Börse Frankfurt: Hoffnung der Börsen ruht auf der EZB

Börse Frankfurt
Hoffnung der Börsen ruht auf der EZB

Der Dax ist weiter nicht zu bremsen. Die Hoffnung auf eine mögliche Zinssenkung lockt momentan viele Anleger an die Aktienmärkte. Doch Börsianer sind gewarnt: Aus den USA kommen bereits die ersten Negativmeldungen.
  • 7

FrankfurtUnerwartet robuste Bilanzen europäischer Finanzinstitute und anhaltende Zinssenkungs-Fantasien haben den Börsen am Dienstag Auftrieb gegeben. Gesprächsthema Nummer eins war hierzulande die Deutsche Bank, die mit ihrem hohen Quartalsgewinn und einer Turbo-Kapitalerhöhung Anleger überrascht hatte. Die Titel legten um 6,11 Prozent zu und waren mit Abstand größter Dax-Gewinner.

Der Leitindex gewann am Ende 0,51 Prozent auf 7913 Zähler. Schwache Konjunkturdaten aus den USA verhinderten am Nachmittag aber größere Kurssprünge. So war der Chicago-Einkaufsmanagerindex im April unerwartet auf den tiefsten Stand seit September 2009 gesunken.

"Die guten Bilanzen der Banken haben schon aufhorchen lassen", sagte ein Händler. "Allmählich traut man den Geldhäusern wieder etwas zu." Daneben erhöhte sich die Spannung vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. Der deutlich gesunkene Preisdruck und die auf Rekordniveau gestiegene Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone verfestigten die Erwartung der Anleger, dass die Notenbank zur Stützung der Wirtschaft erneut eingreifen und den Leitzins senken werde.

Schon am Mittwoch wird wohl die US-Zentralbank Fed die Fortsetzung ihres Anleihen-Kaufprogramms beschließen. "Die Hoffnung auf weitere Stimuli der globalen Notenbanken und die sich verdichtenden Signale, dass die Euro-Zone einen nicht mehr ganz so harten Sparkurs fährt, ermutigen Anleger, mehr Risiken einzugehen", sagte Analyst Lee Hardman von der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ.

Die Deutsche Bank hatte am Vorabend überraschend einen auf 2,4 Milliarden Euro gestiegenen Vorsteuergewinn für das erste Quartal bekanntgegeben. Die gleichzeitig mit den Zahlen angekündigte und über Nacht durchgezogene Kapitalerhöhung von knapp drei Milliarden Euro kam bei Analysten ebenfalls gut an. Philipp Häßler von Equinet betonte, dass das Institut mit dem zusätzlichen Geld im Branchenvergleich über das größte Finanzpolster verfüge. Sein Kollege Christoph Bast von der DZ Bank bezeichnete das Timing der Transaktion angesichts der starken Quartalszahlen als gut gewählt.

Neben dem deutschen Branchenprimus überzeugten auch Lloyds und UBS die Anleger. Die Aktien der britischen Großbank legten nach einer Verdreifachung des Gewinns um 1,55 Prozent zu. Bei der Schweizer Großbank honorierten Investoren, dass der Quartalsgewinn trotz der Verkleinerung ihrer Investmentbank fast so hoch ausfiel wie im Vorjahr. Die UBS-Titel zogen um 5,67 Prozent an.

"Dank geringerer Rückstellungen für faule Kredite sind die Banken in der Lage, die Gewinnerwartungen zu übertreffen", sagte Peter Garnry, Chef-Aktienstratege der Saxo Bank. Die Ertragskraft der Geldhäuser werde sich voraussichtlich weiter verbessern. "Ich gehe davon aus, dass die Finanzwerte sich in diesem und auch im nächsten Quartal gut entwickeln werden."

Seite 1:

Hoffnung der Börsen ruht auf der EZB

Seite 2:

Anleger strafen FMC-Aktie ab

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Hoffnung der Börsen ruht auf der EZB"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Bis 4000 könnt Ihr alle schön mit 0,5% p.a. im Cash parken.

    Genau da will man Euch hinbekommen.

    Enjoy the ride!

  • Wow, 4000 heißt dass die Aktien keinen Wert mehr haben und der DAX (Perf.-Index!) nur noch aus den gezahlten Dividenden besteht :-D

    Kann man eigentlich einfach DAX Perf-Index minus DAX Kurs-Index rechnen, um den dynamischen Aktienwert zu ermitteln? Villeicht weiß das einer hier? Danke.

  • Klemmt bei Dir die "0" ;-)

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%