Börse Frankfurt

Einmal 9000 und zurück

Endlich hat der Dax nach der Rally vergangener Wochen die psychologisch wichtige Marke von 9000 Punkten geknackt. Doch lang hielt er nicht durch und gab nach. Am Ende des Handels schloss er knapp über Vortagsniveau.
Update: 25.10.2013 - 18:09 Uhr 44 Kommentare
Breites Grinsen in Frankfurt: Der Dax kanckte am Nachmittag die 9000er Marke und befindet sich nun auf seinem Allzeithoch. Quelle: Reuters

Breites Grinsen in Frankfurt: Der Dax kanckte am Nachmittag die 9000er Marke und befindet sich nun auf seinem Allzeithoch.

(Foto: Reuters)

FrankfurtNach einem schwachen Handelsbeginn hatte sich der deutsche Leitindex wieder ins Plus gekämpft und schaffte am frühen Nachmittag sogar den Sprung über die Marke von 9000 Punkten. Mit 9010 Punkten markierte er ein neues Allzeithoch. Gleich danach drückten Gewinnmitnahmen den Kurs aber wieder abwärts und er dotierte zum Handelsschluss bei 8985 Zählern, was ein leichtes Plus von 0,1 Prozent bedeutet.

In der zweiten Reihe kam es ebenfalls nur zu leichten Kursänderungen: Die Nebenwerte im MDax schlossen im zarten Plus von 0,1 Prozent bei 15.860 Punkten, der TecDax gab um 0,1 Prozent nach und beendete die Woche bei 1119 Punkten.

Die Wall Street zeigte sich durchaus stabil: Der Dow Jones legte 0,1 Prozent zu und lag bei 15.530 Punkten, der weitergefasste S&P 500 bei 1755, was ein Plus von 0,2 Prozent bedeutet. Der Technologie-Index Nasdaq 100 konnte sogar um 0,7 Prozent auf 3.386 Zähler wachsen. Aber dem Dax half das nicht, die magische Marke noch einmal zu erreichen, geschweige denn zu halten. Er zeigte sich unbeeindruckt und gab etwas nach.

Von einem Rekord zum nächsten - seit Wochen legt der Dax eine Rally hin. Seit Jahresbeginn wuchs die deutsche Benchmark um ganze 18 Prozent. „Die Investoren wollen die 10.000 sehen“, sagte Tobias Basse, Analyst von der NordLB.

Schon in den nächsten drei bis sechs Monaten könnte sich der Leitindex 25 Jahre nach seinem Start der magischen Zahl nähern, prognostiziert der Stratege. „Viele Anleger sind noch nicht auf den Zug aufgesprungen und kommen jetzt in Zugzwang, das sollte die Kurse weiter nach oben treiben“, prognostizierte Carsten Klude, Stratege bei MM Warburg.

Analysten machten die positiven Konjunkturdaten aus China und die weiterhin ultralockere Geldpolitik der US-amerikanischen Notenbank Fed für die zuletzt nur in eine Richtung gehende Performance verantwortlich: „Die US-Notenbank Fed flutet die Märkte weiter mit Geld und die globale Konjunktur belebt sich, daher spricht vieles dafür, dass die Rally weitergeht“, weiß Jörg Rahn, Analyst bei Marcard, Stein & Co.

Am Morgen blickten die Aktionäre auf Daten aus der deutschen Wirtschaft: Die Stimmung in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober überraschend eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel von 107,7 Punkte auf 107,4 Zähler im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut am Vormittag mitteilte.

Davor war das Barometer fünf Monate in Folge gestiegen. Ökonomen erwarteten einen robusten Anstieg des Index' auf 108 Zählern nach zuvor 107,7. Die rund 7000 befragten Manager schätzten sowohl ihre Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter ein als zuletzt.

Aber allzu dramatisch bewerten die Ökonomen den Indexrückgang nicht. So sagte Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KFW, dass die Korrektur absehbar gewesen sei: „Die politischen Turbulenzen in den USA und Italien dürften auf die Stimmung geschlagen haben.

