Börse Frankfurt: EZB-Gerüchte sorgen für neuen Dax-Schlussrekord

Börse Frankfurt
EZB-Gerüchte sorgen für neuen Dax-Schlussrekord

Die EZB erwägt Insidern zufolge monatliche Anleihekäufe zu tätigen. Damit würde sie dem Vorbild der Federal Reserve folgen. Anleger reagieren mit verhaltener Freude. Für einen neuen Dax-Schlussrekord reicht es dennoch.
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FrankfurtDie Nervosität ist groß. Anleger auf der ganzen Welt zittern der EZB-Ratssitzung am Donnerstag entgegen. Es geht um viel, um besonders viel Geld. Dementsprechend nervös reagieren die Anleger über Meldungen zum Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank. Als etwa zwei Stunden vor Handelsschluss das „Wall Street Journal“ Gerüchte über ein Anleihekaufmodell der Zentralbank nach Vorbild der Federal Reserve verbreitete, sprang der Dax wild hin und her. Laut einem Insider plane die EZB den monatlichen Aufkauf von Anleihen aus dem Euro-Raum im Wert vom 50 Milliarden Euro. Die meisten Anleger mussten diese Meldungen zunächst verdauen und einordnen.

Am Ende überwog jedoch die Zuversicht. Der Dax beendete den Handelstag auf einem neuen Schlussrekord. Es schloss 0,4 Prozent fester auf 10.299 Punkten. In der zweiten Reihe ging der MDax mit einem Plus von 0,2 Prozent aus dem Handel auf 17.991 Zählern. Der TecDax hingegen gab 0,5 Prozent nach auf 1450 Punkten.

„Die Investoren passen ihre Erwartungen im Vorfeld des morgigen EZB-Treffens an“, sagt Ralf Zimmermann, Aktienstratege beim Bankhaus Lampe in Düsseldorf, im Telefoninterview. „Wir haben eine signifikante Erholung der Märkte gesehen. Es bestehen einige Abwärtsrisiken.“

Anleger rechnen mehrheitlich damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag den Ankauf von Wertpapieren ankündigen wird. Wie hoch diese ausfallen, darüber spekulieren die Märkte seit Tagen. Es ist die Rede von 500 bis 600 Milliarden Euro. Mit diesem sogenannten Quantitative Easing (QE) soll die Konjunktur angekurbelt und die drohende Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen, abgewendet werden.

„Das 'ob' und 'wann' steht schon gar nicht mehr zur Debatte“, schreibt Andrew Bosomworth, Leiter des Portfoliomanagement bei Pimco Deutschland, in einer Einschätzung. „Unser Basis-Szenario ist weitgehend deckungsgleich mit den Markterwartungen. Wir gehen davon aus, dass die EZB ein Aufkaufprogramm für Anleihen mit einem Volumen zwischen 500 und 1000 Milliarden Euro auflegen wird.“

Das massive Eingreifen der Notenbank dürfte auch auf die Aktienmärkte beträchtliche Auswirkungen haben. „Es ist nicht wirklich die Frage, ob das Programm angekündigt wird, sondern vielmehr, welche Form es haben wird“, sagt Luke Bartholomew, Fondsmanager bei Aberdeen Asset Management. „Alles unterhalb von 500 Milliarden Euro an Staatsanleihekäufen wird den Markt enttäuschen“.

Auch die deutsche Industrie geht von einem Beschluss der Europäischen Zentralbank zum Ankauf von Staatsanleihen aus. „Wenn das Programm nicht verkündet würde, wäre das schlecht, weil die Märkte das schon erwarten“, sagte Industriepräsident Ulrich Grillo am Mittwoch in Berlin.

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  • Schaun wir mal, Cal Andersen. Beides noch drin. Vielleicht legt Draghi ja noch einen nach. Einige erhoffen sich ja ein überschiessen auf die 11.000.

  • Um den deutschen Markt oben zu halten, mußte die vorgebliche Bloomberg-Meldung her, wonach das QE-Programm ganze zwei Jahre laufe.

    Morgen ist alles vorbei.
    Der Markt hier wie dort wird nur noch fallen können: fait accompli - mindestens.

  • Alder wieder beim Zipfer gewesen, geh mal beim Fall-Provider

    Hein Bloed
    Flaschen und Korken
    Margin das letzte Schöpchen

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