Börse Frankfurt
Ein Happy End für den Dax

Nachrichten über eine weitere Kapitalisierung von Banken haben heute für ein Kursfeuerwerk bei Finanztiteln gesorgt. Edelmetalle - allen voran Gold und Silber - verzeichneten deutliche Verluste.
  • 59

FrankfurtDie Europäer verstärken vor einer weiteren Milliardenspritze für Griechenland ihren Druck auf die Regierung in Athen. EU-Währungskommissar Olli Rehn ließ am Montag in Brüssel von seinem Sprecher erklären, für Griechenland sei der „Augenblick der Wahrheit“ gekommen. Rehn weiter: „Das ist die letzte Chance, den Zusammenbruch seiner Wirtschaft zu verhindern - die Kriterien müssen vollständig erfüllt sein, bevor die Mittel verfügbar sind.“ Die Regierung in Athen hat nur noch Geld für wenige Tage - ohne die nächste Kapitalhilfe von acht Milliarden Euro ist das Land pleite.

Unterdessen schnellten Bank-Aktien an den europäischen Börsen in die Höhe: Händler reagierten auf Gerüchte über mögliche Finanzspritzen für Geldhäuser. Die Finanztitel zogen den Dax nach oben: er gewann 2,87 Prozent und ging mit 5.345,56 Punkten aus dem Handel.

Die Lage wird dennoch dramatisch - auch deshalb, weil sich die Auszahlung der neuen Kredittranche verzögern dürfte. Rehns Sprecher sagte, die Euro-Finanzminister würden aller Voraussicht nach nicht bei ihrer nächsten Sitzung am 3. Oktober in Luxemburg darüber entscheiden. Schon vor der Auszahlung der fünften Tranche im Juli hatte es eine wochenlange Zitterpartie gegeben.

Vor einem Beschluss müsse erst der Bericht der sogenannten Troika von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) über die Fortschritte Athens bei der Budgetsanierung vorliegen. Bisher sei aber immer noch nicht klar, wann genau die Missionschefs von Kommission, IWF und EZB nach Athen zurückkehrten: „Wir erwarten, dass dies sehr bald sein wird. Die Arbeit geht voran“, sagte der Sprecher.

Rettungsschirm könnte deutsche Bonität gefährden

Bei einer Stärkung des Euro-Rettungsschirms könnte nach Einschätzung von Standard & Poor's unter Umständen auch Deutschland ins Visier der Ratingagentur geraten. Die verschiedenen Alternativen zur Reform des Rettungsschirms EFSF könnten sich auf die Kreditwürdigkeit in unterschiedlicher Weise auswirken, sagte S&P-Experte David Beers am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Dies könne sich auch in führenden Euro-Zonen-Ländern wie Deutschland oder Frankreich bemerkbar machen. S&P-Experte Beers warnte Deutschland, die eigene Wirtschaftskraft nicht zu überschätzen.

Der EFSF soll nach einem Beschluss der Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone aufgestockt und mit neuen Instrumenten zur Stützung überschuldeter Euro-Länder ausgestattet werden. Künftig sollen 440 Milliarden Euro an Kreditgarantien für angeschlagene Euro-Länder zur Verfügung stehen, bisher sind es rund 250 Milliarden Euro. Die Staatsgarantien steigen dafür auf rund 780 von bisher 440 Milliarden Euro. Der Anteil Deutschlands daran soll auf 211 Milliarden von bislang 123 Milliarden Euro erhöht werden.

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Ein Happy End für den Dax"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wird wohl eher Morgen mit den 5200 wenn der GfK-Konsumklima Index Oktober kommt, wovon ich nichts gutes erwarte..

  • ich lehne mich mal aus dem Fenster und denke dass wir heute noch knapp die 5200 (Schluss Freitag) sehe!

  • der dax - wie gewonne so zerronnen ;-)

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%