Börse Frankfurt
Eon und China beflügeln den Dax

Der Dax liegt zum Handelsende wieder im Plus. Gut ein Prozent gewinnt der Leitindex zu. Anleger und Analysten mussten heute jede Menge Bilanzen und Prognosen verarbeiten. Gut kommen dabei an der Börse vor allem die Zahlen von Eon an. Auch die Risikofreude der Investoren steigt, nachdem gute Wirtschaftsdaten aus China eintrafen.
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HB FRANKFURT. Zuversichtlich klingende Aussagen von Unternehmen haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch in Schwung gebracht. Der deutsche Aktienmarkt konnte außerdem von einem wieder zunehmenden Konjunkturoptimismus profitierten. Auslöser waren starke Wirtschaftdaten aus China, die in ganz Europa für steigende Kurse sorgten. Die Industrieproduktion in China hatte im abgelaufenen Monat den stärksten Anstieg seit März 2008 verzeichnet. Unterstützt von den Finanzwerten sind die Kurse an den europäischen Aktienmärkten am Mittwoch wieder gestiegen.

Der Dax sprang am Nachmittag kurzzeitig über 5 700 Punkte, konnte diese Marke jedoch nicht bis in den Feierabend retten und ging mit plus 0,98 Prozent auf 5 668 Zählern aus dem Handel. Der MDax gewann 1,34 Prozent auf 7 282 Zähler. Der TecDax rückte um 1,02 Prozent auf 760 Punkte vor.Das Handelsvolumen im Dax stieg minimal auf 103 (Vortag 86,3) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf 2,6 (2,5) Milliarden Euro.

"Der Konjunkturoptimismus nimmt wieder zu", sagte Marktstratege Thilo Müller vom Fondsberates MB Fund Advisory. "Das zeigt sich auch daran, dass vor allem zyklische Aktien wie BASF oder ThyssenKrupp gefragt waren. Nur K+S fallen da aus der Reihe." Zudem habe Eon als Dax-Schwergewicht für weiteren Auftrieb im Leitindex gesorgt. Nach der Bilanzvorlage des größten deutschen Energiekonzerns stiegen die Eon-Aktien um 1,19 Prozent auf 27,25 Euro. Das Unternehmen trotzt weiterhin der Wirtschaftskrise und hatte für die ersten neun Monate ein stabiles Ergebnis geliefert. Der Vorstand hatte zudem die Gewinnprognose für das Gesamtjahr leicht angehoben.

BASF und ThyssenKrupp profitierten mit jeweils um die zwei Prozent von der Hoffnung auf eine Verbesserung der Wirtschaftssituation. K+S dagegen wurden von einer negativen Studie belastet und büßten am Dax-Ende 1,94 Prozent auf 37,85 Euro ein. Die UBS hatte ihr Kursziel für die Aktien des Düngemittelherstellers von 30 auf 27 Euro gesenkt und die Empfehlung "Sell"bekräftigt. Der europäische Preis für Pottasche dürfte rapide auf das Niveau der jüngst mit Indien abgeschlossenen Verträge fallen, schrieben die Analysten.

Infineon sprangen an die Dax-Spitze und profitierten mit plus 6,95 Prozent auf 3,385 Euro von einem Auftrag aus China. Der Halbleiter-Konzern wird künftig Sicherheitschips für elektronische Reisepässe liefern. Ab dem ersten Quartal 2010 wollen die chinesischen Behörden mit der Ausgabe von jährlich rund 6,5 Millionen elektronischen Reisepässen beginnen. "Das kräftige Kursplus geht auf den Auftrag aus China zurück, wobei der Fokus vor allem auf dem Potenzial liegt, das dieser Auftrag in sich birgt", sagte auch Analyst Jan Christian Göhmann von der Nord/LB.

Nach endgültigen Zahlen zum dritten Quartal gaben die Henkel-Papiere um 0,46 Prozent auf 32,25 Euro nach. Die große Überraschung sei ausgeblieben, sagten Händler. Zudem erwartet der Konsumgüter- und Klebstoffhersteller für das vierte Quartal eine geringere Dynamik im Verbrauchergeschäft.

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