Börse Frankfurt: Frankreichwahlen drücken den Dax

Börse Frankfurt
Frankreichwahlen drücken den Dax

Die Zurückhaltung ist groß, die Veränderungen zum Vortag eher gering: Der Dax beendete den Handel mit einem kleinem Plus. Die bevorstehende Wahl in Frankreich könnte ein Grund dafür sein. Nächste Woche könnte sich das ändern.
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FrankfurtZurückhaltung – das Wort, dass den letzten Börsentag der Woche wohl am besten beschreibt. Zum Handelsende notierte der Dax mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent bei 12.048 Zählern. „Jegliche Positionierung vor dem Wochenende stellt vor dem Hintergrund der anstehenden ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl für die kurzfristig orientierten Trader ein unkalkulierbares Risiko dar“, sagte Börsenexperte Jochen Stanzl von CMC Markets. In der vergangenen Woche hatte der deutsche Leitindex erhebliche Mühe, die Marke von 12.000 Punkten zu verteidigen. „Vor der Wahl in Frankreich wollen die Anleger keine großen Risiken eingehen. Deshalb ist eine Fortsetzung der Konsolidierung rund um die 12.000-Punkte-Marke wahrscheinlich“, glaubt Milan Cutkovic, Marktanalyst von AxiTrader.

Der Pariser Leitindex CAC 40 verlor 0,2 Prozent – dabei war er am Donnerstag so stark gestiegen wie kein anderer großer europäischer Aktienindex. Der Euro Stoxx 50 ging mit einem kleinem Plus aus den Handel, MDax und TecDax ebenso.

Zusätzliche Verunsicherung für die Aktienindizes könnte auch der möglicherweise islamistisch motivierte Anschlag auf den Champs-Elysees in Paris am Freitag bringen. „Es bleibt zu hoffen, dass dieses Ereignis nicht die Wahl am Sonntag beeinflusst“, sagte Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets in London.

Der Gewinner des Dax waren Deutsche Bank mit einem Anstieg von guten 1,6 Prozent, gefolgt von Adidas mit einem Plus von 1,3 Prozent. Die Bank muss in den USA erneut für Regelverstöße bei Finanzgeschäften geradestehen. Die US-Notenbank Fed verhängte Bußgelder in Höhe von insgesamt 156,6 Millionen Dollar gegen das größte deutsche Geldhaus. Der Kernvorwurf lautet, die Bank sei zu lax bei ihren internen Kontrollen gewesen. Offenbar hatte man mit höheren Strafen gerechnet.

Von unten führte zuletzt Infineon mit einem Minus von 1,4 Prozent die Dax-Liste an, gefolgt von dem zuletzt zweiten Verlierer Beiersdorf mit 1,2 Prozent im Minus.

Im Technologieindex TecDax zogen die Aktien von Software AG die Blicke auf sich. Sie gewannen 7,9 Prozent, nachdem der SAP-Rivale mit Gewinn und Umsatz im vergangenen Quartal die Erwartungen von Analysten übertroffen hatte. Das operative Ergebnis fiel um fünf Prozent. Auch hier hatten Analysten ein schwächeres Ergebnis erwartet. Ein Händler lobte, dass das Unternehmen unerwartet robust profitabel sei.

Für die BVB-Aktien ging es um 2,6 Prozent aufwärts, nachdem sie am Vortag eher abwärts ging: Wegen des Ausscheidens des Fußball-Bundesligisten aus der Champions League waren die Aktien um mehr als drei Prozent abgesackt. Für Aufsehen sorgte dabei die Nachricht, dass die Polizei einen Tatverdächtigen wegen des Sprengstoffanschlags auf den BVB-Mannschaftsbus festgenommen hat. Laut Mitteilung der Bundesanwaltschaft scheint der mutmaßliche Täter auf einen durch den Anschlag verursachten Kursverlust der BVB-Aktie gesetzt zu haben, um dadurch einen Millionengewinn einstreichen zu können.

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