Börse Frankfurt
Feier(tags)laune: Dax schließt auf Jahreshoch

Hoffnungen auf eine weltweite Konjunkturerholung haben am Pfingstmontag die Kurse am deutschen Aktienmarkt kräftig in die Höhe getrieben. Der Leitindex Dax schloss auf dem höchsten Stand seit Anfang November 2008 deutlich oberhalb von 5 100 Punkten Die von vielen seit langem erwartete Insolvenz von GM bremste dagegen die Börsen kaum.

HB FRANKFURT. „Einige Anleger sind einfach froh, dass endlich Klarheit herrscht“, sagte ein Händler. Der Dax schloss vier Prozent höher auf 5 142 Punkten. Auf diesem Niveau stand das Börsenbarometer zuletzt, als die Börsen die Wahl von Barack Obama zum US-Präsidenten feierten. Zeitweise war er sogar bis auf 5 156 Punkte gestiegen. Das Handelsvolumen im Dax fiel auf 87,5 (Freitag 110) Mio. Aktien. Der Umsatz belief sich auf 2,6 (3,1) Mrd. Euro. Für den MDax ging es um 3,9 Prozent nach oben auf 5 970 Zähler. Der TecDax rückte um 2,9 Prozent auf 649 Zähler vor.

Der europäisch Stoxx50-Index stieg um 2,8 Prozent. Die übrigen europäischen Länderindizes legten weniger deutlich zu. An den US-Börsen notierte zum Handelsschluss in Europa der Dow-Jones-Index 2,4 Prozent im Plus bei 8702 Punkte, der S&P500-Index lag mit 942,40 Punkten 2,5 Prozent höher und der Nasdaq-Composite mit 1822 Zählern 2,7 Prozent.

Der Euro legte gegenüber dem Dollar an Wert zu: Die Europäische Zentralbank gab den Referenzkurs mit 1,4220 Dollar an, nach zuvor 1,4098 Dollar.

Insgesamt sei das Handelsvolumen am Pfingstmontag sehr dünn gewesen, erklärte ein Händler. Entsprechend habe es nicht viel gebraucht, um den Dax über sein bisheriges Jahreshoch bei 5 111,02 Zählern zu hieven. Freundliche Vorgaben aus Asien und den USA hatten bereits am Vormittag für Kauflaune am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Am Nachmittag gaben positive US-Konjunkturdaten den entscheidenden Schub. In den USA hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe im Mai überraschend deutlich aufgehellt. Der Antrag von General Motors auf Gläubigerschutz hatte unmittelbar kaum Auswirkung auf den Gesamtmarkt. Selbst die nun aus dem Dow-Jones-Index fallenden GM-Aktien erholten sich am Nachmittag in New York etwas und notierten zum Handelsschluss in Europa mit 0,88 Dollar 16 Prozent höher.

Auch aus China hatte es positive Konjunkturdaten gegeben. Da die europäische Wirtschaft stark mit dem Land verbunden sei, profitiere der Markt davon, sagte ein Händler. Der chinesische Einkaufsmanagerindex hatte auf wirtschaftliche Expansion gedeutet. Daraufhin hatten die Börsen in Asien zugelegt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) US-Öl WTI kletterte in der Spitze auf 68,29 Dollar und markierte damit den höchsten Stand seit sieben Monaten. Außerdem waren die Rohstoffpreise angesichts der wachsenden Zuversicht angezogen.

Andere Börsianer begründeten das Plus darüberhinaus mit technischen Faktoren. Durch den schnellen Anstieg kurz nach Handelsstart seien weitere charttechnische Kaufaufträge ausgelöst worden, sagten Händler. „Morgen kann das alles wieder korrigiert werden“. Die Umsätze seien gering. „Echte Orders sind nicht vorhanden, das sind rein maschinell ausgelöste Käufe“, sagte ein Händler. Viele Börsianer kritisierten das Festhalten der Börse am Feiertagshandel. „Da sind die Maschinen quasi unter sich“, schimpfte einer.

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