Börse Frankfurt
Frankreich-Rating belastet Dax-Anleger kaum

Der Dax setzt seinen Aufwärtstrend fort. Trotz der Herabstufung der Bonitätsnote Frankreichs durch die Ratingagentur Moody's und Sorgen um Griechenland konnte der Leitindex seine Gewinne am Dienstag weiter ausbauen.
  • 20

FrankfurtDer Deutsche Aktienindex (Dax) hat seine Gewinne vom Vortag am Dienstag weiter ausgebaut. Über weite Strecken des Tages agierten die Anleger zurückhaltend. Am späten Nachmittag zog der Dax dann noch einmal an und ging am Abend mit einem Plus von 0,7 Prozent und 7172 Punkten aus dem Handel. Der MDax schloss 0,6 Prozent fester bei 11.242 Zählern, der TecDax verbesserte sich ebenfalls um 0,6 Prozent auf 809 Stellen. Bereits am Montag kletterte der Dax um 2,5 Prozent auf 7123 Punkte.

Für das überwiegend verhaltene Agieren der Anleger sorgte vor allem die wieder in den Fokus rückende Euro-Krise. Moody's hatte Frankreich wegen Reformmangel das „AAA“-Rating entzogen. Die Agentur senkte die Bewertung um eine Stufe auf „Aa1“ und versah sie mit einem negativen Ausblick. Allerdings war Abwertung nach einem ähnlichen Schritt von Standard & Poor's zu Jahresanfang allgemein erwartet worden. Entsprechend hielten sich die Marktbewegungen in Grenzen.

In der Euro-Zone spielten Ratings nur noch eine begrenzte Rolle, schrieb Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz als Begründung für die schwachen Kursausschläge. „Der Rettungsschirm ESM ist ja gerade so konstruiert worden, dass durch eine Herabstufung eines AAA-Landes das mögliche Kreditvolumen nicht mehr tangiert wird (wie es beim EFSF der Fall gewesen wäre)“, führte der Experte weiter aus.

Während sich der Dax behaupten konnte, gab der Euro als Reaktion auf die Moody's-Entscheidung nach. Die Gemeinschaftswährung fiel zeitweise bis auf 1,2763 Dollar und kostete nach Börsenschluss in Frankfurt 1,2818 Euro. Die Renditen französischer Staatsanleihen trieb der Entzug der Bestnote nur leicht in die Höhe. Die Zinsen für die zehnjährigen Papiere kletterten auf 2,103 Prozent von 2,076 Prozent am Vorabend.

Für Zurückhaltung bei den Anlegern sorgte am Dienstag auch das für den Abend geplante Sondertreffen der EU-Finanzminister zum Thema Griechenland. Die Devisenexperten der Commerzbank sehen die Minister vor der „Herkulesaufgabe“, die seit Wochen versprochene Lösung zu finden. Auf dem Treffen soll zumindest geklärt werden, wie die Finanzlücken bis 2014 geschlossen werden können.

Griechenland soll Kreisen zufolge nach dem Willen Deutschlands die Hälfte seiner ausstehenden Staatsanleihen von Privatinvestoren zurückkaufen und so seine Schulden senken. Laut der Nachrichtenagentur Reuters würden die Inhaber der Papiere 25 Prozent des Wertes erhalten. Ob es wirklich Entscheidungen gibt, ist nach Angaben des Bundesfinanzministeriums allerdings noch unklar.

Zu den Gewinnern im Dax gehörten am Dienstag die Aktien von BASF (+2,25 Prozent), Lanxess (+1,6 Prozent), Volkswagen (+1,5 Prozent) und Deutsche Post (+1,6 Prozent).

Seite 1:

Frankreich-Rating belastet Dax-Anleger kaum

Seite 2:

Tag der Wahrheit bei Hochtief

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Frankreich-Rating belastet Dax-Anleger kaum"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Viel Erfolg, b_c_s. Nicht mehr lange, und ich bin auch long in Vola. Schönen Abend noch und bis bald!

  • Wider Erwartens sind wir doch noch mal am langjährigen Tief beim VIX Fut angekommen.
    Also, noch mal nachgekauft.

  • Schwitzehände oder was???? ;-)

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%