Börse Frankfurt
Federal Reserve lässt Dax-Anleger jubeln

Die Fed tut genau das, was sie in den vergangenen Tagen auch schon getan hat, doch diesmal steigen die Börsen. Der Dax konnte fast 200 Punkte zulegen. Die Anleger sind erleichtert, dass Janet Yellen den Kurs beibehält.
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FrankfurtSie hat gesprochen, doch wirklich passiert eigentlich nicht. Es bleibt alles beim alten. Die US-Notenbank wird unter Janet Yellen den von Ex-Fed-Chef Ben Bernanke eingeschlagenen geldpolitischen Weg fortsetzen. An für sich kein Grund zum Jubeln, wurde dieses Ergebnis so doch erwartet. Die Börsianer sahen es allerdings anders.

Sie trieben den Dax heute auf ein sattes Plus von über zwei Prozent auf 9479 Punkte. In Punkten ausgedrückt legte der Deutsche Aktienindex heute beinah 200 Punkte zu – und das bei nahezu nachrichtenloser Lage.

In der zweiten Reihe bot sich den Aktionären ein ähnliches Bild. Der MDax schloss ein Prozent fester auf 16.558 Punkte. Der TecDax ging mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 1242 Zähler aus dem Handel.

Während sich das Wirtschaftswachstum weiterhin positiv entwickle, „ist die Erholung des Arbeitsmarktes noch weit von seinem Abschluss entfernt“, heißt es in Yellens Redetext. „Ich fühle mich zu beidem verpflichtet: Der Wirtschaft zur Vollbeschäftigung zu verhelfen und die Inflation auf zwei Prozent zu begrenzen“.

Zwar geben die Arbeitsmarktzahlen Anlass zur Hoffnung, doch Yellen bleibt bezüglich der sich der 6,5-Prozent-Marke nähernden Arbeitslosenquote kritisch. „Diejenigen, die länger als sechs Monate ohne Job sind, machen eine ungewöhnlich große Fraktion aus und die Zahl derjenigen, die einer Halbtagstätigkeit nachgehen aber es bevorzugen würden eine Vollzeitstelle zu besetzen, ist ebenfalls sehr hoch“.

Dennoch will Yellen die Anleihekäufe weiterhin drosseln – allerdings in maßvollem Tempo. Wann genau sie ein weitere Reduzierung anpeile, ist aus dem Redetext nicht zu entnehmen.

Zu der turbulenten Lage in den Schwellenländern sagte die Fed-Präsidentin, dass die Notenbank die Schwankungen auf den globalen Finanzmärkten sehr genau betrachten würde und zu dem Schluss gekommen sei, dass diese derzeit kein substanzielles Risiko für den wirtschaftlichen Ausblick der USA stellen würden.

Für die Schwellenländer ist das ein schwacher Trost. Nachdem bereits zahlreiche Länder in arge Bedrängnis geraten sind und ihre Leitzinsen teilweise massiv erhöhen mussten, um eine Kapitalflucht ausländischer Investoren zu vermeiden, die ihre Gelder vermehrt in die USA zurückbringen, war heute Kasachstan dran. Ein Dollar verteuerte sich um bis zu 20 Prozent und war mit 186 kasachischen Tengen so teuer wie noch nie. Zuvor hatte die Notenbank des Landes die Währung um 19 Prozent abgewertet, um gegen die Auswirkungen der Abwertung des Rubels anzukämpfen, der seit Jahresbeginn knapp sechs Prozent an Wert verloren hat.

Am kasachischen Aktienmarkt sorgte die Abwertung der heimischen Währung für ein Kursfeuerwerk. Der Leitindex schoss zeitweise knapp 14 Prozent in die Höhe und markierte mit 1058,21 Punkten ein Zwölf-Monats-Hoch.

Bei den Einzelwerten feierten die Anleger die starken Verkaufszahlen von BMW mit einem Plus von drei Prozent. Der Premiumhersteller verzeichnete zu Jahresanfang wie die Konkurrenten Daimler und Audi ein Absatzplus – sowohl insgesamt betrachtet, als auch auf europäischer Ebene. „Obwohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in vielen Märkten weiterhin schwierig bleiben, gibt es erste Anzeichen für eine Erholung“, erklärte Vertriebschef Ian Robertson. BMW rechne nach dem Absatzrekord 2013 im laufenden Jahr erneut mit steigenden Verkäufen, bekräftigte er.

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  • Können Mülltonnen sprechen?

  • Das ist ähnlich wie letztes Jahr Ende Mai - eben nur umgekehrt. Obwohl Bernanke damals nichts anderes als zuvor erzählt hat, sind plötzlich alle in die Tapering Hysterie verfallen und die Teufel an die Wand gemalt.

    Die Kursbewegung heute hat mehr mit Gewohnheit und Herdentrieb zu tun, als mit vorausschauendem Denken. Die Probleme sind eher größer als weniger geworden - der Unterschied ist nur, dass es im Gegensatz zur letzten Woche nicht mehr so weh tut. LOL

  • Wie bescheuert ist das denn?
    Die Boersenkurse haben absolut nichts mehr mit den Unternehmen und dem zu taun was diese tun, sondern ist nur noch davon abhoengig, was die FED Eigner verkuenden lassen!
    Was hat die Geldschwemme denn mit den Boersenkursen zu tun? Doch nur was in Bezug auf die Bankenwerte, weil diese durch den verkauf ihrer Schrottpapiere fuer Geld das sie gar nicht brauchen, ihre Bilanzen aufpollieren und nichts abschreiben muessen!
    Der einzige Einfluss auf die Boersenkurse entsteht durch die immensen Investitionen, dieses Ueberflussgeldes, das zur Generierung weiterer Mitspieler investiert wird, die dann billige Kredite bekommen, um sich dann dort ausziehen zu lassen, indem eines Tages die Sicherheiten fuer ihre Kredite eingesammelt werden!
    Die Welt scheint nur noch aus Irren zu bestehen. Man sollte nicht mehr Gefaengnisse bauen, sondern Irrenhaeuser!

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