Börse Frankfurt
Griechisches Schuldendrama drückt den Dax ins Minus

Griechenland muss sich mit seinen Geldgebern einigen. Doch die Zeit wird knapp. Vom Treffen der Euro-Finanzminister erwarten die Dax-Anleger indes keine Fortschritte. Gerüchte über ein „Grexit“ belasten den Leitindex.
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FrankfurtDer Dax kann derzeit keine dauerhafte Richtung einschlagen. Nach massiven Gewinnen am Freitag musste der Leitindex am Montag bei insgesamt sehr niedrigen Umsätzen ein Minus von 0,3 Prozent auf 11.673 Punkten hinnehmen. Der MDax schloss 0,1 Prozent tiefer auf 20.589 Punkten. Der TecDax stieg bei 1672 Zählern um 0,6 Prozent.

Für Verkaufsstimmung sorgten heute zwei Faktoren. Zum einen belasteten miese deutsche Industriedaten die Stimmung. Die Produktion war im März um 0,8 Prozent gefallen, während die Aufträge schwächer als erwartet zulegten. Zum anderen blickten die Anleger mit Sorge auf das Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel.

Seit Monaten wird über Reformen gestritten, die die Euro-Länder und der IWF von der Regierung in Athen für weitere Finanzhilfen verlangen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble rechnete zuletzt nicht mit substanziellen Fortschritten. „Die Anleger werden zusehends pessimistischer“, sagt Adam Myers, Stratege bei Credit Agricole. Immer mehr Anleger setzen offenbar auf ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone. Sie nehmen entweder ihre Gewinne mit oder halten sich aus dem Marktgeschehen gleich komplett raus. Das bestätigen auch die niedrigen Handelsumsätze im Dax, die heute nur ein Volumen von etwas mehr als 2,4 Milliarden Euro erreichten.

An den griechischen Märkten war die Nervosität ebenfalls zu spüren: Der Athener Leitindex verlor bis zu 3,6 Prozent, der Bankenindex gab knapp neun Prozent nach. Am Anleihenmarkt kletterten die Renditen zehnjähriger griechischer Titel in der Spitze auf rund elf Prozent nach 10,784 Prozent im Schlussgeschäft am Freitag. Auch die Verzinsung der deutschen, italienischen und spanischen Anleihen zog an. Der Euro rutschte 0,5 Prozent ins Minus auf 1,1149 Dollar.

In der neuen Woche werde sich nun zeigen müssen, ob die Optimisten oder die Pessimisten die Oberhand am Aktienmarkt behalten, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba in einer Studie. Neben der Quartalsberichtssaison sei auch das Thema Griechenland von Bedeutung.

Experten wie Robert Halver, Leiter Kapitalmarktstrategie bei der Baader Bank, haben keine strukturellen Zweifel an Aktien, die für Gewinnmitnahme sprechen würden. Weder werde der Euro zu einer Starkwährung, noch würden wirklich höhere Renditen bei Anleihen Aktien ernsthafte Konkurrenz machen. Eher sei von einem „reinigenden Gewitter, einer vorübergehenden Korrektur“ auszugehen.

Bei den Einzelwerten fielen heute die Lufthansa-Aktien auf, die 3,4 Prozent zulegen konnten. Direkt dahinter positionierte sich K+S mit einem Plus von 1,9 Prozent. Der Kali- und Salzkonzern will morgen über sein erstes Quartal berichten. Analystenschätzungen zufolge hat K+S zum Jahresauftakt deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Auf der anderen Seite waren Volkswagen mit einem Verlust von zwei Prozent und Continental mit minus 1,3 Prozent zu finden.

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