Börse Frankfurt
Energiewerte ziehen Dax ins Minus

Ganz kurz hatte der Dax im Tagesverlauf ein leichtes Plus erzielt, doch der Index ging schließlich mit einem Minus von fast einem Prozent aus dem Handel. Zu den Verlierern des Tages zählen die Papiere von Eon und RWE.

FrankfurtDie Freude über das Kursfeuerwerk in Japan zur Wochenmitte ist am deutschen Aktienmarkt rasch der Ernüchterung gewichen. Am Donnerstag trübte sich die Stimmung nach einigen enttäuschenden Konjunkturdaten aus Asien auch in Europa ein. Der Dax notierte zum Handelsschluss bei 10.210 Punkte – ein Minus von 0,9 Prozent. Am Mittwoch hatte der Index ein Hoch von 10.512 Punkten schnell erklommen, aber nicht lange halten können.

Die Aktien von Eon brachen auf den tiefsten Stand seit vielen Jahren ein, nachdem die Bundesregierung den Energieriesen zur Aufgabe seiner Pläne für eine Auslagerung der deutschen Atomkraftwerke gezwungen hat. Die Regierung will per Gesetzesänderung verhindern, dass Eon im Fall einer Abspaltung nur noch fünf Jahre für zusätzliche Kosten haften muss.

„Die Entscheidung kam ziemlich überraschend. Eigentlich war damit gerechnet worden, dass es erst einmal zu einer Klage von Eon gegen die Gesetzesänderung kommt“, sagte ein Händler. „Jetzt sieht es so aus, als ob Eon seine Kraftwerke und damit seine Risiken nicht los wird und das ist keine gute Perspektive für die Aktie.“ Die Aktien rutschten bis zum Abend um 7,6 Prozent ab und schlossen bei 8,93 Euro. Die Titel des Rivalen RWE verloren 4,3 Prozent. Seit Jahresbeginn haben die Versorgeraktien rund ein Drittel beziehungsweise die Hälfe an Wert eingebüßt.

An die Dax-Spitze setzte sich dagegen die Aktie von Lanxess mit einem Plus von bis zu drei Prozent. Die Aussicht auf ein Kautschuk-Joint-Venture mit Ineos beflügelte die Titel. Der Chemiekonzern verhandelt Insidern zufolge mit der britischen Ineos über ein Gemeinschaftsunternehmen für sein Kautschukgeschäft. Eine Entscheidung könnte laut Reuters schon in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden.

„Nach dem satten Wochengewinn, der durch Bekanntgabe chinesischer Stimuli und der Kursexplosion in Japan getrieben war, kehren wieder Sorgen an die Märkte zurück“, kommentierte Marktstratege Arkadius Materla vom Broker GKFX Deutschland. Die Anleger blieben vor dem Hintergrund einer erwarteten Zinsanhebung in den USA und der Kapitalflucht aus China nervös.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank am Donnerstag um 0,3 Prozent auf 19.759 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,3 Prozent auf 1729 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 fiel zugleich um 1,4 Prozent.

Im MDax stieg die Fraport-Aktie als Spitzenwert unter den 50 Indexmitgliedern um 2,9 Prozent. Der Flughafenbetreiber übertraf mit den Passagierzahlen für August den erst im Vormonat aufgestellten Rekord. Im Technologieindex TecDax lag der Spezialmaschinenbauer Manz mit einem Plus von 1,42 Prozent an der Spitze.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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