Börse Frankfurt
Im Dax kehrt Ruhe ein

Am deutschen Aktienmarkt hat sich die Erholung nach dem Brexit-Schock fortgesetzt. Der Dax , der sich über weite Strecken orientierungslos zeigte, beendete den Handel deutlich im Plus. Anders die Deutsche Bank.

FrankfurtEine Woche nach dem Brexit -Schock geben Hoffnungen auf neue Notenbank-Geldspritzen den europäischen Börsen Auftrieb. Der Chef der Bank von England (BoE), Mark Carney, sagte am Donnerstag, dass sich wegen des geplanten Ausstiegs Großbritanniens aus der EU die Aussichten für die Konjunktur verschlechtert hätten. Dies könnte "eine Lockerung der Geldpolitik im Sommer" notwendig machen.

Der Dax gewann am Donnerstag 0,7 Prozent auf 9.680 Punkte. Der Euro Stoxx50 legte 1,15 Prozent auf 2.864 Zähler zu. Der Londoner Auswahlindex FTSE schaffte sogar ein Plus von 2,27 Prozent und lag bei 6.504 Stellen. Auf Monatssicht gewann er gegen den Trend rund vier Prozent und steuerte damit auf den größten Juni-Gewinn seit 2012 zu.

Die Experten der Schweizer Bank UBS kürzten dennoch ihr Kursziel für den FTSE. Sie sehen den Index zum Jahresende bei 5.500 statt 6.500 Punkten. „Wir sehen erhebliche Unsicherheiten rund um Großbritannien in den kommenden Monaten.“ Bislang sei unklar, wer neuer Premier werde und ob Großbritannien den Ausstieg aus der EU offiziell beantrage.

Verstärkt wurde die Verunsicherung durch die überraschende Ankündigung des prominenten Brexit-Befürworters und ehemaligen Londoner Bürgermeisters Boris Johnson auf eine Kandidatur für die Nachfolge des britischen Regierungschefs David Cameron zu verzichten. Der Brexit-Gegner Cameron hatte nach dem Referendum vergangene Woche seinen Rücktritt angekündigt. Das Pfund Sterling gab nach Johnsons Ankündigung seine anfänglichen Gewinne ab, parallel verbilligte sich der Euro um gut einen Viertel US-Cent.

Deutsche Bank im Abwärtstrudel

Am Aktienmarkt stand einmal mehr die Deutsche Bank im Rampenlicht. Anleger straften das Geldhaus für das Scheitern beim jährlichen Bankenstresstest in den USA ab. Die Notenbank Fed lehnte die eingereichten Kapitalpläne der US-Sparte der Deutschen Bank zum zweiten Mal ab. Die Aufseher äußerten Zweifel am Risikomanagement des Instituts, nicht an der Finanzausstattung.

„Ein neuer Tag, eine neue negative Nachricht für die Deutsche Bank“, sagte ein Aktienhändler. Die Papiere des größten deutschen Geldhauses fielen um bis zu 4,8 Prozent auf ein Rekordtief von 12,05 Euro.

Positive Signale kamen aus der deutschen Wirtschaft: Der Beschäftigungsmotor läuft weiter auf Hochtouren und der Einzelhandel steigerte seine Umsätze im Mai spürbar.

Commerzbank-Papiere gehörten mit minus 0,7 Prozent ebenfalls zu den Verlierern im Leitindex. Sie wurden von einer Abstufung der US-Bank Morgan Stanley belastet. Im MDax verloren die Aktien der Deutschen Pfandbriefbank 1,29 Prozent. Dagegen ließen positive Studien Beiersdorf um 3,3 Prozent steigen.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite deutscher Bundesanleihen von ihrem Rekordtief von minus 0,23 Prozent am Vortag auf aktuell minus 0,21 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 143,74 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,01 Prozent auf 166,70 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1102 (Mittwoch: 1,1090) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9007 (0,9017) Euro.

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