Börse Frankfurt: „Konjunkturängste“ schicken Dax ins Minus

Börse Frankfurt
„Konjunkturängste“ schicken Dax ins Minus

Die Angst der Anleger vor einem Stottern der asiatischen Konjunkturlokomotive hat die Märkte in Frankfurt am Montag unter Druck gesetzt. Investoren flüchteten aus zyklischen Werten und suchten Schutz in der Defensive.
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FrankfurtSchlechte Konjunkturdaten aus China und die Abwertung des Yen haben am Montag für weitere Verluste an der Frankfurter Börse gesorgt. Der Dax ging am Abend mit einem Minus von 0,4 Prozent und 7712 Punkten aus dem Handel, nachdem er bereits am Freitag um 1,6 Prozent gefallen war. Der MDax gab 0,9 Prozent nach und stand am Ende des Präsenzhandels bei 13.188 Zählern, der TecDax büßte 0,6 Prozent auf 923 Stellen ein. Der EuroStoxx 50 schloss 0,3 Prozent niedriger bei 2624 Punkten.

„Die Konjunkturängste sind der Auslöser, dass die europäischen Börsen von ihren Hochs herunterkommen“, sagte Marktstratege Jörg Rahn von Marcard Stein & Co. Und noch einen Grund gebe es, warum Anleger ihre Finger vor allem von deutschen Aktien lassen: „Die Abwertung des japanischen Yen ist vor allem für die hiesigen Exportwerte extrem ungünstig, denn die japanischen Unternehmen sind für unsere oft direkte Konkurrenten“, sagte Rahn. Der Yen hat vor allem dank der extrem lockeren Geldpolitik der japanischen Notenbank seit November rund 30 Prozent an Wert verloren.

Angesichts der an Fahrt verlierenden chinesischen Wirtschaft haben Investoren zu Wochenbeginn in großem Stil Rohstoff-Anlagen verkauft. Der Kupferpreis fiel um bis zu 4,3 Prozent auf 7085 Dollar pro Tonne und war damit so niedrig wie seit Oktober 2011 nicht mehr. Der Ölpreis rutschte auf 100,02 Dollar - das niedrigste Niveau seit Juli vergangenen Jahres. Gold war am Abend zu 1375 Dollar je Feinunze so günstig wie seit Februar 2011 nicht mehr.

Nachdem zuletzt schon Konjunkturdaten aus den USA enttäuscht hatten, sorgte nun die Statistik aus China für Ernüchterung. Denn der Aufschwung des weltgrößten Rohstoffkonsumenten ist im ersten Quartal unter den Erwartungen geblieben: Die Wirtschaft wuchs im Vergleich zum Vorjahr zwar um 7,7 Prozent, doch das war weniger als im Vorquartal und blieb auch unter der Analystenprognose von acht Prozent. „Die allseits erhoffte Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivität in China blieb trotz großzügiger Kreditvergabepolitik aus. Nun mehren sich die Sorgen, dass die asiatische Konjunkturlokomotive ins Stottern kommt“, erklärten die Analysten der National-Bank die Reaktion an den Finanzmärkten.

Als Ursache für den Einbruch des Goldpreises mochten Experten aber nicht allein die Daten aus China verantwortlichen machen. Vielmehr würden womöglich Spekulationen über einen möglichen Ausstieg der US-Notenbank Federal Reserve und die anhaltenden Verkäufe von ETF-Gold-Beständen schon seit längerem auf dem Preis für das Edelmetall lasten. Spekuliert wurde auch, ob die Nachricht, dass Zypern sich zur Deckung seines erhöhten Geldbedarfs von einem Teil seiner Goldreserven trennen könnte, ausschlaggebend gewesen sein könnte.

An den Aktienmärkten verbuchten Rohstoffwerte die höchsten Verluste. Währungen aus Rohstoff exportierenden Ländern wie der australische Dollar oder der südafrikanische Rand gerieten ebenfalls unter Druck.

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  • echt wieso?? wegen oder trotz fallender kurse??

    seit dem DOW-hoch bei 14883 short...
    :D

    von mir aus kanns rough werden... im relativ, wie du weißt... ;D

  • "„Konjunkturängste“ belasten die Börsen"

    Seit wann interessiert die Börse denn die Konjunktur wieder?

    In den letzten Jahren wurde sie von DOW, DAX & Co. doch nicht mal mit dem Allerwertesten angeschaut ...

  • Jeder beschäftigt,tingeltangel-bob.
    Die Woche wird hart werden...

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