Börse Frankfurt
Ein mauer Tag für den Dax

Auch der Donnerstag hielt sich die Kauflust der deutschen Aktienanleger sehr in Grenzen. Sie warten ab, wie die Notenbankkonferenz im US-amerikanischen Jackson Hole verläuft und richten ihren Blick auf den Euro-Kurs.
  • 1

FrankfurtUnmittelbar vor dem alljährlichen Notenbanker-Gipfel in Jackson Hole fassen Anleger Aktien nur mit spitzen Fingern an. „Zwar ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass das Treffen zu einer Gefahr für die Aktienmärkte wird“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. „Aber der Blick gilt vor allem dem Euro.“ Jede Andeutung einer Drosselung der Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) könnte den Kurs der Gemeinschaftswährung weiter in die Höhe treiben.

Der Dax schloss am Donnerstag bei dünnen Umsätzen 0,05 Prozent im Plus bei 12.195 Punkten. Der EuroStoxx legte um 0,3 Prozent auf 3.448 Punkte ebenfalls minimal zu. Der MDax gab um 0,7 Prozent auf 24.742 Punkte nach und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,4 Prozent auf 2.259 Zähler.

Der Euro kostete 1,1784 Dollar - rund zwölf Prozent mehr als zum Jahreswechsel. Diese Aufwertung bremse das Wachstum, sagte Ronan Carr, Anlagestratege für Europa bei der Bank of America Merrill Lynch. „Wir befinden uns am Scheideweg, da einige Konjunkturindikatoren ihren Höhepunkt offenbar erreicht haben.“

Daneben hallte die jüngsten Drohung des US-Präsidenten Donald Trump nach, einen Stilltand der öffentlichen Verwaltung zu riskieren, falls der Kongress keine Mittel zum Bau der Mauer an der Grenze zu Mexiko freigibt. „Damit erschwert Trump die ohnehin schon schwierigen Verhandlungen bezüglich der Anhebung der Schuldengrenze“, sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Sollte diese nicht angehoben werden, drohten Zahlungsausfälle, was für den Finanzmarkt viel weitreichendere Konsequenzen hätte.

Bei den Aktienwerten sorgte der 34-prozentige Kurssturz von Dixons Carphone für Aufsehen. Wegen eines schwächelnden Handy-Absatzes auf dem Heimatmarkt stellte der britische Elektronik-Händler für das Gesamtjahr einen Vorsteuergewinn von umgerechnet 391 bis 477 Millionen Euro in Aussicht. Von Reuters befragte Analysten hatten bislang mit 537 Millionen Euro gerechnet.

Im deutschen Nebenwerte-Index MDax waren die Titel von Steinhoff zeitweise um fast 14 Prozent auf ein Rekordtief von 3,65 Euro gefallen. Aus dem Handel gingen die Papiere schließlich mit einem Minus von gut zehn Prozent beim Kurs von 3,80 Euro. Dem „Manager Magazin“ zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Chef des Betreibers der „Poco“-Möbelhäuser wegen mutmaßlicher Bilanzfälschung. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte sich zunächst nicht äußern. Steinhoff war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Gefragt waren dagegen die Papiere von Schoeller-Bleckmann, die sich an der Wiener Börse um sieben Prozent verteuerten. Der österreichische Ölindustrie-Dienstleister steigerte den Umsatz kräftig und kehrte nach zwei Jahren operativ in die schwarzen Zahlen zurück. Die Sparte Ölfeld-Ausrüstung habe mit einer Gewinnmarge von 18 Prozent positiv überrascht, urteilte Analyst Christian Obst von der Baader Helvea Bank. Wegen des schwächelnden Dienstleistungsgeschäfts biete sich auf Konzernebene allerdings ein gemischtes Bild.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Ein mauer Tag für den Dax"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Intelligenz INVESTIERT IM DOW JONES und nicht mehr egal wo in Europa !!!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%