Börse Frankfurt
Konjunktursorgen schieben den Dax ins Minus

Der heutige Handelstag stand ganz Zeichen der Konjunktur. Einkaufsmanagerindizes, US-Arbeitslosenzahlen, Daten zum Immobilienmarkt. Allzu gut waren die Zahlen nicht. Aber bis zum Handelsende konnte der Dax seine Verluste eingrenzen.
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HB FRANKFURT. Auch heute geht es wieder abwärts. Die schwächelnde Konjunktur beiderseits des Atlantiks hat am Donnerstag die europäischen Aktienmärkte belastet. Die Ankündigung der US-Notenbank Federal Reserve, der amerikanischen Wirtschaft bei Bedarf mit neuen Geldspritzen wieder auf die Beine helfen zu wollen, schürte nach Aussage von Börsianern zudem Inflationsängste bei den Anlegern. Zu der pessimistischen Stimmung trugen am Nachmittag auch US-Arbeitsmarktdaten bei, denen zufolge sich in der Vorwoche mehr Amerikaner arbeitslos meldeten als angenommen.

Belastet von Kursverlusten bei Finanzwerten und enttäuschenden Konjunkturdaten haben die US-Börsen am Donnerstag schwach geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,7 Prozent auf 10.662 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 verzeichnete einen Abschlag von 0,8 Prozent auf 1124 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab um 0,3 Prozent auf 2327 Punkte nach.

Der Dax gab angesichts der schwachen Daten um 0,4 Prozent auf 6 184 Punkte nach. Der Eurostoxx50 verlor 0,6 Prozent auf 2 736 Zähler.

Der vom Markit-Institut ermittelte Konjunkturindex der Einkaufsmanager für die Euro-Zone ging im September vorläufigen Berechnungen zufolge auf 53,8 Punkte von 56,2 Zählern im Vormonat zurück. Auch der Index für die deutschen Unternehmen fiel niedriger aus als erwartet. "Das ist eine bittere Pille", sagte Andreas Scheuerle von der Dekabank. "Sollte sich die Abwärtsbewegung fortsetzen, so wäre mit einem schwächeren zweiten Halbjahr zu rechnen, als wir das derzeit tun."

Für Nervosität sorgte Börsianern zufolge auch die Ungewissheit, was mit den Schuldtiteln der verstaatlichten Anglo Irish Bank geschieht. Oliver Whelan, der Chef der irischen Finanzagentur, hatte es abgelehnt, Haltern nachrangiger Anleihen des Institutes Schutz vor den Auswirkungen der geplanten Umschuldung zuzusichern. Wie am Vortag gerieten in Europa Bankaktien unter Druck. Der europäische Stoxx-Bankenindex fiel um 0,8 Prozent. Die Titel der Bank of Ireland waren mit einem Abschlag von 5,5 Prozent größter Verlierer.

Angesichts der allgemeinen Nervosität an den Aktienmärkten griffen Anleger verstärkt zu den als sicher geltenden Bundesanleihen und zu Edelmetallen. Der Bund-Future stieg um 64 Ticks auf 131,39 Punkte. Gold hielt sich mit 1293,55 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) nahe seinem Rekordhoch.

Auf der Verliererseite standen vor allem die Stahlwerte. Börsianer verwiesen auf einen negativen Branchenkommentar von Bank of America/Merrill Lynch. Darin werde darauf aufmerksam gemacht, dass ArcelorMittal und ThyssenKrupp zu Preisnachlässen gezwungen seien. ThyssenKrupp waren mit einem Minus von 2,2 Prozent auf 23,22 Euro lange Zeit Schlusslicht im Dax.

Die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Papiere des Konkurrenten Salzgitter und des Stahlhändlers Klöckner & Co. rutschten um 3,5 Prozent beziehungsweise um 4,1 Prozent ab. Die Titel des weltgrößten Stahlkochers ArcelorMittal gaben zwei Prozent auf 24,39 Euro nach. Die Papiere der österreichischen Voestalpine schlossen 1,6 Prozent schwächer bei 25,96 Euro.

In der Dax-Gewinnerliste waren die Metro-Aktien mit einem Aufschlag von 2,9 Prozent einsamer Spitzenreiter. Börsianer nannten als Grund die Prognose-Anhebung des deutschen Einzelhandelsverbandes HDE, der angesichts der Entspannung am Arbeitsmarkt und einer anziehenden Konjunktur so optimistisch in die Zukunft blickt wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Auch die im MDax gelisteten Titel der Parfümerie- und Buchhandelskette Douglas kehrten nach anfänglichen Verlusten in positives Territorium zurück und beendeten den Handel 0,3 Prozent fester bei 35,10 Euro.

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  • Hallo,
    den ganzen Tag kein Wort über die geplante Gesammtenteignung aller Commerzbank-Kleinaktionäre?

    http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/0,2828,719148,00.html

    Die Rechte der Aktionäre sollen hier im Ganzen abgeschafft werden, und lesen kann man das ganze blos in linken Schundblättchen...

  • inflationsängste? Man muss mir mal erklären, warum als Aktionär Angst vor - geldmengeninduzierter - inflation haben sollte.

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