Börse Frankfurt
Griechenlands Schulden belasten den Dax

Die EZB will griechische Staatsbonds nicht mehr als Kreditsicherheit akzeptieren. Die Athener Börsen gingen auf Talfahrt. Auch der Dax musste Verluste hinnehmen. Selbst starke US-Börsen konnten die Stimmung nicht drehen.
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FrankfurtGriechenland will seine Schulden zurückzahlen. Doch wie das Land das anstellen möchte, ist unklarer denn je. Die neue griechische Regierung um den Ministerpräsident Tsipras und Finanzminister Yanis Varoufakis kämpft um eine Rückzahlungspolitik, die die griechische Gesellschaft nicht so stark belastet wie die Auflagen der Troika.

An den europäischen Börsen löst der sparkritische Kurs Griechenlands Verunsicherung aus. Der Dax rutschte von Beginn an ins Minus, das er nur am Vormittag kurz verlassen konnte. Selbst die von starken Arbeitsmarktdaten angetriebenen US-Börsen brachten keine Wende. Am Ende ging der Leitindex mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 10.905 Punkten aus dem Handel.

Dramatischer war die Lage in Athen. Dort gab der ASE General Index zwischenzeitlich über neun Prozent nach. Später stabilisierte sich der Leitindex ein wenig. Beendet hat er den Handelstag dennoch mit einem satten Minus in Höhe von 3,4 Prozent auf 819 Punkten.

Heimlicher Star des heutigen Börsenhandels war der MDax. Der Index der mittelgroßen Werte beendete den Handel mit einem Plus von einem Prozent auf 19.105 Punkten. Damit notierte der MDax so hoch wie nie zuvor in seiner Geschichte.

Trotz des Rekords des MDax bleibt die Lage an der Börse angespannt. Die Anleger blicken mit Sorge auf die Europäische Zentralbank und auf Griechenland. Die Zentralbank hob am Mittwochabend zunächst überraschend die Sonderregelungen für den Einsatz griechischer Staatsanleihen als Sicherheiten auf. Ab dem 11. Februar könnten griechische Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheit für EZB-Kredite genutzt werden.

Später jedoch ruderte die EZB teilweise zurück. Die Zentralbank genehmigt griechischen Banken Notfallkredite in Höhe von 60 Milliarden Euro. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Notenbankkreisen. Das Notfall-Programm namens ELA richtet sich an Banken, die sich zeitweise in einer außergewöhnlichen Situation befinden.

„In dieser Größenordnung bewegt sich der Spielraum“, sagte einer der Insider am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Es könnte sogar noch mehr sein. „Die Welt“ hatte zuvor Ähnliches berichtet. Die EZB lehnte eine Stellungnahme ab.

Bundesbankchef Jens Weidmann hatte zuvor gegen eine zu laxe Gangart bezüglich des ELA-Programms gewettert. Er fordert auch bei der Bewilligung von Notfall-Liquiditätshilfen (ELA) von der EZB gegenüber Griechenland einen harten Kurs. „Ich bin der Auffassung, dass wir bei ELA strenge Maßstäbe anlegen sollten“, sagte Weidmann der „Börsen Zeitung“ (Donnerstagausgabe). Wenn das Konsequenzen für die Finanzstabilität habe, müsse die Politik handeln.

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Kommentare zu " Börse Frankfurt: Griechenlands Schulden belasten den Dax"

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  • Das ist ja grauenhaft, was hier abgeht. Das soll das Dax-Forum einer seriösen Finanzzeitung sein?

  • Sicherlich genau so real wie der laufende Short.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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