Börse Frankfurt
Katastrophaler Wochenstart für den Dax

Ein Handelstag zum Vergessen. Der Dax war am Montag chancenlos gegen die Skepsis der EU-Beschlüsse. Vor allem die kritische Sicht der Ratingagenturen auf die Ergebnisse des EU-Gipfels ließen den Dax einknicken.
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Düsseldorf/FrankfurtDer EU-Gipfel überzeugte die Anleger – ein Wochenende lang. Am Montag schon verflog die Euphorie des EU-Gipfels und die Ratingagenturen machten sich ans Werk, die Beschlüsse zu prüfen. Sie kamen zu keinem guten Ergebnis. Mit dem Messer der Ratingageturen im Rücken kapitulierte heute der Dax. Nach Handelsschluss stand beim Dax ein Verlust von satten 3,4 Prozent auf 5.785 Punkte zu buche. Die zweite Reihe gab ebenfalls ein trauriges Bild ab. Der MDax schloss 2,4 Prozent tiefer auf 8.562 Punkte und der TecDax verlor 1,9 Prozent auf 667 Zähler.

Ganz besonders schwer wog heute die Kritik der Ratingagentur Moody's. Ihr gehen die Maßnahmen nicht weit genug und viele Beschlüsse seien einfach nicht neu, sondern ähnlich den Entscheidungen, die in früheren Krisensitzungen gefällt wurden. Einige Experten schlossen sich der Meinung der Ratingagentur an. „Auf der Suche nach langfristigen Lösungen haben die Politiker die kurzfristigen Probleme aus den Augen verloren“, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Die Spar- und Stabilitätsvereinbarungen könnten die akuten Probleme von Ländern wie Italien oder Spanien nicht lösen.

Die Analysten der Standard Chartered Bank bemängelten vor allem die Finanzausstattung des EU-Rettungsschirms. „Kurzfristig reicht die Feuerkraft nicht aus, um große Euro-Staaten zu stützen“, schrieben sie in einem Kommentar. „Wir gehen davon aus, dass die EZB diese Rolle über kurz oder lang übernehmen muss.“

Doch Spekulationen über eine verstärkte Partizipation der Europäischen Zentralbank an der Rettung von Euro-Staaten wurde heute eine klare Absage erteilt. Bundesbankpräsident Jens Weidmann erklärte, dass zwar die EU-Vereinbarung zur Begrenzung der Haushaltsdefizite ein Fortschritt sei, aber die Bürde, die Krise zu lösen, liege eher bei den Regierungen als bei der EZB.

Die Ernüchterung über den EU-Gipfel vergrößerte im Umkehrschluss die Nervosität an den Märkten. Einige Anleger griffen wieder zu den als sicher geltenden Bundesanleihen, deren Verzinsung um 0,2 Prozent sank auf 2,01 Prozent. Dagegen stiegen die Renditen für zehnjährige italienische Anleihen um 0,38 Prozent auf 6,68 Prozent und spanische Staatspapiere machten eine Sprung um 0,28 Prozent auf 5,96 Prozent. Auch der Euro, der im Vergleich zum Dollar verlor, zeigte, dass die Skepsis über die Beschlüsse des EU-Gipfels groß ist. Nach Frankfurter Börsenschluss kostete ein Euro 1,3189 Dollar.

Die US-Börsen konnten sich der Enttäuschung um den EU-Gipfel auch nicht entziehen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte sank um 1,3 Prozent auf 12.024 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,7 Prozent auf 1.235 Zähler und der Nasdaq-100 notierte 1,6 Prozent schwächer auf 2.282 Zähler.

"2012 wird ein konjunkturell schwieriges Jahr"

Viele Börsianer sind sich einig, dass die strengere Haushaltsdisziplin innerhalb der EU und die automatischen Sanktionen im Falle von Regelüberschreitungen das Wachstum im kommenden Jahr ausbremsen könnten. „Die Sparmaßnahmen werden einen stark negativen Effekt auf das Wachstum haben und werden 2012 zu einem konjunkturell schwierigen Jahr machen“, sagte Gijsels. Vereinzelt wird schon von Rezession oder sogar Depression gesprochen.

Die Schwellenländer würden durch ein gebremstes Wachstum in Europa ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden. Der für die Schwellenländer wichtige europäische Exportmarkt wäre bei schwachem Wachstum nicht mehr in der Lage das Angebot nachzufragen und ein Ausgleichsmarkt ist nicht in Sicht. Denn China und Indien veröffentlichten in den letzten Wochen immer unerfreulichere Konjunkturdaten.

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  • imho dürfte Göte keine Schande sein.

  • Ich fasse es nicht, aber PISA wird eindrucksvoll belegt:
    Göte!!! Eine Schande...

  • Aber...die Kanzlerin ist doch das Staatsoberhaupt?!

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