Dennoch sei der Aufwärtstrend weiter intakt, Deutschland bleibe auf Erholungskurs. „Ein Wachstum von zwei Prozent im nächsten Jahr bleibt in Reichweite.“ Sorgen mache ihm jedoch der zunehmend starke Euro, der die Stabilisierung in Europa zurückwerfen könne. Den Dax beeinflusste der Geschäftsklima-Index aber nicht großartig, er gab nur etwas nach.

Telekom und Lufthansa größte Verlierer im Dax
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Börse Frankfurt - Einmal 9000 und zurück

44 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Einmal 9000 und zurück"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der Einstieg mit zig Milliarden an billigen Zentralbankgeld in diese Vergnügungsfahrt der Titanik ist leicht. Aber können all die Zocker von Goldman Sachs bis DB auch wieder Aussteigen?

  • DAX 9000? Einfach lächerlich...
    Im Dezember 1923 stand der deutsche Aktienindex bei 26.890.000.000.000,00 Punkten (ausgehend von 200,00 Punkten im Februar 1920).
    DAS nenne ich eine spektakuläre Perfomance. Da ist also noch GEWALTIG LUFT NACH OBEN.
    Mal sehen, wie weit man die Blase bei diesem Crack-Up-Boom aufblasen kann.
    Wenn man bedenkt, dass sich das Volumen der Güterproduktion der Industriestaaten in den letzten 30 Jahren vervierfacht hat, aber das Geld- und Kreditvolumen vervierzigfacht hat, dann haben wir eine wunderschön gigantische Menge an Scheinvermögen, die wieder vernichtet werden möchte...
    https://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophenhausse

  • So,jetzt Xetraschluß, und denkt daran,um 08:00 Uhr gibt es immer die besten Kurse,war auch am Donnerstag so.

    Und sollte es jetzt ausserbörslich ein neues High geben,daran denken, das muss 100% dann am Montag innerbörslich bestätigt werden.
    Denn Geld macht Geld.
    Und ausgeknockt macht Kasse froh.

  • Einfacher geht es nicht mehr. Kurz vor Xetraschluss wieder im UP Modus. Puten lohnen sich nicht mehr. Mal sehen ob man Montag neue Schnäppchen findet. Vor Xetrahandel Tagestief und nach Xetraschluss Tageshoch. Computer arbeiten wie immer sehr gut

  • Ich hatte ja gestern schon gesagt, vor 22:00 Uhr kann man immer billig Dax-Calls kaufen.
    Dann noch zu beachten das ausserbörsliche Tages-High und LOw.
    Das muss dann immer am nächsten Tag innerbörslich bestätigt werden.
    War gestern auch so, was konnte man so schön billig vor 22:00 Uhr kaufen.

  • Wird Zeit das sie jetzt wieder hochziehen, gleich Xetraschluss. Montag öffnet das Casino wieder, bleibt abzuwarten ob mit Daxhöchstkurs oder Tiefstkurs. Um 8 Uhr gibt es die besten Kurse. Vielleicht schaffen sie es bis 17.30 Uhr noch einmal auf 9000, dann zocke ich heute sogar Puten nach Handelsschluss

  • Sie sollten sich ein differenzierteres Bild über die Kapitalmärkte, die Wirtschaft, die Politik und den Investoren verschaffen. Nicht zu vergessen, Sie selbst als einer dejenigen der davon sehr profitiert.
    Auch Sie haben sicher ein halbwegs sicheres Leben wegen eines halbwegs sicheren Gehalts. Das kommt ja sicher irgendwo her. Wertschöpfung durch den Faktor Arbeit. Aber auch durch den Faktor Kapital.
    Dann wird auch schnell klarer, dass das so schlecht wohl gar nicht läuft.
    Mit pauschalen Endzeitmeinungen einer Geldvernichtung via Börse oder moralisch gesunkenen Gesellschaften kommen wir nicht weiter.
    Oder wars früher besser und gerechter? Da habe ich dann wohl was verpasst.

  • Ja is schon wieder 2000?

    P/E's von

    AMZN (1300)
    NFLX (280)
    FB (200)
    UPS (110)
    usw., usw.

    und das bei bestenfalls Nullwachstum.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • "neuen Finanzcrash"

    vor allem bei den Anleihen haben wir eine riesige Blase.

    Dagegen sind Aktien super sicher...

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%