Börse Frankfurt
Fed-Entscheidung machte Dax-Anleger nervös

Lange Zeit hatte der Dax über 9100 Punkte notiert, am Ende schloss der deutsche Leitindex unter der Marke. Die US-Notenbank Fed machte die Anleger nervös. Für Bewegung sorgte die Deutsche Bank, Fiat und TUI.
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FrankfurtDie Fed-Entscheidung zur seit Ende 2008 betriebenen Nullzinspolitik fiel erst nach Handelsschluss in Frankfurt – und ließ den Dax überwiegend in einer Seitwärtsbewegung verharren. Auch wenn er bis in die Abendstunden über der 9100-Punkte-Marke notiert hatte, schloss der Leitindex schließlich „nur“ 0,2 Prozent fester bei 9083 Punkten. In der zweiten Reihe zeigte sich ein etwas besseres Bild: Der MDax kletterte 0,8 Prozent auf 15.765 Zählern nach oben, der TecDax gewann 1,0 Prozent auf 1217 Punkte.

Über die Fed gab es am Mittwoch klare Meinungen: „Dass die Notenbank ihr Anleihekaufprogramm beenden wird, ist wohl ausgemachte Sache“, sagte LBBW-Analyst Berndt Fernow. Brennender interessierte Investoren jedoch, wann Chefin Janet Yellen die seit Ende 2008 betriebene Nullzinspolitik beenden und die Zinsen erhöhen will.

„Die Erwartung ist, dass sie ihre abwartende Haltung bekräftigt“, sagte ein Börsianer. Im September hatte die Fed betont, noch „geraume Zeit“ nach dem für Ende Oktober anstehenden Auslaufen ihrer milliardenschweren Konjunkturhilfen die Zinsen niedrig halten zu wollen.

Die Zinswende wird am Finanzmarkt für Mitte 2015 erwartet, abhängig von einer nachhaltigen Erholung der US-Wirtschaft. „Die Fed-Chefin hat immer noch sehr gute Argumente auf ihrer Seite, warum sie die Leitzinswende noch nicht einleiten will“, fassten die Analysten der National-Bank zusammen. So sei am Arbeitsmarkt die Unterbeschäftigungsquote weiter „ungewöhnlich hoch“, zudem seien neue Jobs vor allem im Niedriglohnsektor geschaffen worden.

Im Fokus der Anleger lagen heuten neben der Fed wieder Zahlen einiger Unternehmen. Vor allem die Deutsche Bank war von größtem Interesse, die mitten in einem größeren Vorstandsumbau steckt. Die Börsianer zeigten sich skeptisch – die Papiere des Bankhauses schlossen 2,4 Prozent im Minus.

Die Machtzentrale des deutschen Branchenprimus wird um zwei neu geschaffene Posten auf neun Mitglieder aufgestockt, die Aufgaben neu verteilt, wie die Bank in der Nacht zum Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte. Es ist der erste Vorstandsumbau, nachdem die Doppelspitze aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen 2012 Josef Ackermann abgelöst hatte.

Der Quartalsbericht der Bank sorgte jedenfalls für Sorgenfalten bei den Anlegern. Hohe Kosten für Rechtsstreitigkeiten haben den Gewinn aufgefressen. Unterm Strich stand ein Verlust von 92 Millionen Euro.

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  • Die Fed muß raus aus der ZIRP, aus dem QE-Programm sowieso. Letzteres ist mit Oktober 2014 zu Ende.

    Weil England die Anhebung schon zweimal zuliebe der USA verschoben hat, drängt die Zeit. Zwar möchte die EZB noch ein Weilchen die Null fahren, sie ist aber für die Fed nicht bedeutsam.

    Wegen der von allen Fed-Chefs vermuteten schädlichen Nebenwirkungen eines kombinierten QE/Nullzins-Programms über längere Zeit, ist es Zeit, zu Handeln, auch beim Nullzins.

    Daher wird es eine weitere ZIRP nicht geben - und womöglich schon bald die Anhebung kommen.

  • "Welche Überraschung hält die Veröffentlichung der Fed-Sitzungsergebnisse bereit? Die Börsianer lassen sich am Nachmittag von dieser Frage nicht beunruhigen: Der Dax notierte 0,8 Prozent fester bei 9142 Punkten."

    Vermutlich keine. Ich glaube nicht, dass Yellen irgendetwas anderes durchschimmern lassen wird, als die "ruhige Hand", die wir von ihr gewohnt sind. Das scheint auch sonst niemand zu glauben - der DAX legt zu. Nebenbei hat das WSJ schon vor Tagen die Mutmaßung verbreitet, Yellen werde nicht vor 2016 zinsbezüglich tätig.

  • Zeit macht Geld! Aber nur bei Titeln ,die eine langfristige Wachstunssstory bieten. L'Oreal als Schönheitskonzern gehören dazu.
    Eine Deustche Bank nicht. Ggf, wieder eher eine HSBC oder Wellsfargo.
    Schauen Sie sich 20 Jahrescharts an.. dann wird der Unterscheid zwischen Allianz, Deutscher usw. gegenüber Wellsfargo oder Commonwelath Bank klarer!
    Deutsche Aktien sind oft eine Renditerisiko. Internationale Titel aus dem gleichen Bereich oft deutlich akttraktiver!

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