Börse Frankfurt: Hellas-Krise sorgt für Ausverkauf beim Dax

Börse Frankfurt
Hellas-Krise sorgt für Ausverkauf beim Dax

Ein schwacher Euro, sinkende Ölpreise und die Diskussion um „Grexit“ – einen Euro-Austritt Athens – erschüttern die Märkte. Der Dax schließt rund drei Prozent im Minus. Die Marke von 9.500 Punkten ist gefallen.
  • 32

FrankfurtZum Auftakt der ersten vollen Handelswoche im neuen Jahr sind die Anleger an den europäischen Aktienmärkten auf Tauchstation gegangen. Der Dax brach bis zum Nachmittag um drei Prozent auf 9468 Punkte ein und schloss bei 9473 Punkten rund drei Prozent im Minus. Der EuroStoxx50 verlor sogar 3,7 Prozent auf 3023 Punkte. Dass der Dax etwas weniger als der EuroStoxx verlor, hängt mit der Zusammensetzung der Indizes zusammen. So gibt es keine großen Ölkonzerne im deutschen Leitindex, während im EuroStoxx 50 unter anderem Eni und Total gelistet sind, die sechs beziehungsweise vier Prozent verloren. Auch der Euro rutschte tiefer. Die Gemeinschaftswährung markierte mit 1,18605 Dollar auf der Handelsplattform EBS zeitweise den tiefsten Stand seit 2006.

Für Unsicherheit sorgt derzeit vor allem Griechenland. Knapp einen Monat vor der vorgezogenen Parlamentswahl führt die reformkritische Syriza weiter die Umfragen an. Anleger fürchten, dass die Euro-Krise im Falle eines Wahlsieges der Syriza wiederaufflammen könnte, da die Partei bereits angekündigt hat, die Vereinbarungen mit den internationalen Geldgebern ändern und den Sparkurs des Euro-Krisenlandes lockern zu wollen. Laut „Spiegel” ist die Bundesregierung bereit, Griechenland notfalls auch aus der Euro-Zone ziehen zu lassen („Grexit”). Inmitten der Spekulationen um einen Euro-Austritt ist die Börse in Athen am Montagnachmittag um gut fünf Prozent abgesackt. Der Leitindex Athex verlor 5,19 Prozent, erholte sich jedoch anschließend wieder etwas.Viele der Investoren warfen griechische Staatsanleihen aus ihren Depots.

Angesichts der Spekulationen über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone hat die EU-Kommission darauf verwiesen, dass die Mitgliedschaft in der Währungsunion nicht aufgegeben werden kann. Die Zugehörigkeit zur Eurozone sei „unwiderruflich”, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission. Es gebe in den europäischen Verträgen keine Bestimmung, die einen Austritt vorsehe.

Mindestens ebenso heiß wie die politische Lage in Griechenland wird auch die Geldpolitik der EZB diskutiert. In einem Handelsblatt-Interview erklärte Draghi zuletzt, die Zentralbank befinde sich in technischen Vorbereitungen, um Umfang, Tempo und Zusammensetzung ihrer Maßnahmen im Kampf gegen die niedrige Inflation bei Bedarf Anfang 2015 zu verändern. Das nächste Mal entscheidet sie am 22. Januar über ihren geldpolitischen Kurs. Viele Marktbeobachter rechnen mindestens mit einem Zeitplan für breit angelegten Wertpapierkäufe.

Während die Eurozone damit auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik zusteuert, bewegt sich die US-Notenbank auf eine Straffung ihrer Geldpolitik zu. Die Aussicht auf eine erste Zinserhöhung in den USA nach der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise beflügelt den Dollar und setzt den Euro im Gegenzug immer stärker unter Druck. Denn für Anleger ist es interessanter, in Dollar zu investieren.

Für Verunsichrung bei den Anlegern sorgen derzeit außerdem der Ölpreis und die russische Börse. Der russische Leitindex verlor wegen anhaltendem Ölpreisverfall in der Spitze fast sechs Prozent. Anleger fürchten einen deutlichen Einbruch der russischen Konjunktur - wegen der wegbrechenden Einnahmen aus Rohstoff-Exporten und der westlichen Wirtschaftssanktionen schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im November im Vergleich zum Vorjahresmonat bereits um 0,5 Prozent. Das war der erste Rückgang seit Oktober 2009.

Der Preis für die as Nordsee-Ölsorte Brent fiel am Montag um bis zu 3,5 Prozent auf 54,44 Dollar je Fass, den niedrigsten Stand seit Anfang Mai 2009. US-Leichtöl der Sorte WTI verlor rund fünf Prozent auf 49,95 Dollar je Barrel. Seit Mitte vergangenen Jahres brachen die Ölpreise um rund die Hälfte ein. Der russische Leitindex gab 2014 rund 30 Prozent nach.

Seite 1:

Hellas-Krise sorgt für Ausverkauf beim Dax

Seite 2:

Unternehmen im Blick

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Hellas-Krise sorgt für Ausverkauf beim Dax"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Naja ich bin neu hier..."

    Aber nie im Leben, nur neuer Name, lustiger Versuch :)

  • mike winter der noch an den sommer glaubt

    um 19:15 Uhr noch so ein Kommentar

    Alle Achtung,das nenne ich eine positive Einstellung.
    So einen Kommentar hier reinstellen nach all den vorherigen Kommentaren.

    Ich kann leider nichts dazu sagen,dieser Kommentar ist mir zu anstrengend....

  • Guten Abend , Ihre Ausführungen gefallen mir! Was Sie höflich Fehler der Eu nennen, nenne ich krimminell!!Wie schön, dass es die Ukraine u Griechenland gibt- nun auch noch Pegida , besser kann es für Bundestag und Eu nicht laufen.Na ja ich bin neu hier, da tut Zurückhaltung gut.Ich habe einmal an die Marktwirtschaft und Demokratie geglaubt. Auch Europa ist unverzichtbar. Was aber daraus gemacht wurde und wird ist mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar!Ich denke ich bin hier richtig, will etwas lernen und mich äußern. Das Fernsehen mit seinen merkwürdigen Talk und Gewinnshows ist unter aller Kanone. Ob das Handelsblatt wirklich unabhängig ist werde ich heraus finden! Schönen Abend noch

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%