Börse Frankfurt
Durchschnaufen nach der Rally

Nach dem Kursfeuerwerk der vergangenen Woche bleibt der Dax am Montag eher glanzlos. Gestützt durch positive Zahlen zum Geschäftsklima verharrt er bei der Marke von 10.800 Punkten. RWE führt in der Gewinnerliste.

FrankfurtNach den zuletzt hohen Kursgewinnen haben die europäischen Aktienanleger am Montag eine Verschnaufpause eingelegt. Der Dax schloss mit 10.801,34 Punkten minimal - knapp sieben Punkte - im Plus. Der EuroStoxx verlor 0,3 Prozent. Vor der Sitzung des Offenmarktausschusses am Dienstag und Mittwoch hielten sich die meisten Anleger zurück - entsprechend gering seien die Umsätze. Seit Monatsbeginn haben die Börsen kräftig zugelegt, da haben wir uns eine kleine Pause verdient, sagte ein Händler.

In der vergangenen Woche hatten die Andeutungen weiterer Geldspritzen durch die EZB und eine überraschende Leitzinssenkung in China den Dax um fast sieben Prozent und den Euro-Stoxx um fast fünf Prozent in die Höhe schießenlassen. Seit Anfang Oktober haben beide Indizes mehr als zehn Prozent an Boden gutgemacht.

Noch im dritten Quartal hatten die Sorgen um das Wachstum in China und der der VW-Skandal den Dax um fast zwölf und den EuroStoxx um 9,5 Prozent ins Minus gedrückt. „Die Stimmung ist insgesamt wieder positiver“, sagte ein Börsianer. Auch der Ifo-Geschäftsklima-Index war im Oktober weniger stark als befürchtet gesunken.

Allerdings lastet Händlern zufolge die Unsicherheit über die künftige US-Geldpolitik auf den Märkten. Für diese Woche rechnet kaum jemand mit der ersten Zinserhöhung seit 2006. Doch erhoffen sich die Anleger klare Hinweise darauf, wann die Fed denn nun die Geldflut etwas eindämmen wird - schon im Dezember oder doch erst im nächsten Jahr. Am Devisenmarkt dürfte dies den Euro weiter unter Druck halten. Die Gemeinschaftswährung notierte am Montag meist klar über 1,10 Dollar.

Im Dax führten RWE mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent die Gewinnerliste an. Eine Vereinbarung des Bundeswirtschaftsministeriums mit RWE, Vattenfall und Mibrag sieht für die kommenden Jahre eine schrittweise Stilllegung von Braunkohle-Kraftwerksblöcke vor, für die die Betreiber im Schnitt 230 Millionen Euro im Jahr erhalten. Anleger hatten befürchtet, dass die Versorger auf eine größere Kompensationszahlung verzichten müssen“, sagte ein Händler. Mit einem Minus von 1,4 Prozent zählten die Aktien der Deutschen Bank zu den Dax-Schlusslichtern. Die Geldwäsche-Affäre des Instituts in Russland zieht einem Zeitungsbericht zufolge weitere Kreise.

Die Aktien von MTU stiegen im MDax um 1,8 Prozent. Der Triebwerksbauer hatte den Umsatz in den ersten neun Monaten des Jahres kräftig gesteigert. Im TecDax brachen die Aktien von Dialog Semiconductor um rund 20 Prozent auf 32,41 Euro ein. Der Chiphersteller hatte im dritten Quartal zwar kräftig zulegen können. Analysten hatten im Schnitt aber mit mehr gerechnet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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