Börse Frankfurt
Draghi sorgt für Wirbel an den Börsen

Die EZB hat einmal mehr die Börsen im Griff. Vor allem Mario Draghis Aussagen zur Geldpolitik ließen die Aktienmärkte springen. Der Dax schließt nach einer wilden Achterbahnfahrt über der 9600-Punkte-Marke.
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FrankfurtEigentlich startet der Handel an der Frankfurter Börse um 9:00 Uhr morgens. Heute allerdings hätte man meinen können, das er um 13:45 Uhr beginnt. Verantwortlich für den „verspäteten“ Handel war die Europäische Zentralbank. Die hatte zwar den Leitzins nicht angetastet – und das wurde von einem Großteil der Anleger auch erwartet – doch auf der Pressekonferenz ließ sich EZB-Präsident Mario Draghi die eine oder andere Neuigkeit entlocken.

An der Börse in Frankfurt sah das dann folgendermaßen aus: Guter Start, wildes Auf und Ab am frühen Nachmittag, zeitweise ein Sturz unter die 9500-Punkte-Marke und danach der Marsch über die 9600 Punkte. Am Ende schloss der Dax mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 9607 Punkte.

Während im Dax ein nervöses Hin und Her herrschte, blieb man in der zweiten Börsenliga besonnener. Weder der MDax noch der TecDax ließen sich von Draghis Ankündigungen beirren. Der MDax verteidigte seine Gewinne und ging mit einem Plus von 1,6 Prozent auf 16.294 Punkten aus dem Handel. Der TecDax schloss 0,2 Prozent fester auf 1229 Zähler.

Der Devisenmarkt wiederum ließ sich klar von der EZB-Pressekonferenz beeinflussen. Der Euro stieg zunächst auf fast 1,40 Dollar, stürzte aber genauso schnell wieder auf 1,3862 Dollar ab.

Doch was hat Mario Draghi gesagt und warum hat der Dax und der Euro so heftig darauf reagiert?

Die europäische Gemeinschaftswährung reagierte vor allem auf folgende Aussage: „Wir haben über den Wechselkurs diskutiert. (...) Er ist sehr wichtig für Preisstabilität und Wachstum. Ein Anziehen des Wechselkurses ist angesichts der niedrigen Inflation ein Grund zur ernsthaften Sorge.“ Im Anschluss rutschte der Euro ins Minus.

Auf die Dax-Anleger wirkten sich besonders diese Sätze aus: „Wir werden die wirtschaftlichen Entwicklungen und die Geldmärkte genau beobachten. Die Geldpolitik wird die Konjunktur weiter deutlich unterstützen, und wir werden notfalls schnell mit einer weiteren geldpolitischen Lockerung reagieren.“ Weiter hieß es: „Es besteht Übereinstimmung zu handeln – aber erst, nachdem wir die Stabprojektionen Anfang Juni gesehen haben.“ Der Dax, der bis dahin ins Negative gerutscht war, schoss danach bis zu 1,1 Prozent ins Plus.

Abseits des Notenbankgeschehens spielte heute vor allem China eine wichtige Rolle für die Finanzmärkte. Entgegen der Erwartungen der Analysten entwickelten sich die Exportzahlen in eine positive Richtung. Statt um 1,7 Prozent zu sinken, stiegen diese überraschend um 0,9 Prozent. „Die weltweite Konjunktur ist in guter Verfassung und die Anleger kaufen im Vorgriff auf eine Erholung der Ergebnisse in Europa“, sagte Dirk Thiels von KBC Asset Management.

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  • Lord Draghila ist in Topform. Danke, EZB.

  • Welcher Type behauptet wir hätten Deflation?
    Habe gerade meine Zahlen für 2013 bekommen.
    Heizungskosten: Zuschlag ca. 9,8% deflationär?
    Stromkosten: Zuschlag ca. 9,1% "
    Wasser+Abwasser: Zuschlag ca. 5,5% "
    Hinweis: Kein Mehrverbrauch!!
    Leider bin ich nur Ottonormalverbraucher und kann daher nicht entscheiden was deflationär ist.

  • Voilá...erster Tiefschlaf. Draghi wie erwartet!

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