Börse Frankfurt
Grexit-Angst lässt Dax absaufen

Achterbahnfahrt beim Dax: Der griechische Schuldenstreit macht die Märkte nervös wie lange nicht. 300 Punkte lagen am Freitag zwischen Höchst- und Tiefststand. Am Ende schließt der Leitindex im dicken Minus.

FrankfurtDie Angst vor dem Grexit hat dem Dax eine echte Irrfahrt beschert. Zum Wochenausklang pendelte der Deutsche Aktienindex stark. Erst führte er moderate Verluste, dann gelang ihm ein leichtes Plus, später folgte ein Absturz über zwei Prozent. Am Ende ging das wichtigste deutsche Marktbarometer 1,2 Prozent leichter bei 11.197 Punkten aus dem Handel. Eine Einigung in Sachen Griechenland scheint wieder mal in weiter Ferne, und das trotz der jüngsten Spitzentreffen zwischen den Verhandlungspartnern.

Solange wie die Verhandlungen zwischen Griechenland und den Geldgebern nun schon dauern, fällt es schwer, ein Bild zu finden, das noch nicht abgegriffen wirkt. Doch tatsächlich erinnern die Irrfahrten des Dax zwischen Plus und Minus an die homerische Odyssee. Jedes Hin und Her zwischen Athen und Brüssel, Athen und Berlin, Athen und Washington sorgt auch auf den Aktienmärkten für Turbulenzen. Man hätte meinen können, den Anlegern sei aus Routine im Umgang mit der Krise ein dickes Fell gewachsen. Und zeitweise schien dem auch so. Doch auf Dauer sind die Anleger den möglichen Konsequenzen eines Grexits nicht gefeit.

Insgesamt lagen zwischen Höchst- und Tiefstand der Frankfurter Benchmark knapp 300 Punkte. Durch den Absturz im Späthandel schmolz das Wochenplus nur so dahin. Am Ende betrug es genau 0,0 Prozent, denn der Deutsche Aktienindex schloss auf den Punkt genau, wo er sich vergangene Woche Freitag ins Wochenende verabschiedet hatte. Damit beginnt das Spiel am Montag von gleicher Stelle.

Der Rückzug der IWF-Mitarbeiter traf die griechische Börse mit voller Härte. Der Athener Leitindex ASE General verlor am Freitag zeitweise drei Prozent. „Die Aussagen vom IWF dürften wohl die letzte Warnung an die griechische Administration sein. Wenn man sich dort nicht allmählich bewegt, dürfte der Währungsfonds tatsächlich irgendwann aus den Gesprächen aussteigen“, schrieben die Analysten der Essener Nationalbank in einem Kommentar.

Das ständige Auf und Ab der Börsen macht die Anleger langsam mürbe. Schon oft haben griechische Verhandlungsführer frühzeitig eine bevorstehende Einigung verkündigt, von der die Euro-Partner aber nichts wussten. Dann gab es wieder Entspannungssignale seitens der Geberländer, die schnell enttäuscht wurden. Der Briefverkehr zwischen Brüssel und Athen scheint ein neues Ausmaß angenommen zu haben, angesichts der Reformlisten die in den vergangenen Monaten eingereicht wurden - und jeweils vom Verhandlungspartner abgelehnt wurden.

Auch die zweite Frankfurter Reihe kämpfte mit starken Verlusten. Der Nebenwerte-Index MDax schloss notierte 1,1 Prozent leichter bei 20.023 Punkten. Die Technologie-Titelliste TecDax gab um 1,3 Prozent nach auf 1657 Zähler. Der Leitindex der Eurozone, der Euro-Stoxx-50, verlor 1,4 Prozent und kam auf 3502 Stellen.

Auch die New Yorker Börse konnte diesem europäischen Unsicherheitsfaktor nur wenig entgegensetzen. Zusätzlich mahnte der nächste Woche stattfindende Zinsentscheid der Federal Reserve zur Vorsicht. Zwar rechnen die wenigsten Marktteilnehmer damit, dass US-Notenbankchefin Janet Yellen die Zinswende am Mittwoch ausrufen wird, doch nichtsdestotrotz könnte Geldpolitik die Märkte wieder in Aufruhr versetzen. Zum Frankfurter Handelsschluss notierte der Dow-Jones-Index 0,8 Prozent schwächer bei 17.896 Punkten.

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