Börse Frankfurt Fed lässt Dax-Anleger jubeln

Der Dax schließt auf einem 14-Monats-Hoch. Befeuert wurden die Börsen weltweit von der Geldspritze der US-Notenbank Fed. Doch Experten warnen vor den Nebenwirkungen. Die Angst vor Inflation geht um.
Update: 14.09.2012 - 17:44 Uhr 70 Kommentare
Händler an der Frankfurter Börse: Der Dax hat ein neues Jahreshoch erreicht. Quelle: dapd

Händler an der Frankfurter Börse: Der Dax hat ein neues Jahreshoch erreicht.

(Foto: dapd)

FrankfurtAn den Börsen war am letzten Wochenhandelstag Aktienkaufen angesagt. Anleger feierten die Entscheidung der Fed, mit Geldspritzen die US-Wirtschaft zu unterstützen. Der Deutsche Leitindex schloss 1,4 Prozent höher bei 7.412 Punkten, dem höchsten Stand seit 14 Monaten. Nach positiven US-Konsumdaten schaffte der Dax am Nachmittag ein Tages- und neues Jahreshoch von 7.446 Punkten. Zuletzt lag der Dax über 7.400 Punkten im Juli 2011, bevor es im August 2011 im Laufe der Griechenland-Krise deutlich abwärts ging. Auf Wochensicht hat der Dax mehr als zwei Prozent zugelegt.

Die US-Notenbank hat am Donnerstagabend angekündigt, so lange monatlich für 40 Milliarden Dollar mit Hypotheken besicherte Wertpapiere zu kaufen, bis sich die Perspektiven am Arbeitsmarkt nachhaltig aufhellen. Außerdem kündigte sie an, ihre Nullzinspolitik bis Mitte 2015 beibehalten zu wollen - etwa ein halbes Jahr länger als bislang angepeilt.

Besonders erfreut über die Ankündigung neuer Geldspritzen für die weltgrößte Volkswirtschaft USA waren Investoren in den europäischen Schuldnerländern Spanien, Italien und Griechenland. Die dortigen Börsen legten um jeweils mehr als zwei Prozent zu. Seit dem „Ja“ des Bundesverfassungsgerichts zum Rettungsschirm ESM haben die Leitindizes in Madrid und Mailand jeweils mehr als acht Prozent gewonnen. Auch die Staatsanleihen dieser Länder verzeichneten eine verstärkte Nachfrage: Die Renditen der spanischen zehnjährigen fielen zeitweise unter 5,6 Prozent, die der italienischen unter fünf Prozent.

Anleger in Partylaune

„Die Party geht weiter“, sagte ein Börsianer. Künftig gebe es noch mehr Kapital für die europäischen Finanzmärkte. „In Amerika wird Geld jetzt noch billiger, also verlagern Investoren einen Teil erst einmal nach Europa. Und um es hier zu parken, gehen sie hauptsächlich in Aktien, weil Anleihen wegen der Schuldenkrise vergleichsweise riskant sind.“

Besonders Bankaktien profitierten von den Plänen der Fed, da den Geldhäusern die durch das Fed-Kaufprogramm steigende Liquidität zugutekommen dürfte. Der europäische Branchenindex lag zum Handelsschluss 2,3 Prozent höher. Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank schlossen 5,2 und 3,1 Prozent höher.

Anleger rüsten sich gegen Inflation

Die nach dem neuen EZB-Kaufprogramm und der Zustimmung des Bundesverfassungsgerichts zum europäischen Rettungsschirm ESM ohnehin optimistischen Euro-Anleger reagierten ebenfalls positiv auf die jüngste Aktion der Fed. Die Gemeinschaftswährung sprang bis auf 1,3168 Dollar.

Viele Anleger griffen zudem zur Anti-Inflationswährung schlechthin, dem Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um bis zu 0,6 Prozent 1777,51 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und war damit so teuer wie zuletzt Ende Februar. Unter dem gestiegenen Risiko-Appetit der Investoren litten hingegen die sicheren Häfen - Anleihen aus den USA und Deutschland. Der T-Bond- und der Bund-Future rutschten um jeweils mehr als 100 Ticks auf 145-13/32 und 139,04 Punkte ab.

