Börse Frankfurt
Frankfurter Windstille bis zum Schluss

Nach den Feiertagen müht sich der Dax durch einen zähen Dienstag. Erst mit der Wall Street befreit sich der Markt aus den Rossbreiten und rückt leicht vor. Die wenigen Punkte reichen mal wieder für ein neues Jahreshoch.
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FrankfurtDie letzten Handelstage des Jahres locken nur noch wenige Anleger aufs Parkett. Wie erwartet begann die finale Woche dieses ereignisreichen Börsenjahres mit wenig Schwung. Zum Handelsschluss notierte der Dax 0,2 Prozent fester bei 11.472 Punkten. Schon vor den Feiertagen war die Luft raus, Umsätze und Kursbewegungen schrumpften auf ein Minimum. Nach einer beachtlichen Rally, die überhaupt erst verhinderte, dass 2016 als ein verlorenes Jahr für deutsche Aktien in die Geschichte eingeht, scheint dieser Erfolg den Börsianern zu reichen.

Immerhin steht im laufenden Monat ein Dax-Plus von 7,8 Prozent in den Büchern. Auf Jahressicht ergibt sich damit eine positive Performance von 6,8 Prozent. Erst mit den Zinsentscheidungen der Notenbanken, die so sehnsüchtig erwartet worden waren, durchbrachen Europas Aktien eine Monate währende Seitwärtsbewegung. Und obwohl auch heute der Schwung fehlte, reichten die zarten Aufschläge mit 11.481 Zählern aus für ein erneutes Jahreshoch.

Der notwendige Schwung kam aus New York. An der Wall Street unternahm der Dow-Jones-Index einen erneuten Angriff auf die 20.000-Punkte-Marke. Und auch wenn es nicht für den erstmaligen Durchbruch durch diese so eindrucksvolle Zahl reicht, half allein die Attacke den Frankfurtern aus den Rossbreiten, wie windstille Gewässer genannt werden. Der Dow-Jones-Index notierte gegen 17.30 0,1 Prozent fester bei 19.960 Punkten. Nach der beachtlichen Trump-Rally beißen sich die 30 Standardwerte des Dow seit gut drei Wochen die Zähne an der Marke mit den vier Nullen aus.

„Der Dax ruht sich auf seinem Plus von 1000 Punkten seit Anfang Dezember aus. Die Anleger blicken bereits ins kommende Jahr“, kommentierte etwa Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Viele Investoren hätten ihre Bücher bereits geschlossen. Auch von den internationalen Börsen kamen feiertagsbedingt nur wenig Impulse. In London wird auch an diesem Dienstag noch nicht wieder gehandelt. In Tokio schloss der Nikkei-Index am Dienstag nahezu unverändert. In Shanghai kamen die Kurse ebenfalls kaum vom Fleck.

So tauchten die Kurstafeln Europas Handelsplätze in ein zartgrünes Licht. Der Leitindex der Euro-Zone, der Euro-Stoxx-50 rückte 0,1 Prozent vor auf 3278 Punkte. Die zweite Frankfurter Reihe konnte etwas mehr zulegen. Die Nebenwerte des MDax notierten 0,2 Prozent fester 22.138 Punkten. Lediglich der TecDax verbuchte mit 1,1 Prozent und einem Stand von 1807 Stellen wahrnehmbare Aufschläge.

Auf der Suche nach Impulsen schwenkt der Blick selbstverständlich über den Konjunkturkalender. Doch aus der Welt der Daten und Zahlen ist in dieser letzte Wochen des Jahres auch nicht mit Schützenhilfe für eine Wiederaufnahme der Rally zu rechnen. Am Nachmittag erreichte die Nachricht eines starkes US-Verbrauchervertrauen-Index die Märkte – und blieb ignoriert. Das Barometer kletterte auf ein 15-Jahres-Hoch von 113,7 Punkten, teilte das Institut Conference Board mit. Doch das reichte nicht für den Sprung aus der Lethargie.

Es folgt am Mittwoch die Industrie-Produktion für Japan, am Donnerstag kommen die wöchentlichen Erstanträge für US-Arbeitslosenhilfe – keine Schwergewichte. Höhepunkt dürfte der Chicagoer Einkaufsmanagerindex am späten Freitagnachmittag sein, doch in Frankfurt ist am letzten Handelstag 2017 schon um 14 Uhr Feierabend.

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