Börse Frankfurt: Einmal Dax 8.000 und zurück

Börse Frankfurt
Einmal Dax 8.000 und zurück

Der Leitindex hat erstmals seit fünf Jahren den Sprung über die 8.000er Marke geschafft. Die US-Arbeitsmarktzahlen fielen überraschend gut aus – für Börsianer nicht unbedingt eine gute Nachricht. Der Dax fiel zurück.
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FrankfurtDer Dax hat es am Freitag zeitweise über 8.000 Punkte geschafft. Am Nachmittag half der besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht dem Index sogar kurzzeitig auf 8.015 Punkte. Doch kurz danach büßte der Dax einen Teil der Gewinne wieder ein und schloss mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 7.986 Punkten – dem höchsten Schlusskurs seit Dezember 2007. Auf Wochensicht hat der Dax rund 3,5 Prozent gewonnen.

Derzeit hängt an den Märkten alles von der Geldschwemme der Notenbanken ab. „Mit so viel Unterstützung von Seiten der Zentralbanken ist der Weg nach oben frei“, sagte Jawaid Afsar vom Brokerhaus SecurEquity. „Der Anstieg des Dax auf ein Rekordhoch ist nur eine Frage des ‚Wann‘ und nicht des ‚Ob‘“, sagt Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank.

Auch für die Analysten von MM Warburg ist ein Ende des Dax-Höhenfluges vorerst nicht in Sicht. „Historisch gesehen sind deutsche Aktien immer noch preiswert.“ Schließlich liege das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) der 30 Dax-Unternehmen derzeit bei gerade einmal 10,7. Das bedeutet, dass der Aktienkurs den Gewinn je Aktie um das 10,7-fache übersteigt. Im langjährigen Durchschnitt erreichen die Dax-Firmen ein KGV von 15. Als der Dax im Zuge der Internet-Blase erstmals die 8000er Marke übersprang, habe das KGV bei rund 30 gelegen, fügten die MM Warburg-Experten hinzu.

Einige Börsianer mahnten allerdings zur Vorsicht. „Die Anleger verschließen momentan anscheinend die Augen vor der Wirklichkeit“, sagte Händler Stefan Chmielewski von Lang & Schwarz mit Blick auf die anhaltenden Schuldenprobleme in der Euro-Zone und den USA. Letztlich sei es vor allem die Alternativlosigkeit, die Investoren derzeit in Aktien treibe. Anleihen von Staaten oder Unternehmen mit guter Bonität werfen derzeit kaum etwas ab.

Ein anderer Börsianer betonte, ohne klare Anzeichen, dass die für das zweite Halbjahr erwartete Erholung der Weltwirtschaft auch wirklich komme, werde es keine weiteren größeren Kursgewinne geben. Es könnte zur paradoxen Situation kommen, dass gute Konjunkturnachrichten schlecht für die Märkte sind.

Am Freitag meldeten die USA überraschend gute Arbeitsmarktdaten. Die US-Unternehmen schufen im Februar außerhalb der Landwirtschaft 236.000 neue Jobs, nach einem Plus von revidiert 119.000 im Vormonat. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Anstieg von 160.000 Stellen gerechnet. Zuvor hatten bereits überraschend starke chinesische Exporte Hoffnungen auf einen anziehenden Welthandel geweckt.

Die US-Notenbank Fed hat ihre Nullzinspolitik an das Ziel geknüpft, die Arbeitslosenquote auf mindestens 6,5 Prozent zu drücken. Sollte sich der Arbeitsmarkt schneller als gedacht erholen, könnte die Notenbank früher den Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes finden. „Die Wahrscheinlichkeit ist gestiegen, dass die US-Notenbank ihr Anleihekaufprogramm früher als bisher erwartet zurückfahren wird“, sagte “, sagte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Eine weitere Verbesserung der Konjunkturdaten - besonders aber der Arbeitsmarktdaten - könnte Leuchtmann zufolge bis zum Jahresende zu einem Ende der Anleihekäufe führen. Zuletzt hatten bereits einige Mitglieder der Fed vor den Risiken der Anleihekaufprogramms gewarnt.

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  • Die haben sich die Stücke effektiv aushändigen lassen und wischen damit ihre Tränen aus dem Gesicht.

    Seit 6000 Short? 15000 miese reichen da aber nicht je nach Kapitaleinsatz.

  • Die haben Harz IV beantragt, und putzen das Bahnhofsklo zusätzlich.

  • Die kaufen sukzessive nach und freuen sich über die Vollpfosten, die blind (vor Gier) das Ding gegen die Decke fahren.

    Hätte nie gedacht noch mal zu solchen Traumständen zuschlagen zu können.

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