Börse Frankfurt
EZB-Gerüchte katapultieren Dax ins Plus

Gerüchte um eine Lockerung der EZB-Geldpolitik ließen Anleger heute ihre Konjunkturängste des Vortages vergessen. Davon profitieren konnten vor allem die Finanzwerte. Der Dax schließt fast 200 Punkte höher.
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FrankfurtDer Dax wahrt seine Linie – und diese sieht seit der vergangenen Woche zick-zack-förmig aus. Schwach gestartet holte der deutsche Leitindex schnell wieder auf. Am Ende schloss der Dax rund 1,9 Prozent fester auf 8887 Punkte. Das gestrige Minus von 1,5 Prozent konnte der Leitindex damit mehr als kompensieren. In der zweiten Reihe sah es sogar noch besser aus. Der MDax notierte 2,4 Prozent fester auf 15.423 Zähler. Der TecDax beendete den Handelstag 2,5 Prozent im Plus auf 1189 Punkte.

Angetrieben wurden die Kurse heute von der EZB. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte von mehreren mit den Plänen vertrauten Personen erfahren, dass die Zentralbank den Aufkauf von Unternehmensanleihen möglicherweise ab dem ersten Quartal 2015 erwäge. „Man setzt darauf, dass die Zentralbanken schon rechtzeitig eingreifen und einen Konjunktureinbruch verhindern werden“, sagte ein Händler. Die Gerüchte belasteten in der Folge den Euro, der 0,6 Prozent auf 1,2720 Dollar einbüßte.

„Es wird alles versucht, um die Euro-Zone von ihrer Konjunkturkrise zu befreien. Letztlich ist es nur ein folgerichtiger Schritt“, sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. EZB-Chef Mario Draghi habe gar keine andere Wahl.

Den letzten Punch lieferten dann noch die US-Börsen. Dort stiegen die Indizes angetrieben von guten Unternehmenszahlen ins Plus. Der Dow Jones notierte ein Prozent fester auf 16.565 Punkte. Der Nasdaq kam auf ein Plus von 1,8 Prozent, der S&P-500 lag 1,5 Prozent höher.

Vor allem die Finanzwerte zogen spürbar an, denn ein solches Vorhaben würde die Bilanzen der Institute entlasten. Zudem wetteten immer mehr Marktteilnehmer darauf, dass der EZB-Bankenstresstest für den Sektor insgesamt glimpflich verlaufen dürfte. „Ich wäre sehr überrascht, wenn die Bilanzprüfung dem Bankensektor zu diesem Zeitpunkt einen erbärmlichen Zustand attestieren würde“, sagte Teis Knuthsen, bei der Privatbanksparte der Saxo Bank verantwortlich für Anlageentscheidungen.

Zugute kommt den Bankaktien, dass ein gutes Abschneiden beim Stresstest noch nicht eingepreist ist, so Knuthsen weiter. Deswegen ergeben sich mit den starken Verlusten der Finanztitel in der Vorwoche nun günstige Einstiegschancen. Die Deutsche Bank legte am Dienstag rund 2,7 Prozent zu, die Commerzbank, zusätzlich von einer positiven Analysteneinstufung angetrieben, stieg sogar um satte 4,8 Prozent und belegte damit die Spitze im Dax.

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  • Das wird heute hier ja noch richtig cool: ein zoffendes Ehepärchen gab´s hier glaub ich noch nicht... :D
    Zum Dilemma der EZB (und der anderen Zentralbanken auch):
    die Geldschwemme hat einfach nur die Asset-Blasen weiter aufgepumpt, was unproduktiv ist, aber einmal die Kreditvergabe der Banken an investitionswillige Unternehmen nicht signifikant erhöht und zweitens die BEREITSCHAFT von Konsumenten / Verbrauchern zur Kreditaufnahme ebenfalls nicht. Die Geldumlaufgeschwindigkeit ist trotzdem eingebrochen.
    "Gelddrucken" muss also nicht zwangsläufig zur Hyperinflation führen - aktuell schaut es sogar eher so aus, als dass die ZB´s die (Schulden-)Deflation trotz aller Gegenwehr nicht mehr verhindern können. In diesem Falle sind Aktien natürlich ein seeehr schlechtes Investment.
    http://www.propagandafront.de/1211990/deflationsschock-geldumlaufgeschwindigkeit-bricht-trotz-geldschwemme-weiter-ein.html
    In der aktuellen Situation daher meiner Meinung nach: wenn schon Aktien, dann solide Blue Chips und diese unbedingt gehedgt...

  • Schon wieder mal daneben getreten, Verehrtester, Wolfgang Grupp macht überhaupt keine Russlandgeschäfte, weder produziert er da noch verkauft er seine Produkte nach Russland.

    Lesen Sie sein Interview in der Wirtschaftswoche und im Handelblatt

  • Komm in das Bett Alter und schreib keinen Unsinn mehr.

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