Börse Frankfurt
Guter Bilanzsaison-Beginn treibt Dax ins Plus

Die Bilanzsaison hat am Mittwoch das Geschehen an der Frankfurter Börse geprägt. Die Deutsche Bank stand erneut unter Druck, positive Nachrichten hingegen beflügelten Volkswagen. Der Dax schließt über 10.300 Punkten.

FrankfurtFreundliche Vorgaben aus Tokio und New York, vor allem aber positive Unternehmensnachrichten aus dem eigenen Land ließen die Kauflaune der Dax-Anleger am Mittwoch steigen. Der deutsche Leitindex legte zu bis zum Handelsschluss 0,7 Prozent auf 10.319 Zähler zu. Am Dienstag hatte der Dax 0,5 Prozent auf 10.247 Prozent gewonnen. Der MDax gewann gut ein Prozent auf 21.216 Punkte, der TecDax legte 1,4 Prozent auf 1716 Zähler zu. Der EuroStoxx 50 verließ den Handel 0,7 Prozent höher bei 2998 Punkten.

„Die Berichtssaison für das zweite Quartal hat insgesamt gut begonnen”, sagte ein Händler. Allerdings schwebe die schwierige Lage der Finanzbranche, deren Fitness ohnehin auf dem Prüfstand steht, weiter wie ein Damoklesschwert über dem Markt. So warfen die Anleger am Mittwoch die Aktien der Deutschen Bank und der italienischen Unicredit aus ihren Depots.

Unterstützung kam von der Zentralbankseite: Viele Anleger setzten weiter auf einen Geldsegen der großen Notenbanken. So kündigte die Regierung in Tokio für kommende Woche ein milliardenschweres Konjunkturpaket an. Viele rechneten zudem damit, dass die Bank of Japan (BoJ) weiter wie die EZB Geld drucken wird. Die US-Notenbank Fed, deren Offenmarktausschuss am Mittwochabend nach Handelsschluss in Europa seine aktuelle Lagebeurteilung veröffentlicht, dürfte sich zudem mit der zweiten Zinserhöhung seit der Zinswende im Dezember Zeit lassen.

Auf Unternehmensseite hagelte es Bilanzergebnisse: Nach Apple und Twitter am späten Abend in den USA legten in Europa am Morgen unter anderem BASF, Deutsche Bank und Santander ihre Bilanzen vor. Die Deutsche Bank schloss das zweite Jahresquartal mit einem kleinen Gewinn von 20 Millionen Euro nach Steuern ab. Damit trifft die Bank annähernd die Erwartungen der Analysten. Dennoch geriet der Kurs der Aktie heftig unter Druck. Die Papiere verloren zum Tagesbeginn mehr als fünf Prozent konnten die Verluste jedoch auf gut 3,2 Prozent bei 12,44 Euro beschränken. Die Deutsche-Bank-Papiere waren dennoch größter Verlierer im Index.

Die Aktien von Infineon mit einem Plus 2,6 Prozent schafften es ganz oben in die Liste der Dax-Gewinner. Als Grund nannten Händler die milliardenschwere Übernahme des US-Chipherstellers Linear Technology durch den heimischen Konkurrenten Analog Devices. Zudem profitierten Infineon von der guten Aufnahme der Apple-Zahlen. Das schob auch die im TecDax gelisteten Aktien von Dialog um fast fünf Prozent in die Höhe.

Auch die Volkswagen-Aktie kletterte an die Dax-Spitze. Grund: Positive Absatzzahlen. Die Aktie gewann 2,4 Prozent. Der Wolfsburger Konzern konnte den Absatz im Juni trotz des Abgasskandals steigern. Im vergangenen Monat legten die weltweiten Auslieferungen um 4,7 Prozent auf 492.800 Fahrzeuge zu, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Dies war das erste Plus seit Januar. Grund für den Zuwachs im Juni war vor allem ein starkes Absatzplus von fast einem Viertel in China. In den USA, wo im vergangenen September die Abgasmanipulation aufgeflogen war, sackten die Verkaufszahlen dagegen um ein Fünftel ab. In Europa war der Absatz stabil. Seit Jahresbeginn schrumpften die Auslieferungen der Marke VW um 0,7 Prozent auf 2,93 Millionen Fahrzeuge.

Die jüngste Erholung des Ölpreises kommt beim Chemiekonzern BASF noch nicht an. Im zweiten Quartal fiel der Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen um 16 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro, wie das Ludwigshafener Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten im Schnitt auch soviel erwartet. Der Kurs gab 1,9 Prozent nach. Damit gehörten BASF hinter der Deutschen Bank zu den größten Dax-Verlierern

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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