Börse Frankfurt

Dubais Krise wirft Dax zurück

Im Sog der Dubai-Krise musste der Dax heute die heftigsten Kursverluste seit Wochen hinnehmen. Vorsichtige Anleger fürchten sich vor einer Rückkehr der Finanzkrise. Bis zum Börsenschluss verliert der Leitindex mehr als drei Prozent. Vor allem Banken- und Autowerte stürzen ab.
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Aktienhändler in Frankfurt: Dubai besorgt die Anleger. Quelle: dpa

Aktienhändler in Frankfurt: Dubai besorgt die Anleger.

(Foto: dpa)

HB FRANKFURT. Die Nachrichten aus Dubai schockieren die Anleger: Sorgen um die Finanzkraft des arabischen Emirats Dubai haben den deutschen Aktienmarkt tief in die Verlustzone gedrückt. Der Dax sackte um 3,25 Prozent auf 5 614 Punkte ab und erlitt damit die heftigsten Kursverluste seit Wochen. Auch die anderen Indizes mussten kräftig Federn lassen: Der MDax fiel um 3,72 Prozent auf 7 061 Punkte und der TecDax verlor 2,90 Prozent auf 768 Zähler. Im Dax stieg das Handelsvolumen auf 120,2 (Mittwoch: 97) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf 3,4 (2,6) Milliarden Euro. Die US-Börsen bleiben wegen des Feiertags "Thanksgiving" heute geschlossen.

Dubai hatte am Mittwochnachmittag um Zahlungsaufschub für zwei Staatskonzerne gebeten, die unter anderem Bauherren der berühmten Insel in Palmenform vor der Küste des Teilstaats der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind. "Bei einigen Anlegern herrscht offenbar die Furcht, dass die Araber ihre Aktienpositionen auflösen, um sich Liquidität zu beschaffen", sagte ein Händler. "Man fragt sich, was noch kommen kann", sagte ein anderer Börsianer.

"Die Nachrichten aus Dubai sind heute morgen wie aus heiterem Himmel gekommen", sagte Händler Norbert Empting von der Schnigge Wertpapierhandelsbank. "Sie haben uns die Finanzkrise wieder in Erinnerung gerufen, die wir schon zur Seite geschoben hatten." Entsprechend schlecht sei die Stimmung am verunsicherten Markt, de wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen sei. Empting warnte davor, die Tragweite dieser Nachrichten zu unterschätzen: "Dubai hat bisher als eine der ersten Adressen gegolten - jetzt kommen alle Unternehmen wie etwa Daimler und Porsche ins Gespräch, bei denen es Beteiligungen aus Nahost gibt."

Zu den größten Verlierern zählen die Finanzwerte und die Papiere von Unternehmen, an denen Investoren aus den Vereinigten arabischen Emiraten und anderen arabischen Ländern beteiligt sind. Aus Furcht vor Ausfällen von Engagements in den Golfstaaten standen Bankaktien auf den Verkaufszetteln ganz oben. Der europäische Stoxx-Branchenindex büßte fünf Prozent ein. In Zürich verloren die Papiere der UBS, bei denen sich ein bislang geheim gehaltener Investor aus dem arabischen Raum eingekauft hatte, 4,7 Prozent. Die Papiere des Konkurrenten Credit Suisse verloren 5,4 Prozent. An Credit Suisse ist das Emirat Katar beteiligt, das allerdings nicht zu den VAE gehört. In Frankfurt fielen die Aktien der Deutschen Bank um 6,4 Prozent und waren damit Dax-Schlusslicht.

Einer mit der Angelegenheit vertrauten Person zufolge ist das Institut allerdings bei dem in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Unternehmen Dubai World nicht engagiert. Commerzbank-Aktien, die bereits am Mittwoch zu den schwächsten Dax-Werten gezählt hatten, gaben 3,9 Prozent nach. Auch die Aktien britischer Großbanken kamen unter die Räder: Barclays, HSBC und Royal Bank of Scotland stürzten bis zu acht Prozent ab.

Unter Druck standen auch die Papiere von deutschen Autobauern mit arabischen Anteilseignern. Besonders hart traf es die Vorzugsaktien von Porsche: Sie brachen fünf Prozent ein. Katar hält zehn Prozent der Stammaktien des Zuffenhausener Sportwagenbauers. Außerdem ist das Emirat mit rund sieben Prozent an der künftigen Porsche-Mutter Volkswagen beteiligt. Dieser Anteil soll auf bis zu 17 Prozent ausgebaut werden. Die Stämme und die Vorzüge des Wolfsburger Konzerns rutschten jeweils mehr als sechs Prozent ab. Die Papiere von Daimler verbuchten ein Minus 4,5 Prozent.

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