Börse Frankfurt
Höhenangst beim Gipfelsturm

Nach dem zwischenzeitlichen Höchststand von gestern trübt sich die Stimmung ein. Die Börsianer gehen auf Nummer sicher, der Dax verliert moderat. Immerhin sorgt eine gewendete Wall Street für einen freundlichen Ausklang.
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FrankfurtDer Dax ist zur Wochenmitte eingeknickt. Nach einem schwierigen Handel schloss der Deutsche Aktienindex 0,4 Prozent leichter bei 10.710 Zählern. Damit lief er mehr als 100 Punkte unter dem Jahreshoch von 10.827 Zählern, das er erst am Dienstag erreicht hatte. Anleger zeigten sich vorsichtig und nutzten die Chance für Gewinnmitnahmen. Dem gescheiterten Durchbruch nach oben folgte der Blick nach unten. Ohne signifikante Konjunkturdaten auf der Tagesordnung, galt das Augenmerk am Mittwoch der Bilanzsaison, doch die Zahlen enttäuschten – auch auf internationaler Ebene. Vor allem Bayers Zahlen wurden mit Spannung erwartet. Investoren stellen sich die Frage, wie gut der Chemie- und Pharmakonzern aufgestellt ist, vor der beschlossenen Übernahme des Saatgutriesen Monsanto.

Und Bayer konnte mit seinen Zahlen positiv überraschen. Wie der Konzern am Morgen mitteilte, stieg der Gewinn im dritten Quartal um deutliche sechs Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Analysten hatten durchschnittlich 2,5 Milliarden prognostiziert, der Umsatz kletterte um zwei Prozent. Für das Geschäftsjahr bekräftige der Chef der Leverkusener, Werner Baumann, das Ziel, im oberen einstelligen Prozentbereich wachsen zu wollen. Wachstumstreiber war vor allem das Pharmageschäft. Gerade die Sparte, die unter besondere Beobachtung der Aktionäre steht, sorgt sich der ein oder andere doch um eine mögliche Negativwirkung der Monsanto-Übernahme auf das Geschäft.

Die Investoren zeigten sich dennoch unbeeindruckt. Nach einem kurzen Auf fielen die Bayer-Papiere um 1,45 Prozent bis zum Handelsschluss und war damit einer der schwächsten Titel im Dax. Baumann kündigte an, dass Bayer noch in diesem Jahr den Übernahmeprozess der US-Firma in die Wege leiten werde. Zuerst soll ein Antrag in den Vereinigten Staaten USA gestellt werden und voraussichtlich im ersten Quartal 2017 in der EU. Monsanto musste im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 einen Gewinneinbruch um rund 42 Prozent verdauen. Im Schlussquartal schrieben die Amerikaner zwar rote Zahlen, konnten ihren Verlust aber deutlich eindämmen und schnitten besser ab als erwartet. 

Generell zeigten sich Europas Börsen am Mittwoch auf dem Rückzug. Der Leitindex der Eurozone, der Euro-Stoxx-50 schloss 0,2 Prozent leichter bei 3081 Punkten. Die zweite Frankfurter Reihe wies ähnlich hohe Verluste aus. Der MDax der Nebenwerte kam mit 21.222 Punkten auf ein Minus von 0,2 Prozent, der TecDax verlor 0,4 Prozent auf 1752 Stellen.

Schwaches Öl hatte den Handel lange Zeit zusätzlich belastet, doch die Nachricht gesunkener US-Lagebestände sorgte für Erleichterung. Die Ölsorte Brent konnte sich über der so wichtigen 50-Dollar-Marke halten, WTI pendelte um sie herum. Der teurere Rohstoff half der Wall Street aus einem schwachen Frühhandel, der wiederum den europäischen Börsen einen freundlichen Ausklang bescherte. In New York kam der Dow-Jones-Index mit 18.220 Punkten auf ein Plus von 0,3 Prozent. Auf die Stimmung drückten Apple-Zahlen. Der Börsenliebling musste zum ersten Mal seit Jahren einen Umsatzrückgang ausweisen.

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