Börse Frankfurt
Die verpuffte Euphorie aus den USA

Die Hoffnung auf neue Geldgeschenke durch die US-Regierung entfachte am Freitagmorgen die Kauflust der Anleger. Der Dax konnte den guten Start nicht bestätigen. Sein kleiner Bruder geht derweil auf Rekordjagd.
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FrankfurtDer Start war absolut vielversprechend, der restliche Handelsverlauf eher ernüchternd: Angetrieben von starken Vorzeichen aus den USA legte der Dax im Frühhandel gut los und ließ die Marke von 11.700 Punkten sofort hinter sich. Schnell jedoch büßte der Leitindex Puffer ein – und schloss letztlich mit einem kleinen Plus von 0,2 Prozent bei 11.666 Zählern. Nach der Mittagszeit war der Dax dort verharrt. Auf Wochensicht hat sich der Dax kaum von der Stelle bewegt.

Die Ankündigung des neuen US-Präsidenten Trump, bald etwas „Phänomenales“ in Sachen Steuern zu verkünden, hatte die Börsen weltweit am Donnerstag in die Höhe getrieben. „Donald Trump schaltet die Börsen wieder in den Rally-Modus“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Die US-Börsen schlossen höher und beflügelten die Aktienmärkte weltweit. Ein Börsianer sagte, nach der Sorge um Trumps protektionistische Maßnahmen mache sich Erleichterung breit, dass der US-Präsident nun seinen Fokus wieder auf die Wirtschaft richte.

Darüber, dass Trump bislang Details schuldig geblieben ist, sehen die Anleger Altmann zufolge aktuell gerne hinweg. Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets warnte aber vor überzogenen Erwartungen. „Am Ende werden wir von einem großen Vakuum sprechen, wenn der neue Präsident die Versprechen, die er gibt, nicht hält.“ Die Analysten der Rabobank verwiesen darauf, dass ähnliche Pläne zur Ankurbelung der Konjunktur aus dem Jahr 2004 einer Untersuchung des US-Senats zufolge keine neuen Stellen geschaffen, sondern nur Fusionen befeuert sowie Dividenden, Aktienrückkäufe und Manager-Gehälter in die Höhe getrieben hätten.

Derweil schaffte es der MDax der mittelgroßen Unternehmen auf ein Rekordhoch: Er stieg erstmals über 23.000 Punkte und schloss 0,76 Prozent höher bei 22.029 Punkten. Für den Technologie-Index TecDax ging es um 0,71 Prozent auf 1870 Zähler bergauf – der höchste Stand seit Dezember 2015. Dem Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fehlte nach dem Kurssprung am Vortag die Kraft – er ging 0,2 Prozent tiefer bei 3271 Punkten aus dem Handel.

In der ersten Börsenliga gewannen Papiere des Baustoffkonzerns HeidelbergCement dank einer neuen Kaufempfehlung der Privatbank Berenberg 1,86 Prozent – damit gehörten sie zu den besten Dax-Werten. In der Spitze ging es um drei Prozent hoch.

Bei Thyssen-Krupp gab es bezüglich der Fusionsgespräche mit Tata noch keinen neuen Stand. Die Meinungen von Experten gehen auseinander: Manche erwarten eine Fusion noch in diesem Jahr, andere wiederum bezweifeln die Umsetzung allgemein. Die Papiere des Konzerns setzten sich mit einem Zuwachs von 2,5 Prozent an die Dax-Spitze. Dagegen setzten die Aktien von Schlusslicht Commerzbank Abschlägen von 2,2 Prozent ihre Talfahrt fort. Am Donnerstag hatte das Geldinstitut die Anleger mit seinen Jahreszahlen nicht überzeugen können.

In der Autobranche sorgten Rekordergebnisse des französischen Herstellers Renault für gute Stimmung. Renault legten in Paris bis zu 2,5 Prozent zu, Volkswagen und Continental gehörten mit einem Plus von jeweils rund einem Prozent zu den größten Dax-Gewinnern.

Im SDax-Index mit geringer kapitalisierten Unternehmen setzten Puma-Papiere ihren zuletzt guten Lauf fort: Erstmals seit Ende 2007 sprangen sie über die 300-Euro-Marke. Zuletzt notierten sie noch 6,4 Prozent höher bei 299 Euro. Bereits am Donnerstag hatten gute Geschäftszahlen des Sportartikelherstellers für neuen Schwung gesorgt. Nun gibt es wieder Spekulationen über einen Ausstieg des französischen Luxusgüterherstellers und Mutterkonzerns Kering.

Frisches Kapital in Millionenhöhe und der neue Investor Novo A/S machten Evotec zum Anleger-Magneten: Die vorher wochenlang schwächelnden Anteilsscheine des Biotechnologieunternehmens schossen mit einem Aufschlag von 9,14 Prozent an die TecDax-Spitze.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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