Börse Frankfurt
Keine Hoffnung für den Dax

Ein Handelstag zum vergessen: bereits in der ersten Handelsstunde war der Dax um über drei Prozent abgestürzt. Weit konnte er sich im Tagesverlauf davon auch nicht mehr erholen.
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FrankfurtNach einem rabenschwarzen Handelstag geht der deutsche Leitindex mit einem Minus von 3,4 Prozent und 5.606 Punkten aus dem Handel. Bereits seit dem frühen Vormittag war er um ein Minus von 2,5 Prozent gependelt. Die Schuldenkrise ist ungelöst, die Renditen für die Anleihen vor allem südeuropäischer Volkswirtschaften steigen weiter, und am Horizont könnte sich eine Rezession abzeichnen. Kein guter Mix für die europäischen Märkte, der kaum Hoffnung für baldige Besserung lässt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in der vergangenen Woche angesichts der Turbulenzen um die Regierungsneubildungen in Griechenland und Italien wieder mehr Staatsanleihen kriselnder Euro-Länder gekauft. Sie habe Papiere im Wert von rund acht Milliarden Euro am Sekundärmarkt erworben, teilte die EZB am Montag in Frankfurt mit. In der Woche davor waren es 4,5 Milliarden Euro gewesen - eine für viele Fachleute überraschend niedrige Summe. Seit Mai 2010 hat die Zentralbank damit Bonds im Gesamtwert von 194,5 Milliarden Euro aufgekauft.

Frankreich gerät immer tiefer in den Strudel der Euro-Schuldenkrise. Die Ratingagentur Moody's warnte am Montag davor, dass das zweitgrößte Euroland sein „AAA“-Toprating verlieren könnte, falls die Refinanzierungskosten dauerhaft hoch blieben und wegen der Konjunkturflaute den Haushalt belasteten. An den Märkten und in der EU-Kommission wuchsen die Sorgen, dass nun auch Schwergewichte des Währungsraums tiefer in den Abwärtsstrudel der Schuldenkrise geraten.

Der trübe Ausblick von Hapag-Lloyd auf das Schlussquartal hat TUI -Aktien am Montag unter Verkaufsdruck gesetzt. Die Papiere des Reisekonzerns verbilligten sich um bis zu sechs Prozent, den niedrigsten Stand seit Anfang Oktober. Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd, an der TUI noch mit gut 38 Prozent beteiligt ist, macht der Preiskampf auf den Weltmeeren zu schaffen. Nach Angaben des Unternehmens dürfte das in den verbleibenden Monaten des Geschäftsjahres einen „deutlich negativen Einfluss“ auf die Geschäftsentwicklung haben.

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  • @PeterScholz1: Als ob ich ein Großaktionär wäre...
    Nun gut, jedem seine Spekulation, Hauptsache reale Werte.
    Viel Erfolg wünsche ich Ihrem Ansatz, hätte da aber Schwierigkeiten mit Klumpen- und Liquiditätsrisiken.

  • Da bin ich aber beruhigt.

    Ich glaubte schon, unsere Großaktionäre würden bei derart schlechten Nachrichten alles stehen und liegen lassen.
    Es ist mir auch egal, denn Aktien sind bei mir nicht angesagt. Ich stehe auf Grund und Boden und den hätte ich lieber in Kanada kaufen sollen.

  • @PeterScholz1: Geht beim Dax als Performance-Index schon rein technisch nicht, da gezahlte Dividenden enthalten sind. Habe die Zahl nicht ad-hoc parat, glaube aber, der Wert liegt bei 2xxx. Und inhaltlich glaube ich daran schon garnicht. Siemens, BASF und Deuba z.B. haben 2 Weltkriege und 3 Währungsreformen (Rentenmark, Reichsmark, Deutsche Mark) überstanden, die aktuelle Krise ist nichts im Vergleich dazu.

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