Börse Frankfurt
Im Zweifel verkaufen – Gewinnmitnahmen belasten den Dax

Die Fed bleibt für viele ein Rätsel. Anleger entscheiden sich deswegen für Gewinnmitnahmen. Denn damit schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie holen sich ihre Jahresgewinne ab und gehen dem Risiko aus dem Weg.
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FrankfurtDer Jubel der vergangenen Wochen wirkt derzeit wie ein Echo aus längst vergangenen Zeiten. Nichts erinnert mehr an den Rekordständen des Dax jenseits der 9400-Punkte-Marke. Auch heute präsentierte sich der Leitindex in einer labilen Verfassung, verlassen von den Anlegern und positiven Impulsen.

Nur zum Start ließ sich der Dax im Plus blicken. Doch es dauerte nicht lange, bis es wieder bergab ging. Belastet von schwachen US-Börsen und einer allgemein an den Börsen verbreiteten Verkaufsatmosphäre sackte der Dax bis zu ein Prozent ins Minus ab. Am Ende schloss der Dax mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 9114 Punkte.

Die zweite Reihe folgte dem Dax mit Verzögerung ins Negative. Der MDax beendete den Handel mit einem Abschlag von 0,6 Prozent auf 15.954 Punkte. Der TecDax verabschiedete sich mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 1137 Zähler.

Allerdings darf man die heutigen Verluste nicht überbewerten. Daten des Finanzinformationsdienstes Bloomberg zufolge ist das heutige Handelsvolumen im Vergleich zum Durschnitt der vergangenen 30 Tage rund 13 Prozent niedriger.

„Der Markt ist stark vom Terminmarkt getrieben“, erklärte ein Händler. So habe der Durchbruch des Dax-Futures am frühen Nachmittag neue Verkäufe ausgelöst. Andere Händler verwiesen auf den Großen Verfall am Terminmarkt am Freitag vor Weihnachten. Dann werden Aktien- und Index-Optionen sowie Future fällig.

An der großen Scheu vor Aktien ist aber hauptsächlich die Federal Reserve schuld. Ihre unberechenbare Geldpolitik sorgt an manchen Tagen für einen lähmenden Handel, an anderen Tagen rutschen die Kurse in nervösen Ruckbewegungen tief ins Minus. Der heutige Tag ist eine Kombination aus beiden Varianten.

„Die Aussicht auf eine weniger lockere Geldpolitik der Zentralbanken lähmt die Investoren, daher hadern die Börsen mit einer Fortsetzung der Rally“, sagte Guillaume Dumans vom Analysehaus 2Bremans.

Obwohl die US-Notenbank derzeit die Nachrichtenlage zu dominieren scheint, dürfen Zahlen aus der Euro-Zone nicht ignoriert werden – auch wenn sie keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Aktienkurse haben. Interessant waren heute die Konjunkturdaten des Euro-Krisenlandes Italien. Das Statistikamt in Rom (Istat) veröffentliche das Bruttoinlandsprodukt des dritten Quartals. Den Zahlen nach konnte Italien die Talfahrt stoppen. Gegenüber dem Vorjahresquartal stagnierte das BIP im dritten Quartal des laufenden Jahres. Das Statistikamt warnt aber vor zu großem Optimismus: „Dies reicht noch nicht aus, um das Ende der Rezession auszurufen.“.

Denn im Gesamtjahr dürfte die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone um satte 1,8 Prozent schrumpfen. Erst im kommenden Jahr rechnen die Analysten mit einem Wachstum von 0,7 Prozent. Auch aus diesem Grund hatten die positiven Zahlen keinerlei Auswirkungen auf den Kursverlauf des Dax.

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  • So ab jetzt NACH Xetraschluss gibt es wieder Schnäppchen in Calls (falls die noch einer anfasst) ohne Risiko.
    Wenn nicht dann morgen wieder um 8 Uhr beste Kurse oder VOR Handelsstart,wenn nicht dann kurz NACH 9 Uhr wie üblich,wenn nicht dann halt später beste Kurse,wenn nicht dann NACH mittags, MEIN GOTT, irgendwann gibt es beste Kurse !

  • Hallo Tom,
    ich liebe Sie.Ich bin so froh das es Sie gibt.Da ich mich
    gerade geoutet habe,werde ich hier unregistriert schreiben (das Handelsblatt weiß aber ja, wer ich bin),
    da ich mich anschließend ordentlich bürsten lasse.
    Gruß,
    Detlef

  • Mir fällt derzeit oft der olle Kalauer ein:
    Das Hauptproblem für Ihr schlechtes Fernsehbild ist, dass Sie anstatt eines Fernsehers eine Mikrowelle gekauft haben.

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