Börse Frankfurt
Große Koalition bringt Rekordfieber zurück

Der Dax geht mit einem neuen Schlussrekord aus dem Handel. Für Auftrieb sorgten vor allem positive US-Konjunkturdaten, sowie die Schwarz-Rote Koalitionsvereinbarung. Großer Gewinner der Einigung war die Deutsche Post.
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FrankfurtÜberraschend gute US-Konjunkturdaten, sowie die Einigung von Union und SPD auf einen Koalitionsvertrag haben dem Dax am Mittwoch zu neuen Rekorden verholfen. Der Dax ging mit einem neuen Schlussrekord von 9351 Punkten aus dem Handel. Das neue Allzeithoch wurde bei 9363 Punkten markiert. Der Euro Stoxx legte um 0,65 Prozent zu. Der Euro kletterte zwischenzeitlich über die Marke von 1,3600 Dollar.

„Das Wichtigste sei, dass Deutschland eine stabile und handlungsfähige Regierung bekomme - sofern die SPD-Basis zustimme", erklärte Analyst Christian Schulz von der Berenberg Bank. „Zudem sei für die Finanzmärkte die Fortsetzung der Europapolitik mit der Unterstützung für die Krisenstaaten im Gegenzug für Reformen entscheidend."

Die Einigung der Berliner Koalitionäre auf einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn machte vor allem den Post-Aktionären Freude: Denn viele Konkurrenten werden nach Einschätzung von Börsianern anders als die Deutsche Post davon betroffen sein. Nach Darstellung ihres Chefs Frank Appel zahlt die Post schon mehr. Die Aktien legten um 3,48 Prozent auf 25,71 Euro zu und notierten damit so hoch wie zuletzt Anfang Mai 2007. Zudem führten sie die Dax-Gewinnerliste an.

Positive Impulse erhielten die Märkte zusätzlich aus den USA. Der Konjunkturindex aus Chicago und der von Reuters und der Uni Michigan berechnete Verbrauchervertrauensindex fielen deutlich besser aus, als von Analysten erwartet. Auch die Frühindikatoren für Oktober waren stärker als gedacht angezogen. Generelle Zweifel am US-Wachstum seien nicht angebracht, kommentierte ein Börsianer. Analyst Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus erklärte, es sehe so aus als gingen die USA mit einer positiven Grunddynamik ins neue Jahr. Ein Wermutstropfen sei aber der etwas stärkere Rückgang der Industrieaufträge in den USA im Oktober.

Gesucht waren die Aktien von Heidelberg Cement mit einem Plus von 1,42 Prozent, was Händler auf eine Kaufempfehlung der Berenberg Bank zurückführten. Auf der Verliererseite standen nur wenige Aktien, darunter die von Fresenius Medical (FMC), bei denen einige Anleger Kasse machten. FMC fielen um 0,87 Prozent. Die Nebenwerte konnten bei dem Rekordlauf des Dax nicht mithalten. Der MDax notierte kaum verändert. Eine Verkaufsempfehlung der UBS drückte MTU Areo um 3,3 Prozent. 

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  • Nanu, US-Indizes im Minus. Ich dachte, das wurde abgeschafft. Wie kann das sein?

    Der Dax wird ja wohl nicht mehr fallen, oder? Nein, der steht stramm wie eine gute, deutsche Eiche.

  • Das erklärt einiges Karim!

  • Natürlich. Hab erst heut gelesen, dass alle Volkswirte nur noch auf die KO-Schwellen achten. Frag mal den X_TRADER (der grad mit Rainbow Tours auf Abschlussfahrt nach Ischgl fährt) ganze Händlerschwadronen in den Banken handeln nur noch auf Knockout....alles andere zählt nicht mehr. Tzzzzz, was für ne Knockout Paranoia...

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