergleich zu den anderen Indizes mit einem Minus von 0,7 Prozent auf 1068 Zähler hinterher.

Der heutige dreifache Verfallstermin am Terminmarkt wurde nicht zum sonst üblichen „Hexensabbat“. Statt für Kursschwankungen sorgte er heute eher für Zurückhaltung. Die Dax-Optionen verfielen bei einem Kurs von 8713 Punkten. Auch im Hinblick auf die am Sonntag stattfindenden Bundestagswahlen hielten viele Anleger ihr Pulver trocken. Frische Impulse werden auch aus Amerika nicht erwartet. Vorbörsliche notieren die US-Börsen kaum verändert.

„Der Markt hat sehr euphorisch reagiert, jetzt ist mit einer kurzfristigen Konsolidierung zu rechnen“, sagte ein Händler. Der Markt brauche nach dem schnellen Anstieg eine Atempause, ergänzte ein anderer Börsianer.

Der Hype über die nicht zu erwartende Entscheidung der US-Notenbank, der bei den Börsen weltweit für Rekordjagden gesorgt hat, steht mittlerweile vereinzelt in der Kritik. „Dass wichtige FOMC-Mitglieder im Vorfeld nicht verbal intervenierten, um die Marktteilnehmer von den QE- Kürzungserwartungen abzubringen, war ein Fehler“, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Helaba in einem Kommentar. „Nun herrscht erhebliche Unsicherheit über den zukünftigen monetären Stimulus, eine erhöhte Volatilität in Abhängigkeit der eingehenden Konjunkturdaten ist zu erwarten.“

Diese Unsicherheit zeigte sich bereits heute. In einem Interview erklärte James Bullard, Chef der Notenbank von St. Louis, dass ein Rückfahren der milliardenschweren Konjunkturhilfen schon im Oktober möglich sei. Am Mittwochwabend hatte die US-Notenbank die Märkte damit überrascht, dass sie genau das nicht getan hat. Börsianer rechnen mit einer Reduzierung erst gegen Ende des Jahres.

Bei den Einzelwerten geriet Adidas unter Beschuss. Der Sportartikelhersteller kann seine eigenen Ziele nicht erreichen. Die Anleger reagierten empört. Sie schickten die Aktien bis zu 5,9 Prozent ins Minus. Zum Nachmittag reduzierte sich das Minus. Am Ende gingen die Aktien mit einem Minus von drei Prozent aus dem Handel.

Der Konzern hat seine Prognose kassiert und dies unter anderem mit Vertriebsproblemen in Russland und Wechselkursbelastungen begründet. Zahlreiche Banken senkten daraufhin ihre Kursziele für die Aktien. Unter ihnen die Commerzbank, die Equinet Bank und Raymond James.

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  • Kann Bullard sich nicht an den Terminplan halten? Seine Rede stand erst um 18:55 an. Warum muss der auch unbedingt vorher mit Bloomberg sprechen, so kann ich nicht arbeiten ;-)

  • logisch. Nach der FED ist vor der FED. Worum soll es denn sonst bei diesen Mondkursen gehen? Die Wirtschaft wird doch damit nicht abgebildet, denn die hängt meilenweit hinterher.

    Zunächst werden wir wieder massiv fallende Kurse erleben, weil das Tapering eben doch kommt. Und auch kommen muss!!!

  • Geht jetzt der ganze Murks wieder von vorne los...?

    St. Louis Fed President James Bullard said the central bank could taper its $85-billion-a-month bond-buying program during its October meeting.

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