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70 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Fed lässt Dax-Anleger jubeln"

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  • Heute ist alles ganz anders wurde den Anlegern immer versprochen,sobald sich Aktien oder Indizes den Höchstständen nähern.Aber passiert ist immer das Gegenteil.

  • Anscheinend bin ich temporär unter die Legastheniker gegangen...

  • Wie so ist es denn gesperrt?

    Mach das besser. Auch wenn es momentan wenige agressive Trolle gibt, können diese doch stets wieder auftreten und "Identitätsdiebstahl" betreiben. Wäre unschön.

    Danke, es läuft stabil und sogar kontinuierlich über Plan.

  • Das ist vielleicht eine Woche her. Aber mein oranges Konto gibt es noch. Das könnte ich wieder entsperren lassen. Werde ich vielleicht auch machen. Mal sehen.

    Viel Erfolg beim Daytrading.

  • Seit wann bist Du denn unter die "Grauen" gegangen, Privatanleger? Ich habe absolut nichts gegen short, aber das ist eher eine Frage der Zeitebene. Und falls man die richtigen Vehikel richtig zu nutzen weiß, gibt es auch andere gute, rentablere Absicherungsinstrumente als Geld. Aber Cash ist kurzfristig die klassische Variante, dass stimmt schon. Viel Erfolg mit FvS MO und Co.

  • JA. Der konservative Anleger sollte das tun. Er verdient dann aber in erster Linie an der Dividende. Die Schwankungen der "Qualitätsaktien" (ich gehe davon aus, sie meinen sowas wie VW, Bayer oder so und nicht COBA, etc.) sind ja auch enorm, wenn ich mir die letzte Jahr so anschaue. Gerade weil wir solche Volatilitäten haben, die sicher auch nicht abnehmen werden, sollte auch der "konservative Anleger" auch mal Gewinne mitnehmen und dann, wie Sie sagen, Bargeld horten und auf einen Neueinstieg warten. Ich bin der Meinung, dass man sich heute einfach kümmern muss, wenn eine vernünftige Rendite gewünscht ist. Sofern jemand nur auf Dividende aus ist, ist halten und stetiges zukaufen, dann aber immer, sicher der richtige Weg. Ich persönlich versuche aber schon die Wellen ein wenig mitzunehmen. Die Short Geschichte liegt mir auch nicht, zumal ich auch nie leerverkauft habe. Mit Shortzertifikaten bin ich auch noch nie gut gefahren. Da ist abwarten mit Geld sicher besser(jedenfalls für mich), obgleich es ja immer in den Fingern juckt und so ganz ohne "Wette" ist ja auch doof-)). Schönes WE!

  • Momentan denke ich sind wir von einem Hype noch weit entfernt auch wenn ich mit mit Sentimentanalysen nicht beschäftige. Die Deutschen haben um die Jahrtausendwende traumatische Erfahrungen an den Börsen gemacht, im Neuen Markt und mit überteuerten Werten wie der T-Aktie. Dann 2008 der nächste schwere Einruch. Ich denke es wird noch lange daurern bis ein ähnliches unangemessenes Bewertungsniveau erreicht ist.

    Der konservative Langfristanleger sollte am besten die Finger von Short Positionen lassen. Vielleicht in Phasen der starken Übertreibung zum Glattstellen von einzelnen Werten, um beim Aktionär die Depotstruktur nicht durch Verkäufe zu verändern. Ansonsten ist die Cash Position die eleganteste Form der Absicherung und die mit dem geringsten Risiko. Fallen die Kurse weiter schützt die Cash Position vor weiteren Verlusten durch Kursverfall. Steigen die Kurse wieder kann man nur unvollständig an der Kursbewegung teilhaben, allerdings geht kein Geld verloren, wie es in diesem Fall bei einer Short Position der Fall wäre. Die jüngste Vergangenheit hat ja wohl zu genüge gezeigt wie schmerzhaft das Short gehen sein kann.

