Börse Frankfurt
Gute Unternehmensnachrichten stützen Dax

Unterstützt von deutlichen Kursgewinnen bei Finanzwerten hat der Dax am Montag mit einem satten Plus geschlossen. Anleger reagieren erleichtert auf gelockerte Regeln zur Verschuldungsquote für europäische Banken.
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FrankfurtKurssprünge bei Banktiteln und gute Unternehmensnachrichten haben den deutschen Aktienmarkt am Montag gestützt. Die Regulierer hatten am Wochenende die Bestimmungen zur Verschuldungsquote gelockert und sich auf eine einheitliche Berechnung geeinigt, damit die europäischen Institute gegenüber ihren US-Konkurrenten keine Nachteile haben. Außerdem soll damit verhindert werden, dass die Banken weniger Kredite vergeben.

Der deutsche Leitindex schloss 0,4 Prozent fester auf 9510 Punkten. „Das ist eine gute Nachricht, denn es verschafft den Banken Luft zum Atmen“, sagte Aktienhändler David Thebault vom Brokerhaus Global Equities. Viele Anleger hätten befürchtet, dass bei zu strengen Regelungen der Gewinn der Geldhäuser schrumpft.

Der Index für die europäischen Banken stieg am Montag um bis zu 1,6 Prozent und notierte mit 205,62 Punkten auf dem höchsten Stand seit April 2011. Für den MDax ging es am Montag gar auf ein neues Rekordhoch bei 16.780 Punkten. Der Index mittelgroßer Werte schloss dann 0,8 Prozent fester auf 16.773 Zähler. Der TecDax zog um 1,0 Prozent auf 1227 Punkte an. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,2 Prozent zu.

„Von dieser veränderten Berechnung der Verschuldungsquote dürften die Investmentbanken am meisten profitieren“, schrieb Analyst Gary Greenwood von Shore Capital in einem Kommentar. Mit Kursgewinnen zwischen 2,9 und 4,7 Prozent belegten Deutsche Bank, die Schweizer UBS und die britische Barclays die ersten drei Plätze im europäischen Auswahlindex Stoxx50. Commerzbank gewannen sogar 5,5 Prozent und schlossen auf einem Zwei-Jahres-Hoch von 13,69 Euro.

An der Wall Street hielten sich Anleger mit Käufen dagegen zurück. Sie befürchteten offenbar eine enttäuschende US-Bilanzsaison, sagte Peter Jankovskis, der bei Oakbrook Investments die Anlage-Entscheidungen mitverantwortet. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 notierten bei Xetra-Schluss in Deutschland kaum verändert.

Für reichlich Diskussionsstoff sorgte außerdem die US-Geldpolitik. Börsianer rätselten, ob und wie die Fed auf die enttäuschenden Arbeitsmarktdaten vom vergangenen Freitag reagiert. Die US-Notenbank, die das Volumen ihrer monatlichen Wertpapierkäufe zum Jahreswechsel auf 75 von 85 Milliarden Dollar reduziert hat, macht die weitere Straffung ihrer Geldpolitik von der Entwicklung der Beschäftigung abhängig. Die Terminkontrakte auf US-Zinsen signalisierten am Montag, dass Anleger nun frühestens Ende 2015 statt wie bisher Mitte 2015 mit einer ersten Leitzinserhöhung rechnen.

Neben den Finanzwerten waren am Montag auch ThyssenKrupp gefragt: Die Bündelung der bislang eigenständigen Anlagenbau-Unternehmen unter einem Dach weckte Börsianern zufolge bei dem Investoren neue Fantasien - die Aktien kletterten um 3,4 Prozent an. Aus technischer Sicht haben die Titel zudem Aufholpotenzial. Allein seit Anfang Dezember haben sie mehr als fünf Prozent an Wert verloren. Auch die Hoffnung auf einen Verkauf des Werks in Brasilien helfe, sagte ein Händler.

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Air-Berlin-Titel schießen nach oben

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  • Offensichtlich kommt nicht genug Kohle an die Börse.Umschichtungen sind angesagt-siehe Bankaktien,auch wenn diese meilenweit von ihren Höchstkursen entfernt sind.

  • • Er bewegt sich doch kaum der Dax und das seit Tagen/Wochen. Und die Anleger werden von den Analysten schön verwirrt, indem die einen permanent behaupten, eine Korrektur stehe an und die anderen gehen von 10-11000 in bälde aus. Dasselbe beim Gold: Letzte Woche von Moodys u.a. auf 1000 Euro taxiert, heute nun von irgend ner Bank kurzfristig auf 1300. Der Anleger wird verunsichert und zum Idioten degradiert, während fein die Stopps abgegriffen werden.

  • Das Niveau ist seit Monaten unter dem Nullpunkt.
    Ob durch unregistrierte Trolle oder registrierte "Experten" mit angelichem Handel, völlig egal.

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