Börse Frankfurt
Hexensabbat verhext den Dax

Erst die Fed, dann der Hexensabbat. Die Aktienmärkte suchten am Freitag nach einem rettenden Anker, doch finden konnten sie ihn nicht. Der Dax beendete die Handelswoche mit großen Verlusten.
  • 34

FrankfurtEine Handelswoche zum Vergessen. Der Dax schloss am Hexensabbat satte 1,8 Prozent tiefer auf 7.789 Punkten. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf mehr als vier Prozent. Zwar wurden stärkere Schwankungen am großen Verfallstag, auch Hexensabbat genannt, erwartet, doch von diesen war in den ersten Handelsstunden zunächst noch nicht zu spüren. Erst mit Eröffnung der US-Börsen wuchs die Unbeständigkeit der Aktienmärkte und mit ihr der Verlust des Dax.

In New York zeigten sich die Börsen ähnlich volatil. Zur Eröffnung noch stark, verloren Dow Jones & Co. schnell den Anschluss. Am Abend notierte der US-Leitindex 0,3 Prozent im Minus auf 14.708 Zähler. Zum Start lag er 0,7 Prozent im Plus.

Doch auch wenn der Hexensabbat für Kapriolen beim Dax gesorgt hat, bleibt das alles beherrschende Thema die Geldpolitik der Fed. Die wagen Ankündigungen des Fed-Chef Ben Bernanke zu einer möglichen Straffung der Geldpolitik, ließen weltweit die Kurse in den Keller rauschen.

„Obwohl Bernanke kaum Änderungen in seinen Aussagen vornahm, haben die Märkte jeglichen Interpretationsspielraum ausgereizt“, hieß es in einem Marktkommentar der St. Galler Kantonalbank. Die Überreaktion auf Bernankes Worte zeige, wie dominant die Zentralbanken in den letzten Jahren geworden seien.

Die Lage an den Aktienmärkten bleibt also weiterhin angespannt. Von einem nachhaltig positiven Trend an den Börsen ist man noch weit entfernt. Der Handel am Donnerstag hat gezeigt, dass sich die Anleger immer noch sehr schwer mit der Vorstellung anfreunden können, dass die Fed irgendwann in näherer Zukunft ihr Anleihekaufprogramm reduzieren und die Zinsen anheben könnte. Doch solange diese Renitenz der Anleger bestehen bleibt, solange dürften die Fundamentaldaten den Aktienkursen hinterherlaufen – und solange kann man nicht von Nachhaltigkeit sprechen.

Die Analysten der LBBW gehen davon aus, dass die Fed bei der Reduzierung ihrer Anleihenkäufe ein vorsichtiges Tempo an den Tag legen wird. Auch eine Zinsanhebung in den USA dürfte bis Jahresende 2014 voraussichtlich nicht auf der Agenda stehen, hieß es in einem Kommentar der Bank. Bernanke will nur dann das Fuß vom Gaspedal nehmen, wenn sich die Wirtschaft in den USA nachhaltig erholt.

Das drohende Auseinanderbrechen der Regierungskoalition in Griechenland setzte der Börse in Athen zu. Investoren zogen sich zurück und drückten den griechischen Leitindex knapp vier Prozent ins Minus. In Athen scheint sich nach gerade mal einem Jahr Amtszeit ein Austritt der Demokratischen Linken aus der Regierungskoalition abzuzeichnen. Auslöser der Krise war die umstrittene Schließung des staatlichen Rundfunksenders ERT.

Seite 1:

Hexensabbat verhext den Dax

Seite 2:

Oracle-Zahlen belasten SAP

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Hexensabbat verhext den Dax"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das einzige worübe rich mich ärgere ist das ich meine seit 8.400 eingesammelten Puts am Donnerstag zu früh gegeben habe...wären nochmal 25% mehr drin gewesen.
    Ab Montag mal vorsichtig auf die Call Seite wechseln mit engem SL und dann mal weiter schauen. Spätestens bei den ersten Schlagzeilen a'la "Dax geht Richtung 8.500" wieder Puts einsammeln ;-)

  • Die Dummen glauben an Investitionen in Sachwerte wie Aktien, die beim DAX mit einem KGV von 12 ja so völlig unterbewertet sind - wohlgemerkt bei in D, China und einigen weiteren wichtigen Ländern RÜCKLÄUFIGER Konjunktur.

    Die Dummen glauben konsequenterweise an einen kurzfristigen Anstieg des DAX auf 9000 oder - wie das Handelsblatt - 10000 (klassisches Eigentor).

    Mein BMW Put (gekauft am 10.5.) gefällt mir immer besser. Und passt gut zur Konjunktur der Hauptabsatzmärkte - in jedem Fall besser als die Aktie.

  • ............wir stehen unmittelbar vor einem Erdbeben! Wie war das?.....Erdbeben? Ja, so ist es.
    Alle Anleger mit wenig Kenntnis von politisch wirtschaftlichen Zusammenhängen (täglich zuverlässig lesen), sollten sich sofort von der Börse fernhalten, bzw. aussteigen. Es wird kein weiteres Ansteigen der Märkte geben, und das zuverlässig. Der baldige Crash wird vorausichtlich in Asien eingeleitet. Es wird so sein......Optimismus? Nein! Für die nächste Zeit keine positive Entwicklung...........

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%