Börse Frankfurt
„Die Märkte müssen überdenken, wo sie stehen“

Der Dax schließt wieder unter der 8.000 Punkte-Marke. Unter der Belastung wachsender Volatilität versuchen die Anleger neue Kaufimpulse zu finden. Die können derzeit allerdings nur die Notenbanken liefern.
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FrankfurtDer Dax kämpft um die 8.000 Punkte-Marke. Am Freitag reichte die Kraft nur für ein kurzes Aufbäumen am Morgen aus. Vom Tageshoch bei 8.038 Punkten fiel der Dax dann schnell wieder unter die psychologisch wichtige Marke. Mit der Eröffnung der US-Börsen rutschte er sogar zeitweise über ein Prozent ins Minus. Am Ende musste der Dax einen Abschlag von 0,4 Prozent auf 7.959 Punkte hinnehmen.

Die zweite Reihe machte am Freitag ebenfalls keine gute Figur. Der MDax sowie der TecDax schlossen 0,7 Prozent tiefer auf 13.706 Zähler beziehungsweise 946 Punkte.

Für die negative Kursentwicklung waren Aussagen namhafter Fed-Mitglieder verantwortlich. Jeremy Steiner, Fed-Direktoriumsmitglied, betonte, dass die Fed ihr Anleihekaufprogramm drosseln wird, sollte die US-Arbeitslosenquote auf sieben Prozent sinken. Experten waren in früheren Prognosen noch von einer Quote von 6,5 Prozent ausgegangen. "Je näher wir an unsere Ziele kommen, desto überschaubarer werden die Unsicherheiten in den Bilanzen", sagte Stein in seiner Rede.

Später versuchte der Fed-Präsident von Richmond, Jefferey Lacker, die Lage ein wenig zu beschwichtigen, indem er erklärte, dass die US-Notenbank zwar ihr Engagement zwar reduzieren wird, es komplett beenden wird sie aber nicht. "In den nächsten zwölf Monaten wird das Komitee nur Pace der akkommodierenden Geldpolitik zurückfahren," sagte Lacker.

Bisher belaufen sich die monatlichen Anleihekäufe der Fed auf eine Volumen von 85 Milliarden Dollar.

Die US-Börsen eröffneten mit diesem Gegenwind im Minus. Im späteren Handelsverlauf konnten sie aber ihre Verluste eingrenzen. Der Dow Jones reduzierte sein Minus auf 0,2 Prozent und der S&P 500 auf 0,1 Prozent. Dem Nasdaq gelang 0,3 Prozent sogar der Sprung ins Plus.

"Der Markt muss seine Einschätzung zu Aktien- und Devisenkursen auf wirtschaftliches Wachstum statt auf die Verfügbarkeit billigen Geldes gründen", erkläre Simon Derrick, Chef-Devisenstratege der Bank of New York Mellon, die zwickmühlenartige Lage, in der sich die Anleger derzeit befinden. "Das ist eine grundlegende Verschiebung."

Nach europäischen Börsenschluss (21:30 Uhr MESZ) wird Fed-Präsident San Francisco, John Williams, weitere Indizien zur künftigen Geldpolitik der Notenbank liefern. Im Rahmen der Sonoma Country Economic Conference wird er über die Wirtschaft sowie die Geldpolitik in den USA referieren.

Doch auch wenn der Dax derzeit um die 8.000 Punkte kämpfen muss, auf Wochensicht kann sich der Leitindex klar erholen. Im Vergleich zum Startkurs am Montag notierte der Dax am Freitag knapp vier Prozent fester. "Die Märkte entspannten sich, Sorgen um die Finanzstabilität Chinas und den Kurs der US-Notenbank Fed geraten zunehmend in den Hintergrund", sagte Roger Peeters, Analyst bei Close Brothers Seydler.

Unter den Analysten sind aber auch kritische Stimmen zu hören. "Es war ein hartes Quartal", sagte Wouter Surkenboom, Anlage-Stratege bei Russell Investments. Investitionsentscheidungen würden schwieriger. "Die Märkte müssen überdenken, wo sie stehen." Der Dax erreichte zwar im Mai ein Rekordhoch von 8.558 Punkten. Im Vergleich zum Vorquartal legte er dagegen gerade einmal um 2,2 Prozent zu.

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  • Und wenn ich mich recht erinne, bist Du doch ein 34c-Makler und vertickerst Fonds auf Provisionsbasis an Deine Kunden.

    Das heißt vom Anlegen hast Du ungefähr soviel Ahnung wie Kristina Schröder von guter Familienpolitik, oder?

  • Lo único que da órdenes en esta vida, son los cojones...y tu no tienes?

  • Zur Information: "sieg-fried" und "gil-ruiz" sind ein und dieselbe Person. Ein ewiger Börsen-Loser und daher frustrierter Dauernörgel. Witzfiguren wie sie im Buche stehen. Und daher diesen Troll einfach missachten.

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