    Der Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont fährt m. E. mit einer Kaufen und Halten Strategie am Besten. Sorgfältig ausgewählte Qualitätsktien ins Depot, im Moment vielleicht eher defensive Titel und keine konjunktursensitiven, und für Jahre liegen lassen. Alternativ Aktien- und Mischfonds von höchster Qualität.

  • Ich sehe das grundsätzlich auch so. Viel Geld ist gut für die Börse. Schlechte Zeiten sind auch gut für die Börse, da sich Investitionen der Unternehmen nicht lohnen und das Geld in den Aktienmarkt geht, zudem hoffen alle, dass es durch die Zentralbankaktivitäten besser wird. Da die Zentralbanken Anleihen kaufen werden, werden die Zinsen für die Anleihen auch nicht mehr interessant sein, so dass wieder mehr Geld in Aktien investiert wird. Immobilien lassen sich nicht so leicht handeln wie Aktien. Gold bringt keine Dividende. Auch klar ist allerdings, dass es nicht immer so weiter geht. Es wird Rückschläge geben. Nur wann-)). Aufgrund der Volantilitäten wird man einfach mehr kaufen/verkaufen müssen als früher, um auch an den Schwankungen zu profitieren. Jetzt könnte ich mir vorstellen rufen die Bankberater ihre Kunden an, um diese von Aktien zu überzeugen- als Inflationsschutz, Sachwert, Dividende, sonst kaum Zinsen, etc. Dies wird dazu führen, dass die Kurse erstmal steigen, sofern jetzt nicht eine Katastrophe passiert. Dann wird in der Bild über Aktien geschrieben. Die nächste Blase (China) kommt und alles geht wieder gen Süden. Nix machen halte ich für falsch. Für die, die die ganze Ralley von 5900, z.B. COBA 1,14 oder TK für etwas über 11 mitgemacht haben, kann sich ja eine Gewinnmitnahme anbieten. Ob ich mich aber jetzt schon vehement short positionieren würde? Ich wünsche aber jedem hier viel Erfolg und genug Eier seine Überlegungen auch durchzuziehen. Nichts ist bitterer als das "Hab ich doch gewusst" aber nicht gehandelt.

  • Ehrlich gesagt kotzen mich die Aussagen der Shorties hier an. Dotcom Blase, Jahr 2000 was für ein blödsinniger Vergleich.

    DAX KGV 2000 war bei 30,

    KGV jetzt 10.

    Damals im Jahr 2000 gab es auch noch 5 % Zinsen auf deutsche Staatsanleihen.

    Die Deutschen verfügen über ein Barvermögen von 5 Billionen Euro. Was meint ihr wird passieren wenn der Deutsche bei 10 % Inflation versucht sein Geld vor der Enteignung zu bewahren?

    Es fließen hunderte Milliarden in die Aktienmärkte. Vielleicht haben wir dann wieder ein DAX KGV von 30 was einem DAX Stand von 22 000 Punkten entsprechen würde.

    Sichere Anleihen---> keine Zinsen
    Immobilien----> sehr teuer, Staat lässt sich Dinge wie Lastenausgleich oder Zwangshypotheken einfallen außerdem illiquide (lassen sich nur mit großem Aufwand zu Geld machen). Weiter gehen beim Kauf schon 10 % durch Anschaffungsnebenkosten kaputt.

    Die EZB wird Geld drucken, die FED wird Geld drucken der ESM kommt. Die Inflation kommt. Aktien bieten einen eingebauten Inflationsschutz. Finanzielle Repression läuft bereits und hier geben manche ihren Schwachsinn von einer Blase zum besten.

    Wenigstens muss man sich den Mülle vom Hamburger hier nicht mehr anhören.

  • Muuaaah, der Absturz wird kommen, ganz sicher. Alles über 5.000 beim DAX ist Blase. Deshalb bin ich seit 6.000 short, KO, short, KO, short, KO... Gruß aus dem Urlaub, Euer Pleitier aus dem Norden!

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