Börse Frankfurt Konjunktursorgen belasten Dax

Enttäuschende Konjunkturdaten aus China und den USA, dazu ein miserabler Ifo-Index: Viele Anleger fürchten, die Weltkonjunktur könnte sich spürbar abschwächen. Der Dax schließt deutlich im Minus.
Update: 22.06.2012 - 17:49 Uhr 51 Kommentare

Börse Frankfurt am Abend

FrankfurtAm letzten Wochenhandelstag ging es für den Deutschen Leitindex deutlich abwärts. Der Dax beendete den Freitagshandel 1,26 Prozent tiefer bei 6.263 Punkten. Belastend wirkten vor allem schwache Konjunkturdaten aus den USA und China. Die Bankenherabstufung durch Moody's sorgte dagegen nur für einen kurzen Schreck. Auf Wochensicht hat der Dax 0,74 Prozent dazugewonnen.

"USA, Europa, China - wo immer man hinblickt, kann sich eher auf einen Abschwung einstellen als auf einen nachhaltigen Aufwärtstrend", sagte ein Händler. Nach den US-Konjunkturdaten vom Donnerstag trübte zum Wochenschluss die deutsche Wirtschaft die Stimmung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Juni auf 105,3 Punkte von 106,9 Zählern im Mai, das Barometer sank damit den zweiten Monat in Folge. Börsianer Markus Huber von ETX Capital sah dies allerdings positiv: Das Stimmungsbarometer, habe zwar die Erwartungen verfehlt, aber die schlimmsten Befürchtungen nicht bestätigt. Zudem habe der Rundumschlag der Ratingagentur Moody's gegen die Banken die Anleger nur kurz verschreckt. Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade sieht den Dax „gefangen zwischen Bangen und Hoffen“.

Nach Einschätzung vieler Analysten kommt der Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas angesichts der anhaltenden Euro-Krise wenig überraschend. Helaba-Analystin Viola Julien warnt zudem vor allzu großer Schwarzmalerei: "Die unerwartete Verbesserung der Geschäftslage stimmt zuversichtlich, dass die deutsche Wirtschaft auch im zweiten Quartal Wachstum verzeichnen kann." Der Index der Geschäftslage stieg auf 113,9 Punkte von 113,2 Zählern. Hier waren 112,3 Punkte erwartet worden.

Vor diesem Hintergrund verloren insbesondere die Aktien konjunktursensibler Unternehmen an Wert. HeidelbergCement-Aktien schlossen 1,9 Prozent tiefer. Für Infineon-Papiere ging es 3,6 für BASF-Aktien 3,8 Prozent nach unten. Die Lufthansa-Aktie hingegen profitierte von einer Kaufempfehlung und gehörte mit einem Plus von 1,4 Prozent zu den größten Gewinnern im Dax.

Der Internationale Währungsfonds hat die Europäische Zentralbank zu einem aktiveren Eingreifen in die Euro-Schuldenkrise aufgefordert. Kurzfristig sei eine "kreative, innovative Geldpolitik" notwendig, erklärte IWF-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag nach Beratungen mit den Euro-Finanzministern in Luxemburg.
Dazu gehöre nicht nur eine Zinssenkung, sondern auch der erneute Einsatz unkonventioneller Instrumente. Die Zentralbank könne ihr Anleihekaufprogramm wieder auflegen, den Banken erneut massive Liquiditätsspritzen geben oder andere Formen einer quantitativen Lockerung einführen.

Am Nachmittag kam die Meldung, dass die vier führenden Volkswirtschaften der Europäischen Union ein Wachstumspaket von rund 130 Milliarden Euro planen. Mit Investitionen im Umfang von einem Prozent des EU-Bruttoinlandsprodukts solle in der Finanzkrise "ein Zeichen" gesetzt werden, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das konnte dem Dax aber nicht zu Kursgewinnen verhelfen.

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51 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Konjunkturängste schicken Dax auf Talfahrt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Anleger heißt in Zukunft Ribezahl. Er beachtet Gebot nr.4 und nr.7 nicht.

  • Hehe, was soll außer Rohstoffen denn sonst noch sein!?
    Immerhin kennen und achten Sie Marys Regeln.
    Als Einziger :)

  • Humor ist, wenn man trotzdem lacht :) Viel Spaß, Hamburger, beim Spiel. Und weiterhin viel Erfolg nächste Woche.

  • Und deltaone schreit: ich setz auf Long bis 6420. Und der Dax fällt auf 6000 :-)

  • Geil.

  • Hervorragend Delta, einfach köstlich! Ich lache immer noch!!!


  • Leute, entspannt Euch. In gut zwei Stunden wird Deutschland Griechenland aus der Euro werfen :)
    Und zum Wochenausklang ein ironischer Ausblick auf das HB-Forum am Montag:
    Hamburger: "Ich hatte Recht, habe Recht und werde Recht haben - man kann nur Kohle scheffeln mit short. Allen Shorties einen schönen Handelstag!"
    Anonymus: "Die Welt wird untergehen, und DU mit ihr, Hamburger"
    Mary: "Das heutige Marktgeschehen steht reziprok zum kommenden Elfmeterschießen im Halbfinale und korreliert perfekt positiv mit der Abseitsregel. Und Regel 2 Absatz 4 nicht vergessen: Nach Regen folgt Sonnenschein."
    Realist:"Die EZB ist eine Notenbank. Ich gehe nicht short, sondern auf die Terrasse und investiere langfristig. Der Knall kommt erst noch."
    An(onym)us maximus:"Ihr seid alle Abschaum und sollt in der Hölle schmoren!"
    Heidelbeger:"Ich wusste schon immer, dass ich den Längsten habe. Selbstvertrauen ist sehr wichtig, die 1000 Punkte kratzen mich nicht. Ach ja, musste noch den Vogeldreck von meiner geilen Karre abkratzen, deswegen konnte ich lange nichts mehr schreiben."
    Anleger:"Das glauben Sie ja wohl selber nicht. Rohstoffe sind das einzig Wahre!"
    Paderborner:"Wir werden alle belogen, betrogen und beschissen. Deutschland muss raus aus dem Euro!"
    Alle klatschen, Ende 1. Akt

  • Ein Sinn ist in Ihrem Beitrag nicht zu erkennen.
    Schade um Ihre schreibende und meine lesende Zeit.

  • "Fazit: Alle wollen Inflationierung. Die Verantwortlichen haben die unvermeidbaren Folgen der Inflationierung inzwischen vergessen ...!"

    Und schon bei Merkel und co. angerufen? Du scheinst ja die Weißheit gefressen zu haben. Depp, Johnny. (Gilt auch dem Hamburger)

    Ihr werdet die nächsten WOchen wegbrechen, ähnlich wie Sandburgen an der Küste. Prognosen von Versagern beinhalten das Wort "VERSAGEN".

  • Die Lagarde-Sprüche scheinen mit tolerierter Inflation nichts zu tun zu haben; da geht es eher um Kreativität bei der Schuldenverschleierung. Wenn spanische Banken die Notkredite bsw. direkt vom Fonds bekommen, erhöht dies nicht den Schuldenstand des spanischen Staates. Auch der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB war und ist eine rechtliche Grauzone. Umgekehrt: wird das tatsächliche Ausmaß der Verschuldung trotz Schönrechnung öffentlich, knallt es an den Märkten.

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