Börse Frankfurt
Griechenland lässt den Dax nicht los

Das nahende griechische Referendum lässt die Dax-Anleger zögern. Nach einem eher lahmen Handel verbuchte der Dax am Tagesende ein Minus. Die Anleger warten auf den nächsten Akt des Griechen-Dramas.
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FrankfurtNach den Verlusten zum Beginn der Woche macht sich Gelassenheit auf dem Börsenparkett breit. Im Verlauf des Tages pendelte der Dax um den Vortageswert. Am Nachmittag dämpften allerdings die schlechter als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten die Stimmung. Der Index schließt 0,7 Prozent tiefer auf 11.099 Punkten.

Im Juli wurden außerhalb der US-Landwirtschaft 223.000 neue Jobs geschaffen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Plus von 230.000 gerechnet. Die Experten der BNP Paribas hatten sogar 250.000 neue Stellen vorausgesagt.

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes ist ein wichtiger Faktor für die US-Notenbank bei ihrer Entscheidung über die künftige Geldpolitik. Allerdings werde die Fed auch die US-Inflation und die Griechenland-Krise genau im Auge behalten, betonte Gitzel. Bislang gilt bei Börsianern September als wahrscheinlichster Zeitpunkt für die lange erwartete Zinserhöhung.

In Europa ließ Griechenland die Anleger auch heute nicht los. Die Verhandlungen sind festgefahren. Die Euro-Gruppe will nun das Referendum am Sonntag abwarten, bei dem die griechische Bevölkerung über die Vorschläge der Gläubiger abstimmen darf. Erst danach wollen die Geldgeber mit Griechenland weiter verhandeln.

Griechenland seinerseits strebt eine Einigung am kommenden Montag an. Finanzminister Varoufakis hat im griechischen Fernsehen gesagt, er sei bereit, harte Auflagen zu akzeptieren, wenn die Tragfähigkeit der griechischen Schuldenlast gesichert sei. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte Varoufakis allerdings, er würde zurücktreten, falls die Bevölkerung mit einem „Ja” für die Reformvorschläge der Gläubiger stimmt. Er gehe jedoch davon aus, dass die Griechen die Vorschläge der Gläubiger ablehnen werden. Auf die Frage, ob er einer Vereinbarung ohne Schuldenerlass zustimmen würde, sagte er: „Ich würde mir lieber den Arm abschneiden.“ Auch Ministerpräsident Alexis Tsipras hat seine Zukunft als Regierungschef vom Ausgang der Volksabstimmung abhängig gemacht.

An den Börsen scheint die Skepsis aber kleiner zu sein als in der Politik. Ein mögliches „Nein” der Griechen nehmen Analysten gelassen entgegen. „Ein 'Nein' wäre wohl der Anfang getrennter Wege von Eurozone und Griechenland. Die erste Reaktion der Finanzmärkte könnte vergleichbar mit der vom Anfang dieser Woche sein”, schreibt CMC-Analyst Andreas Paciorek. Am Montag nach der Bekanntgabe des Referendums hatte der Dax bei hohen Handelsumsätzen 3,6 Prozent verloren. Doch es könnte auch wieder schnell aufwärts gehen, so der Analyst. Und: „Ein positives Referendum könnte durchaus zu einer kurzfristigen Euphorie im Markt im Markt führen und den Dax wieder in die Zone um 12.000 Punkte führen.”

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