Börse Frankfurt
Einmal 9000 und zurück

Endlich hat der Dax nach der Rally vergangener Wochen die psychologisch wichtige Marke von 9000 Punkten geknackt. Doch lang hielt er nicht durch und gab nach. Am Ende des Handels schloss er knapp über Vortagsniveau.
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FrankfurtNach einem schwachen Handelsbeginn hatte sich der deutsche Leitindex wieder ins Plus gekämpft und schaffte am frühen Nachmittag sogar den Sprung über die Marke von 9000 Punkten. Mit 9010 Punkten markierte er ein neues Allzeithoch. Gleich danach drückten Gewinnmitnahmen den Kurs aber wieder abwärts und er dotierte zum Handelsschluss bei 8985 Zählern, was ein leichtes Plus von 0,1 Prozent bedeutet.

In der zweiten Reihe kam es ebenfalls nur zu leichten Kursänderungen: Die Nebenwerte im MDax schlossen im zarten Plus von 0,1 Prozent bei 15.860 Punkten, der TecDax gab um 0,1 Prozent nach und beendete die Woche bei 1119 Punkten.

Die Wall Street zeigte sich durchaus stabil: Der Dow Jones legte 0,1 Prozent zu und lag bei 15.530 Punkten, der weitergefasste S&P 500 bei 1755, was ein Plus von 0,2 Prozent bedeutet. Der Technologie-Index Nasdaq 100 konnte sogar um 0,7 Prozent auf 3.386 Zähler wachsen. Aber dem Dax half das nicht, die magische Marke noch einmal zu erreichen, geschweige denn zu halten. Er zeigte sich unbeeindruckt und gab etwas nach.

Von einem Rekord zum nächsten - seit Wochen legt der Dax eine Rally hin. Seit Jahresbeginn wuchs die deutsche Benchmark um ganze 18 Prozent. „Die Investoren wollen die 10.000 sehen“, sagte Tobias Basse, Analyst von der NordLB.

Schon in den nächsten drei bis sechs Monaten könnte sich der Leitindex 25 Jahre nach seinem Start der magischen Zahl nähern, prognostiziert der Stratege. „Viele Anleger sind noch nicht auf den Zug aufgesprungen und kommen jetzt in Zugzwang, das sollte die Kurse weiter nach oben treiben“, prognostizierte Carsten Klude, Stratege bei MM Warburg.

Analysten machten die positiven Konjunkturdaten aus China und die weiterhin ultralockere Geldpolitik der US-amerikanischen Notenbank Fed für die zuletzt nur in eine Richtung gehende Performance verantwortlich: „Die US-Notenbank Fed flutet die Märkte weiter mit Geld und die globale Konjunktur belebt sich, daher spricht vieles dafür, dass die Rally weitergeht“, weiß Jörg Rahn, Analyst bei Marcard, Stein & Co.

Am Morgen blickten die Aktionäre auf Daten aus der deutschen Wirtschaft: Die Stimmung in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober überraschend eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel von 107,7 Punkte auf 107,4 Zähler im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut am Vormittag mitteilte.

Davor war das Barometer fünf Monate in Folge gestiegen. Ökonomen erwarteten einen robusten Anstieg des Index' auf 108 Zählern nach zuvor 107,7. Die rund 7000 befragten Manager schätzten sowohl ihre Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter ein als zuletzt.

Aber allzu dramatisch bewerten die Ökonomen den Indexrückgang nicht. So sagte Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KFW, dass die Korrektur absehbar gewesen sei: „Die politischen Turbulenzen in den USA und Italien dürften auf die Stimmung geschlagen haben.

Dennoch sei der Aufwärtstrend weiter intakt, Deutschland bleibe auf Erholungskurs. „Ein Wachstum von zwei Prozent im nächsten Jahr bleibt in Reichweite.“ Sorgen mache ihm jedoch der zunehmend starke Euro, der die Stabilisierung in Europa zurückwerfen könne. Den Dax beeinflusste der Geschäftsklima-Index aber nicht großartig, er gab nur etwas nach.

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  • Der Einstieg mit zig Milliarden an billigen Zentralbankgeld in diese Vergnügungsfahrt der Titanik ist leicht. Aber können all die Zocker von Goldman Sachs bis DB auch wieder Aussteigen?

  • DAX 9000? Einfach lächerlich...
    Im Dezember 1923 stand der deutsche Aktienindex bei 26.890.000.000.000,00 Punkten (ausgehend von 200,00 Punkten im Februar 1920).
    DAS nenne ich eine spektakuläre Perfomance. Da ist also noch GEWALTIG LUFT NACH OBEN.
    Mal sehen, wie weit man die Blase bei diesem Crack-Up-Boom aufblasen kann.
    Wenn man bedenkt, dass sich das Volumen der Güterproduktion der Industriestaaten in den letzten 30 Jahren vervierfacht hat, aber das Geld- und Kreditvolumen vervierzigfacht hat, dann haben wir eine wunderschön gigantische Menge an Scheinvermögen, die wieder vernichtet werden möchte...
    https://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophenhausse

  • So,jetzt Xetraschluß, und denkt daran,um 08:00 Uhr gibt es immer die besten Kurse,war auch am Donnerstag so.

    Und sollte es jetzt ausserbörslich ein neues High geben,daran denken, das muss 100% dann am Montag innerbörslich bestätigt werden.
    Denn Geld macht Geld.
    Und ausgeknockt macht Kasse froh.

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