Börse Frankfurt
Kauflaune der Dax-Anleger verpufft

Europas Aktienmärkte haben einen Fehlstart in den neuen Handelsmonat hingelegt. Das beherrschende Thema ist das Referendum in Italien, doch auch die Opec-Entscheidung sorgt für Bewegung. Der Dax schloss auf dem niedrigsten Stand seit drei Wochen.
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FrankfurtEuropas Aktienanleger sind auf dem falschen Fuß in den Wintermonat Dezember gestartet. „Die Nervosität vor dem Italien-Referendum nimmt zu“, sagte ein Händler. An den Börsen wurden am Donnerstag überwiegend Aktien verkauft. Kurz vor Urnengängen in zwei EU-Staaten und der damit verbundenen Möglichkeit eines neuerlichen Triumphs populistischer und eurokritischer Kräfte wuchs die Skepsis. In Österreich könnte mit Norbert Hofer erstmals ein FPÖ-Mann zum Bundespräsidenten gewählt werden. Überdies stimmen die Italiener über eine Verfassungsreform ab, an deren Erfolg Ministerpräsident Matteo Renzi sein Amt geknüpft hat.

Der Euro Stoxx 50 sank 0,7 Prozent auf 3030 Punkte. Der Dax verlor ein Prozent auf 10.534 Zähler - das war der tiefste Stand seit drei Wochen. Vor dem Wahlwochenende nehme die Nervosität zu, berichtete Analyst Ken Odeluga vom Londoner Brokerhaus City Index. Trotz OPEC-Einigung und der Vortageserholung gebe es gerade in Europa ein hohes Maß an Pessimismus und entsprechend viele Shortpositionen. Sollte die Renzi-Seite in Italien unterliegen, werde sich der Ausverkauf bei Aktien voraussichtlich verstärken: "Aber in jedem Fall bleibt viel Raum für erhöhte Volatilität", sagte Odeluga.

„Es bleibt zu hoffen, dass das Referendum in Italien nicht nur eine Ausrede für die wochenlange Zurückhaltung war und am kommenden Montag endlich etwas Bewegung in den Markt kommt“, sagte Marktexperte Jochen Stanzl von CMC Markets.

Ausgeprägt schwach waren schwergewichtige Konsumaktien: Danone SA gaben 1,3 Prozent nach, L’Oreal SA um 1,1 Prozent und Unilever NV sanken 2,5 Prozent. Zugekauft wurde hingegen der Sektor der Rohstoff- und Energiewerte. So gewannen mit dem erneut festeren Ölpreis Eni SpA in Mailand 2,5 Prozent, Repsol SA legten in Madrid 2,1 Prozent zu, BP Plc machten in London 1,2 Prozent gut und Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG stiegen in Wien gleich um 6,6 Prozent.

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